Seit mehreren Tagen fällt Schnee in den südlichen Regionen von Brasilien. In den betroffenen Gebieten von Rio Grande do Sul und Santa Catarina sahen die Menschen schneebedeckte und eisige Strassen und sie mussten ihre Autos von der weissen Pracht befreien. Der südliche Teil von Südamerika ist von einem Polartief bedeckt, welches Temperaturen unter Null gebracht hat.
Mindestens 33 Städte im Süden von Brasilien erlebten Schneestürme. Das brasilianische Wetteramt sagt voraus, die Schneefälle die Anfang der Woche begannen werden bis zum Wochenende anhalten. In Cambará do Sul (Santa Catarina) erreichten die Temperaturen -3,6°C und Bom Jesus (Rio Grande do Sul) -3°C. In Urubici mussten die Lokalbehörden Unterkünfte für die Obdachlosen einrichten, damit sie nicht erfrieren.
Auch Argentinien ist durch die Kälte stark betroffen. In 12 der 24 Provinzen und in der Hauptstadt Buenos Aires fiel Schnee. In Patagonien entlang der Anden, wo etwas Schnee eigentlich normal ist, sind aber jetzt viele Dörfer von der Aussenwelt abgeschnitten, mit Schneehöhen von über einen Meter, was zu Verlusten bei den Viehbestände führt. Die Temperaturen fielen dort unter -10°C.
In Bolivien sind in den tropischen Gebieten im Osten die Temperaturen unter Null gefallen, was zu „Millionen von toten Fische“ in den Flüssen geführt hat, die sonst eine warme Umgebung von 20 Grad gewöhnt sind.
Der Gouverneur von Santa Cruz, Ruben Costas, warnte die Bevölkerung, wegen des „grossen Umweltdesasters“ durch verfaulende Fische, sollen sie kein Wasser aus den Flüssen entnehmen und er versprach, Tankwagen mit Trinkwasser würden in die Gebiete geschickt.
“Das letzte Mal wo so etwas dieser Grössenordnung passierte war vor 47 Jahren,” sagte Costas.
Ein ASR-Leser aus Bolivien hat mir dazu folgendes geschrieben:
Ich lebe in Santa Cruz in der Tropenregion Boliviens. Durch die Kälte sind nicht nur Millionen Fische gestorben, sondern auch alle empfindlichen Tropenbäume. Insbesondere alle Noni-Bäume und Acerola, ebenso wie Cashew und Guapuru sind abgestorben. Eine Katastrophe ungeahnten Ausmasses.
Ich selber bin Hersteller von Noni-Saft. Es gibt momentan weder in Peru, noch in Bolivien mehr Noni zu kaufen. Auch in Brasilien hat die Kältewelle alle Pflanzungen vernichtet. Momentan sind wir auf der Suche in Kolumbien und Ecuador, mal sehen ob wir fündig werden.
Weitere Fotos über den Schneefall in Brasilien gibt’s hier.
Verwandter Artikel: Südamerika erlebt historische Kältewelle
Wer sich für's Skifahren im Sommer interessiert, dann ab nach Australien. Die Skiorte dort melden Rekordschneehöhen, mit 60 cm Neuschnee in 48 Stunden am vergangenen Sonntag auf Montag, was fast einmalig für Australien ist. Die Temperaturen in ihrem Winter waren generell sehr kalt. Das grösste Skigebiet in Australien, Perischer in New South Wales, meldet bis zu 3 Meter Schnee.
Und wer es ganz exotisch will kann mit seinen Skiern nach Südafrika fliegen. In Afri-Ski Lesotho liegen bis zu 70 cm Schnee und die Pisten sind bis zum Mittag gut befahrbar, danach wird es etwas sulzig.
Die Skiorte in Argentinien und Chile melden beste Bedingungen, nur es ist sehr kalt, mit bis zu -15°C. Da wird man wohl eher den Einkehrschwung üben ;-)
Zurück in Europa, auch die Gletschergebiete in den Alpen melden Neuschnee. In Zermatt und Saas Fee sind 8 cm gefallen und die Temperaturen sind um den Gefrierpunkt. In Saas Fee sind vier Pisten offen, sowie die Halfpipe und der Park.
Val Senales in Italien hat 5 cm Neuschnee erhalten und 8 Kilometer Pisten sind offen. Ähnlich sieht es in Passo Stelvio und Cervinia aus.
Wir haben den 5. August und hier wo ich wohne sind es nur 14 Grad im eigentlichen Hochsommer, die Heizung ist angesprungen.
Donnerstag, 5. August 2010
Schnee in Brasilien
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Freitag, 23. Juli 2010
Südamerika erlebt historische Kältewelle
Ganz Südamerika erlebt einen harten und historisch kalten Winter, der bisher 80 Todesopfer gefordert hat. Die Kälte ist sogar bis in den Amazonas gelangt und die brasilianischen Bundesstaaten wie Acre und Rondonia erlebten Temperaturen von nur 7 °C.
Sogar in Boa Vista, der Hauptstadt von Roraima, an der Grenze zu Venezuela, wurde die ungewöhnliche Kälte gespürt, eine Stadt die 2 Grad nördlich des Äquators liegt. Nördlich! Das muss man sich mal vorstellen. Das wäre genau so wie wenn bei uns die Kältewelle von Europa über Nordafrika bis runter den Äquator überquert und in den Kongo geht, völlig undenkbar.
Hier Meldungen über was im Winter der südlichen Erdhalbkugel passiert, um den “Wetter ist nicht Klima” Dummschwätzern den Mund zu stopfen.
Auf dem ganzen südamerikanischen Kontinent sind die Temperaturen seit über einer Woche weit unter den üblichen Werten. In der Region Aysen in Chile erlebten die Einwohner den schlimmsten Schneesturm in 30 Jahren, mit fast 2 Meter Schnee in Balmaceda und die Armee musste die Eingeschlossenen retten.
In Argentinien wurde die Region Mendoza, bekannt für ihren berühmten Wein, von so viel Schneefällen betroffen, die Meteorologen sprechen von den schwersten seit Dekaden. Am 16. Juli wurden in Buenos Aires mit -1,5 Grad die tiefsten Temperaturen seit 1991 gemessen. Argentinien verbrauchte so viel Energie, sie mussten Strom aus Brasilien importieren. Viele Fabriken im Lande sind wegen Gasmangel geschlossen.
In allen Provinzen Argentiniens hat es geschneit, ein sehr seltenes Ereignis. Schnee gab es sogar am Meer im Badeort Mar del Plata und die Bewohner wachten am Morgen des 15. Juli mit weissen Stränden auf. 
In Santiago Del Estero sahen die Menschen zum ersten mal Schnee überhaupt in ihrer Erinnerung. In der Provinz Tucuman fiel die weisse Pracht seit 1921 zum ersten Mal wieder.
In Uruguay gab es Berichte über Schneeregen und Schnee aus Städten im Süden und Osten des Landes, sogar in der Hauptstadt Montevideo. Es kam zu Todesfällen wegen der Kälte und die Spitäler sind voll mit Patienten die unter Lungenbeschwerden leiden.
In Paraguay sind mindestens 9 Menschen wegen der niedrigen Temperaturen in nur drei Tagen gestorben. Über Tausend Rinder verendeten an Lungenentzündung. 
In Bolivien starben Dutzende Menschen ebenfalls an der Kälte. In einigen Regionen des Landes waren die Temperaturen so tief wie seit 15 Jahren nicht mehr. Es schneite sogar im Chaco von Bolivien, einer der wärmsten Regionen von Südamerika, wo die Einheimischen noch nie Schnee gesehen haben. Schulen wurden in Bolivien geschlossen, um weitere Todesfälle zu vermeiden.
Auch der Süden von Brasilien wurde durch die kalte Luftmasse vom Südpol betroffen. In der Stadt Urupema und San Catarina sanken die Temperaturen auf -7,8 °C. In Rio Grande do Sul fiel die Temperatur in Cambara auf -4,9 °C. Im Bundesstaat Paranà sogar auf -6 °C.
Auf dem Gipfel de 1800 Meter hohen Morro da Igraja im Staate Santa Catarina lag Schnee.
Auch das Zentrum von Brasilien in den Tropen hat eine lange Periode von kalten Tagen erlebt. Es war so kalt, Tausende Rinder verendeten, obwohl das Gebiet an das Amazonasbecken angrenzt. Und wie oben bereits gemeldet, überschritt die Kaltfront sogar den Äquator, eine völlig bizarre Situation.
Es handelt sich nicht um eine lokales Ereignis, sondern ganz Südamerika ist von der Kälte heimgesucht.
Und es ist nicht nur in Südamerika so, die ganze südliche Halbkugel ist von kalter Luft betroffen. Wir sahen es während der WM in Südafrika, wo Spiele bei knapp über Null stattfanden und die Zuschauer mit dicken Jacken, Schals und Wollmützen sich vor der Kälte schützten. Auch Australien erlebt eine sehr kalten Winter auf dem ganzen Kontinent.
Ach ja, und wie sieht es mit der Nordhalbkugel aus? Hier eine Satellitenaufnahme des Nordpol von heute 23.7.2010 mitten im Hochsommer:
Ziemlich grosse Eisfläche. Keine Nordwest- oder Nordostpassage möglich. Und die Medien wie der Schmiergel erzählen uns, wir können im Sommer dort segeln und schwimmen, weil es kein Eis mehr gibt. Unglaublich diese Lügerei und Panikmache.
Kaum erleben wir einige warme Tage bei uns, schon geht das Geschrei mit der Lüge los: „Das wärmste Jahr seit je“, dabei hat es bis Juni in den Alpen geschneit, schon vergessen? Ich hab schon Sommer in der Schweiz vor 20 Jahren erlebt, da war es so warm, ich musste im Keller schlafen und der See vor meiner Haustür war zu warm zum Baden und wir gingen hoch zu den kühleren Bergseen. Das musste ich schon lange nicht mehr machen und diesen Sommer erst recht nicht.
Wir haben Juli und es sind gerade 18 Grad, mit Baden wird heut nix.
UPDATE - 24.07.10 - Peru verhängt Kälte-Notstand
Die peruanische Regierung hat wegen des ungewöhnlich strengen Winters in weiten Teilen des Landes den Notstand ausgerufen. Bisher sind mehr als 100 Menschen der Kälte zum Opfer gefallen. Der Notstand gilt für 17 der 25 Regionen des südamerikanischen Landes. Die Massnahme soll die Bereitstellung von Lebensmitteln, Decken und Medikamenten erleichtern, berichteten nationale Medien am Samstag. Besonders kritisch sei die Lage in den Hochlagen der Anden im Süden des Landes, wo die Temperaturen auf bis zu minus 23 Grad gefallen sind. Und in den tiefer gelegenen Urwaldgebieten, wo die Menschen auf Temperaturen von normalerweise 30 Grad eingestellt sind, wurden nur noch 10 Grad gemessen. Aber auch die Hauptstadt Lima mit ihrem normalerweise milden Klima bibbert bei Temperaturen von nur etwa acht Grad. So kalt war es dort seit 46 Jahren nicht mehr.
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Freitag, 25. Juni 2010
Oliver Stones neuer Film – South of the Border
Der neueste Dokumentarfilm vom bekannten Regisseur und Oscar-Preisträger Oliver Stone läuft ab heute in 30 Ländern in den Kinos an. Er heisst „South of the Border“ und beschreibt wie die Medien in den USA das Erscheinungsbild über Südamerika „beeinflusst“ haben und Stone rückt dieses falsche Bild zurecht. Der Film beginnt mit Szenen über den versuchten Sturz des venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez durch die CIA. Stone zeigt, wie die USA mindestens 55 Mal in den lateinamerikanischen Ländern „interveniert“ haben.
In einem Interview mit Robert Greenwald erzählt Stone die Hintergründe des Films, was sich in Südamerika so abspielt und wie die Presse dort funktioniert:
„Die amerikanische Strategie war immer schon, jeden anzugreifen der Reformen in Südamerika durchführen wollte, entweder militärisch oder mit einem Coup d'Etat. Wir haben viele lateinamerikanische Länder besetzt, einschliesslich Haiti und das am längsten. Wir haben jeden Reformer zerstört, weil wir immer gegen Gewerkschaften und Arbeitnehmerrechte waren. Alle unsere Konzerne, von United Fruit Company über Wal-Mart, haben Süd- und Mittelamerika wegen der Rohstoffe und der billigen Arbeitskräfte ausgenutzt. Sie wollen keinerlei Arbeiterreform und auch keine Landreform, denn von den spanischen Kolonialtagen her gehören grosse Landstriche den sehr reichen Familien, genau wie die Presse auch.
Die Medien in Südamerika sind im völligen Privatbesitz und die meiste davon, im Gegensatz zu dem was die Amerikaner glauben, gegen jegliche Reform. Jeder der kommt und versucht etwas zu verändern wird von der Presse niedergemacht. Chavez ist ein Beispiel dafür, in dem sie ihn töten, jeden Tag. Die Medien sind aufsässig, in Opposition, verlangen seinen Rücktritt, nennen ihn einen Verrückten und manchmal rufen sie nach dem Sturz der Regierung. Das passiert jeden Tag. Und wir in Amerika behaupten aber es findet dort Zensur statt. Wir sind verrückt. Wenn wir solche Medien hätten, wäre es wie Fox News auf Steroide.
Die einzigen Alliierten die wir dort übrig haben ist Peru und Kolumbien. Beides Bösewichte, weil wir haben ihnen 6 Milliarden Dollar gegeben, um den sogenannten „Krieg gegen Drogen“ zu führen. Die paramilitärischen Kräfte haben dort bis zu 200'000 Menschen in den letzten 20 Jahren getötet, wir wissen die genau Zahl gar nicht. Es ist ein schrecklicher Krieg. In Venezuela wurde niemand getötet, aber wir behandeln das Land wie wenn sie das schlimmste Ding seit der Sowjetunion wären. Es ist eine sehr befremdende Doppelmoral.
Seit 2001 hat sich aber der Wind gedreht. Chavez ist dreimal hintereinander gewählt worden. Castros Vorhersage, es wird eine grosse Veränderung in der Welt geben, wird wahr. Ich denke, Amerika ist auf der falschen Seite der Geschichte und steht völlig Abseits, aber völlig.
Ich hoff dieser Film wird etwas bewirken.“
Hier das Interview zwischen Robert Greenwald und Oliver Stone:
Der Film South of the Border, eine Anspielung auf alles was südlich der Grenze von Texas liegt ist der Hinterhof der USA, ist eine einmalige Sicht auf Lateinamerika, wo eine stille Revolution stattfindet, wo demokratisch gewählte Präsidenten es wagen die Macht der USA zu trotzen, in dem sie das Geld für den „Krieg gegen Drogen“ und die aufgezwungenen Strukturveränderungen des Internationalen Währungsfonds ablehnen und damit Geschichte schreiben.
Oliver Stone hat Lula da Silva aus Brasilien, Argentiniens Christina Kirchner und ihren Ehemann und ex Präsidenten Nestor Kirchner, Ekuadors Rafael Correa, Fernando Lugo aus Paraguay, Evo Morales aus Bolivien, Fidel Castro aus Kuba und Hugo Chavez aus Venezuela ausführlich interviewt und zu Wort kommen lassen, alles Staatsführer die sich dazu verpflichtet haben, die Wirtschaft ihre Länder zu stärken, ohne die Einmischung der USA.
Hier der Trailer zum Film:
Verwandter Artikel: Wirtschaftskiller II: Der Wandel in Südamerika
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Sonntag, 11. April 2010
Neu Beweise zeigen, Kissinger war im Mordkomplott involviert
Was man schon lange vermutet hat, kann nur bewiesen werden. Als US-Aussenminister war Henry Kissinger an der Operation Condor indirekt beteiligt und hat Warnungen an drei südamerikanische Länder, die Mordaufträge NICHT auszuführen, verhindert. Das hat eine private Forschungsgruppe in Dokumenten aus dem Jahre 1976 herausgefunden. Fünf Tage später wurde der chilenische Dissident und ehemalige chilenische Aussenminister Orlando Letelier und sein Kollege Ronni Karpen Moffitt in Washington DC durch einen Autobombenanschlag ermordet.
Das Dokument mit Datum 16. September 1976 wurde unter zehntausend anderen als geheim eingestuften des Aussenministeriums im National Security Archive durch eine gemeinnützige Forschungsorganisation gefunden, die der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden.
Im Jahre 1976 haben die faschistischen Diktaturen, welche von Washington gestützt wurden, Chile, Argentinien und Uruguay, ein Programm zur „Ausschaltung“ von Dissidenten durchgeführt, welches unter dem Namen „Operation Condor“ lief. Dabei wurden die Führer der politischen Opposition in Lateinamerika, Europa und den Vereinigten Staaten gezielt ermordet.
Das im Archiv gefundene Dokument führt eine Reihe von Instruktionen von Kissinger an seine obersten Berater für Südamerika auf.
Laut der Depesche aus dem Jahre 1976, hat das US-Aussenministerium die drei oben genannten Länder gewarnt, keine Morde mehr auszuführen. Der Text sagt, ABER, „der Aussenminister verweigert die Erlaubnis die Nachricht an Montevideo weiterzuleiten und hat befohlen, dass keine weiteren Massnahmen in dieser Sache ergriffen werden sollen.“
Zu diesem Zeitpunkt machten sich die Killer nach Washington auf den Weg.
„Die Depesche vom 16. September ist das fehlende Glied im historischen Puzzle über die Rolle von Kissinger in der Aktion und Nichtaktion der US-Regierung, nach dem sie vom Condor Mordkomplott erfuhr,“ sagte Peter Kornbluh, der leitende Analyst für das National Security Archive was Chile betrifft ist und Autor des Buches: "The Pinochet File: A Declassified Dossier on Atrocity and Accountability."
“Das Dokument bestätigt, dass es in Kissingers völlige Verantwortung lag, den Befehl zum Aufhören und Beenden der Mordaufträge an die Condor-Killer von ihm verhindert wurde,“ sagte Kornbluh. Es war Kissinger der den Befehl gab alle diplomatischen Bemühungen zu beenden, um die Demarche auszuhändigen und ein Ende der Condor Mordoperation zu verlangen.
In einer Verlautbarung als Antwort sagte Kissinger, Kornbluh würde die Bedeutung des Telegrams „verdrehen“ und es wäre nicht so gemeint wie von ihm beschrieben.
Am 21. September 1976 haben Agenten des chilenischen Generals Augusto Pinochet eine Bombe unter das Auto von Letelier gelegt und es in den Strassen von Washington DC gezündet, der einer der lautstärksten Kritiker der Pinochet-Diktatur war.
In einem Leserbrief vom 17. Dezember 2004 an die Los Angeles Times schrieb Leteliers Sohn Francisco, dass der Mord an seinem Vater Teil der Operation Condor gewesen sei, den er als geheimdienstliches Netzwerk von sechs südamerikanischen Diktaturen dieser Ära beschrieb, die ihre Dissidenten eliminierten. Darin hob er hervor, dass Pinochet niemals für seine Beteiligung an der Operation Condor angeklagt wurde. Francisco Letelier betonte: „Der Mörder meines Vaters war Teil der Operation Condor.“
Der abgesprungene Agent des israelischen Geheimdienstes Mossad, Victor Ostrovski, berichtete in seinem Buch "Der Mossad", dass chilenische DINA-Agenten, vor dem Mord an Letelier, in Israel in Terror-, Verhör- und Foltermethoden ausgebildet worden waren. Diese Ausbildung fand auf der ehemaligen Luftwaffenbasis Kfar Sirkin bei Tel Aviv statt. Als Verbindungsmann zwischen der chilenischen Diktatur und dem Mossad diente der Chef der DINA, General Contreras.
Wegen seiner aktiven Verhinderung des Mordanschlages und anderer Verbrechen im Zusammenhang mit den Taten der faschistischen Diktaturen in Südamerika und dem Putsch der Militärjunta gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Chiles, Salvador Allende, gibt es schon lange die Forderungen der Anwälte von Opfern, Kissinger müsste an die südamerikanischen Länder ausgeliefert werden, um sich für seine Mitbeteiligung zu verantworten.
Der BBC-Film "Trials Of Henry Kissinger - Die Verfahren gegen Henry Kissinger"
zeigt die grössten Verbrechen dieses internationalen Kriminellen auf:
Verwandte Artikel: Kissinger droht dem Iran mit Regimewechsel, Der Angriff gegen den Iran ist wegen Öl
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Mittwoch, 20. Januar 2010
Haiti hat riesige Ölreserven und Uran
Jetzt wissen wir warum die Amerikaner möglicherweise so einen Aufwand wegen Haiti betreiben und eine ganze Armee dort hingeschickt haben, das Land hat riesige Ölreserven und andere wichtige Rohstoffe. Bereits am 19. Oktober 2008 berichtete ich „Grosse Ölreserven in Kuba gefunden" und Haiti liegt ja nur 80 Kilometer von Kuba entfernt, durch die Winward-Passage getrennt. Es sieht so aus, wie wenn die beiden Karibikinseln auf einem riesigen Ölfass sitzen und deshalb das Interesse der US-Regierung und des Pentagon so gross ist den Haitianern zu "helfen".
Die beiden Wissenschaftler Daniel und Ginette Mathurin haben im Januar 2008 ausgesagt, unter Haiti gibt es grosse Erdölvorkommen, sowie strategisch wichtige Erze. Könnte diese Tatsache das wirkliche Motiv für die „Besetzung” und Übernahme der Kontrolle durch 10'000 US-Soldaten sein?
Der Artikel erschien am 28. Januar 2008 auf der haitianischen Webseite von RadioMetropol. Ich versuche es aus dem Französischen zu übersetzen. Dort steht:
Haiti ist voller Öl sagen Daniel und Ginette Mathurin
Die Wissenschaftler Daniel und Ginette Mathurin haben darauf hingewiesen, dass unter dem haitianischen Boden es sehr viel Erdöl gibt, das von haitianischen und ausländischen Experten entdeckt wurde. „Wir haben 20 Stellen mit Ölvorkommen identifiziert“ sagt Daniel Mathurin und meint, dass 5 davon von Experten und Politikern als sehr wichtig angesehen werden.
Das Zentralplateau, einschliesslich der Region Thomond, -der Ebene Cul-de-sac und die Bucht von Port-au-Prince, sind voll von Erdöl, sagt er und fügte hinzu, dass die Ölreserven von Haiti grösser seien als die von Venezuela. „Haiti habe zum Vergleich so viel mehr Erdöl als Venezuela, wie ein Glas Wasser und ein olympisches Schwimmbecken.“
Venezuela ist zur Erinnerung einer der grössten Ölproduzenten der Welt.
Daniel Mathurin sagt, dass die Untersuchungen von mehreren früheren Regierungen es ermöglicht haben, die Existenz dieser grossen Vorkommen an Öl zu überprüfen. Er erinnert an ein Dokument der Lavalas-Partei, welche im Jahr 2004 an die Macht kam, wo die Zahl der Standorte für Kohlenwasserstoffe in Haiti angegeben waren.
Laut Daniel und Ginette Mathurin, enthält die Seenregion bei den Städten Thomazeau und Cornillon auch grosse Vorkommen an Öl.
Auf die Frage, warum diese Gebiete noch nicht ausgebeutet wurden, sagte Ginette Mathurin, dass diese Ablagerungen als strategischen Reserven der Vereinigten Staaten von Amerika angesehen werden. Er äusserte sein Unverständnis für diese Situation, erinnert aber daran, dass die Karibik als der Hinterhof der Vereinigten Staaten gelten.
Daniel und Ginette Mathurin weisen darauf hin, dass die US-Regierung im Jahre 2005 die Nutzung der strategischen Reserven der Vereinigten Staaten erlaubt hätten. Dieser Zugang muss von haitianischen Politikern für Verhandlungen mit den US-Konzernen genutzt werden, um die Lagerstätten auszubeuten, fügt Daniel Mathurin hinzu.
Experten sagen, dass die Regierung von Jean Claude Duvalier die Existenz der grossen Ölfelder in der Bucht von of Port-au-Prince kurz vor ihrem Sturz bestätigt hätten.
Dazu kommt noch, so Daniel und Ginette Mathurin, dass auf Haiti es Uran 238 und 235 in verschiedenen Regionen gäbe, einschliesslich Zirconium im Jacmel Gebiet. Uran wird für Atomkraftwerke zur Stromproduktion verwendet.
Anmerkung: Eine wichtige Verwendung für Zirconium sind die aus Zircaloy hergestellten Hüllen der Uran-Brennelemente in Kernkraftwerken.
Jetzt ist die Frage berechtigt, wenn die Regierungen von Haiti schon lange wissen, das Land sitzt auf riesigen Ölreserven, warum haben sie es nicht schon längst gefördert, damit das Land und die Bevölkerung endlich aus der Armut kommt?
Antwort: Weil die USA es ihnen nicht erlauben!
Ich erklär euch jetzt die geopolitische Strategie Washingtons, die komplett von den Ölkonzernen und Wall Street dominiert wird. Wenn die USA ein Land wegen der Bodenschätze erobert, dann geht es NIE darum das Öl zu holen, sondern darum, dass es NICHT gefördert wird. Es ist genau umgekehrt wie man denkt. Es gibt mehr als genung Öl auf der Welt. Deshalb darf nicht jeder der Öl hat es einfach fördern und verkaufen. Das verdirbt den Ölpreis und ausserdem wären dann die Länder unabhängig und reich. Das darf nicht sein.
Wer sich nicht an diese Regel hält wird platt gemacht. Also müssen sich die Länder entweder daran halten und sich von Amerika dominieren lassen, wie die Emirate, Saudi Arabien, Nigeria usw., oder sie werden "demoraktisiert", heisst die Marines marschieren ein. Venezuela und der Iran lassen sich nichts vorschreiben, deshalb sind sie die "bösen" und werden bedroht.
Das war der Fehler von Saddam Hussein und deshalb musste er weg. Seit dem die USA den Irak überfallen haben, ist die Ölförderung auf ein Drittel gesunken. Nicht weil es technisch nicht möglich wäre, sondern weil es nicht gewollt ist. Saddam überflutete den Markt und der Ölpreis war auf einem Rekordtief von unter 25 Dollar. Ausserdem akzeptierte er nur noch Euros. Das war aus Sicht Washingtons existenzbedrohend.
Genau so ist es in Afghanistan. Es geht dort schon um eine Pipeline vom Kaspischen Meer zum Indischen Ozean, aber nicht darum sie zu bauen, sondern sie NICHT zu bauen. Die Taliban wollten 2001 mit den Chinesen diese errichten, das musste verhindert werden. Wenn es den Amerikanern wirklich um den Bau ginge, dann hätten sie es in den 9 Jahren der Besatzung schon längt realisiert, tun sie aber nicht.
Die US-Regierung tut auch alles um die Pipeline vom Iran über Pakistan nach Indien und China zu verhindern, so wie sie die Northstream von Russland nach Deutschland sabotieren. Im Gegenzug schaffen die Chinesen in einer Rekordzeit von nur einem Jahr eine Pipeline von Kasachstan nach China zu bauen, die gerade eröffnet wurde.
Die Länder der Welt müssen von den amerikanischen Ölkonzernen abhängig sein und die hohen Marktpreise die sie alleine bestimmen zahlen ... und das noch in Dollars. Jeder der aus der Reihe tanzt wird bestraft.
Und mit den strategischen Ölreserven der USA läuft es so, die werden im Boden gelassen. Amerika hat viele Felder, wie in Alaska, die nicht angezapft werden. Ein Feld dort könnte alleine die USA für 200 Jahre versorgen. Auf ihren eigenen Öl sitzen sie, das rühren sie nicht an.
Die Amis sind ja nicht so blöd und verbrauchen ihr eigenes Öl. Das bleibt schön drin für später. Die nehmen sich das Erdöl viel lieber von weither und bezahlen mit wertlosen Dollars, die sie selber drucken. Damit bekommen sie es gratis. Gleichzeitig erschöpfen sie die Quellen der anderen. Am Schluss haben sie alleine nur noch Reserven. Und Haiti vor der Haustür wird als Teil dieser Strategie betrachtet.
Es geht bei allem was auf der Welt passiert nur um Geld, Macht und Kontrolle.
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Dienstag, 19. Januar 2010
Wie heuchlerisch die US-Hilfe für Haiti ist
Es ist schon bemerkenswert, was für einen militärischen Aufwand die US-Regierung wegen Haiti auf die Beine stellt, wegen einer angeblichen Hilfe für Haiti. Man muss dem venezolanischen Präsident Chavez und französischen Kooperationsminister Alain Joyandet in ihrer Aussage Recht geben, es geht den Amerikaner wirklich nur um einen strategischen Schachzug, um eine Eroberung und nicht wirklich um Katastrophenhilfe für die notleidenden Menschen.
Der US-Machtapparat macht nichts aus Selbstlosigkeit, haben sie noch nie, sondern immer mit einem Hintergedanken ... und die Rosinenbomber der Berliner Luftbrücke gehören dazu, nur dass das mal klar ist. Noch so ein Märchen über Selbstlosigkeit.
Schauen wir uns die bisherige Entwicklungshilfe der US-Regierung für Haiti an, eines der ärmsten Länder der Welt, vor der Haustür sozusagen, ein Nachbar, um den man sich eher kümmern müsste als andere Länder.
Hier eine Grafik des USAID und US-Aussenministeriums über die geleistete Entwicklungshilfe für das Jahr 2008:
Was sehen wir?
Israel steht an 1. Stelle mit fast 2,4 Milliarden Dollar. Die sind ja auch wirklich sehr arm und unterentwickelt, deshalb ist das völlig berechtigt. Dazu kommt noch die ganze Rüstungshilfe in zweistelligen Milliarden an Israel, weil sie ja durch die Steinschleudern und besseren Feuerwerksraketen der Palästinenser so bedroht sind. Und dann noch die Kreditgarantien der USA und sonstigen Geschenke.
Das heisst, von den 26 Milliarden Dollar welche die USA an alle 290 Länder der Welt im Jahre 2008 verteilte, bekam Israel fast 10 Prozent. Wenn man alle Zahlungen zusammenrechnet, ist der Anteil erheblich grösser. Warum diese ausserordentliche Bevorteilung? Gibt es in Israel dauernd Naturkatastrophen, die alles zerstören oder leben die Menschen in bitterer Armut?
Nein, in Gaza wurde alles durch einen Bombenhagel durch Israel zerstört, mit amerikanischen Waffen. Und die Hilfslieferungen an die Palästinenser werden systematisch blockiert, die leben völlig im Elend. Diese unmenschliche Blockadepolitik Israels wird dann noch von den USA und Deutschland unterstützt.
Deutschland gab 2008 übrigen ca. fast 14 Milliarden Dollar aus und steht damit geldmässig an zweiter Stelle auf der Welt. Wie viel davon nach Israel geht wollen wir dieses mal gar nicht beleuchten. Sicher mehr als genug.
Am meisten Entwicklungshilfe pro Nationaleinkommen gibt übrigens Schweden aus, mit 0,98 Prozent. Deutschland nur 0,38 Prozent und die USA noch weniger mit 0,18 Prozent.
Und wie viel bekam Haiti von den USA?
Lächerlich wenig Entwicklungshilfe, nur insgesamt $287 Millionen und steht nicht mal unter den ersten 15 auf der Liste der Empfangsländer. Das heisst, für die USA war Haiti nie eine Priorität, stand ganz weit hinten. Aber jetzt plötzlich ein riesen Theater, in dem gleich drei Präsidenten, ja drei, Obama, Clinton und Bush, sich um diese armen Menschen kümmern und das Pentagon eine ganze Armee und eine Flotte hinschickt.
Wenn man sich die Liste anschaut, dann sind das hauptsächlich Länder wo die US-Regierung globale strategische Interessen hat, wie Georgien oder der Sudan, oder wo sie Kriege führt. Eindeutig geht es nicht nach Bedürftigkeit oder Armut.
Und genau so verhält es sich was Haiti betrifft. Die Amerikaner haben sich nie wirklich im positiven Sinne um das Land gekümmert. Negativ schon, durch Ausbeutung und Aufrechterhaltung von blutrünstigen und korrupten Diktatoren. Die US-Regierungen sind die Hauptschuldigen für den katastrophalen Zustand von Haiti, bereits vor dem Erdbeben.
Jetzt haben sie einfach die Gelegenheit beim Schopf gepackt und nach Naomi Kleins These der "Schockdoktrin", eine permanente Eroberung vor, die Errichtung einer Sprungbasis für militärische Operationen gegen Südamerika.
Wir wissen seit dem II. WK, wenn man die Amis mal als "Befreier" im Land hat, dann wird man sie nie mehr los. Deutschland, Japan, Südkorea usw. können ein Lied davon singen. Nach 60 Jahren hocken die immer noch da. Was machen die 75'000 US-Besatzungssoldaten noch in Deutschland? Von wem müssen sie die Deutschen beschützen? Die böse Sowjetunion und die kommunistische Bedrohung gibst ja schon seit 20 Jahren nicht mehr. Und die Deutschen bezahlen auch noch ihre eigene Besatzung. Nicht zu fassen! Deshab ist die Ausrede wegen "Arbeitsplätze" völliger Blödsinn. Das Geld das man einspart kann man für etwas besseres verwenden und Souveränität ist sowieso das höchste Gut.
Deshalb, die "Hilfe" der USA jetzt für Haiti ist eine riesen Heuchelei, hat mit wirklicher selbstloser Katastrophenhilfe nichts zu tun. Sie haben den perfekten Grund gefunden ohne den üblichen Krieg ein Land zu erobern und können sich noch als "Menschenfreunde" verkaufen.
Für die Haitianer ist die Präsenz von US-Soldaten nichts ungewöhnliches. Zuletzt kamen die US-Marines 2004 ins Land, als der damalige Präsident Jean-Bertrand Aristide inmitten gewaltsamer Unruhen und Korruptionsvorwürfe gegen seine Regierung aus dem Amt gedrängt wurde. Und Haiti war übrigens von den USA schon mal besetzt. US-Präsident Woodrow Wilson befahl 1915 die Besetzung des Landes, die bis 1934 andauerte.
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Chavez sagt, die USA besetzen Haiti unter dem Vorwand der Hilfe
Der venezolanische Präsident Hugo Chavez beschuldigt die Vereinigten Staaten, sie benutzen das Erbeben auf Haiti als Vorwand um das zerstörte karibische Land zu besetzen.
"Ich habe gelesen, 3’000 Soldaten sollen ankommen, Marines die mit Gewehren bewaffnet sind, wie wenn sie in den Krieg ziehen. Es gibt keinen Mangel an Waffen dort, mein Gott. Ärzte, Medizin, Brennstoff, Feldspitäler, dass ist es was die Vereinigten Staaten schicken sollen. Sie besetzen Haiti verdeckt."
“Dazu kommt noch, man sieht sie nicht auf den Strassen. Bergen sie Leichen? ... Suchen sie nach Verletzten? Man sieht sie nicht. Ich hab sie nicht gesehen. Wo sind sie?”
Chavez versprach so viel Treibstoff wie Haiti für die Stromproduktion und Transport benötigt zu senden.
Chavez sagte, er will die humanitäre Hilfe der USA nicht schmälern und stellt nur die Notwendigkeit von so viel Truppen in Frage.
Die Vereinigten Staaten entsenden mittlerweile 10’000 Marines und Soldaten nach Haiti und ein Spitalschiff soll später in der Woche ankommen.
Der Präsident des Landes sagte, die US-Truppen sollen die Ordnung in Haiti aufrechterhalten.
Venezuela hat mehrere Flugzeuge mit Ärzte, Hilfe und einigen Soldaten nach Haiti geschickt. Eine russisch-venezolanische Mission brachte weitere Hilfsgüter mit russischen Transportflugzeugen.
Chavez sagte, die Flugzeuge aus Venezuela waren die ersten welche auf Haiti nach dem Erdbeben der Stärke 7,0 am Dienstag vor einer Woche gelandet sind.
Die zwielichtige Rolle der USA
Immer mehr Regierungen und Hilfsorganisationen beschweren sich über das "Krisenmanagement" der USA. Seit der Übernahme des Flughafens von Port-au-Prince durch das US-Militär, werden Flugzeuge voller Hilfsgüter abgewiesen und müssen in der benachbarten Dominikanische Republik landen und die Helfer und Güter müssen über Land reingebracht werden. Tonnenweise Nahrungsmittel, Wasser, Medizin und Geräte stapeln sich am Flughafen und werden nur wenig verteilt. Die Amerikaner sind hauptsächlich damit beschäftigt ihre eigenen Staatsbürger zu evakuieren, statt den notleidenden Haitianern zu helfen.
Wie gut die US-Regierung in der Katastrophenhilfe ist, sieht man ja daran, was sie in ihrem eigenen Land mit New Orleans nach Katrina gemacht haben. Nichts. Die eigenen Landsleute, hauptsächlich Schwarze, haben sie verreckt lassen und die Stadt sieht nach fünf Jahren immer noch wie ein Trümmerhaufen aus. Das einzige was gut funktionierte war das Kriegsrecht, welches über die Stadt verhängt wurde, als Soldaten und angeheuerte Söldner von Blackwater die Zurückgebliebenen aus ihren Häusern vertrieben und die Villenviertel der Reichen schützten.
Die Berichte über Unruhen in Port-au-Prince, die ein massives militärisches Eingreifen der USA notwendig macht, scheinen übertrieben zu sein. "Ich habe keinerlei Plünderungen oder Gewalttätigkeiten erlebt: sagte der Korrespondent des Tages-Anzeiger Sandro Benini.
Französischer Minister stimmt Chavez zu
Die UNO muss die dominante Rolle der USA in Haiti untersuchen und richtigstellen, sagte "Kooperationsminister" Alain Joyandet am Montag, in dem er betonte, bei den internationalen Bemühungen geht es um Hilfe und nicht um "Besatzung".
Das US-Militär hat vergangene Woche ein französisches Flugzeug mit einem Feldspital die Landung verweigert, was die Beschwerde des Ministers auslöste.
Joyandet sagte in Brüssel bei einem EU-Treffen wegen Haiti, "Es geht darum Haiti zu helfen und nicht um es zu besetzen."
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Freitag, 15. Januar 2010
Hilft die Niederlande den USA im zukünftigen Krieg gegen Venezuela?
Der venezolanische Präsident Chávez hat die Niederlande beschuldigt, sie wären an der Planung einer US-Invasion seines Landes beteiligt. Der Grund für diese Aussage ist, die Amerikaner benutzen Aruba und Curaçao als Basis für Spionageflüge über Venezuela, die als Überwachungsflüge im „Krieg gegen Drogen“ getarnt sind.Die Inseln der Niederländischen Antillen liegen nur ca. 40 km vor der Küste Venezuelas und die Amerikaner haben dort Militärpersonal und Marineeinheiten stationiert. So soll eine Boeing RC-135 täglich in den Luftraum von Venezuela eindringen. Das hat die venezolanische Regierung veranlasst die Niederlande zu beschuldigen, sie würden zu den militärischen Spannungen in der Region beitragen.
Aber Venezuela wird auch von Kolumbien her von den Amerikanern bedroht. Am 20. Dezember 2009 hat eine unbemannte US-Spionagedrohne den venezolanischen Luftraum verletzt, worauf Chávez das Militär in Alarmbereitschaft setze und den Befehl gab in Zukunft jedes Flugzeug abzuschiessen. Während seiner wöchentlichen Fernsehansprache sagte Chávez, die Maschine wäre über die venezolanische Militärbasis im westlichen Bundesstaat Zulia geflogen, nach dem sie im benachbarten Kolumbien gestartet war.
“Das sind Yankees. Sie dringen in Venezuela ein,” sagte er.„Ich habe befohlen sie abzuschiessen. Wir können das nicht erlauben.“
Chávez wirft den USA offen vor, einen Krieg gegen Venezuela vorzubereiten. Dabei kritisiert er vor allem ein Militärabkommen zwischen dem konservativ regierten Kolumbien und den USA, in dem mindestens fünf US-Stützpunkten in dem Nachbarland Venezuelas neu errichtet wurden. Während Kolumbien und die USA die Kooperation mit der Ausrede begründen, es gehe um den Kampf gegen den Drogenhandel, sieht Caracas darin eine gezielte Aggression. Das kolumbianische Militär wurde vom Pentagon massiv in den letzten Jahren aufgerüstet und gibt sagenhafte 5 Prozent des BIP für das Militär aus. Für was? Um einige Drogenhändler zu schnappen? Lächerlich.
Ein weiter Zwischenfall ereignete sich am 8. Januar 2010, als ein US-Flugzeug über dem Hoheitsgebiet des Landes sich aufhielt und von zwei venezolanischen F-16-Kampfjets „abgefangen“ und zum Verlassen des Luftraumes gezwungen wurde. Bei der Maschine handelte es sich laut Chávez um eine viermotorige Lockheed P-3 Orion, die als Aufklärer dient. Sie sei von Curaçao gestartet und am Freitag um 12.55 Uhr (Ortszeit) in Venezuelas Luftraum eingedrungen. Das Flugzeug sei dann von den F-16 Kampfjets „eskortiert“ worden und habe nach Norden abgedreht, sei aber um 13.37 Uhr wieder kurzzeitig zurückgekehrt.
„Das sind Kriegsflugzeuge, die für den imperialen Krieg genutzt werden. Es handelt sich nicht, wie sie sagen, um Spezialflugzeuge für den Kampf gegen den Drogenhandel“, sagte Chávez, der den USA und den Niederlanden vorwarf, sie wollten Venezuela provozieren, um einen Vorwand für eine Intervention zu finden. Offensichtlich wird Venezuela von mehren Seiten eingekreist.
Nach den Äusserungen von Chávez wurde der venezolanische Botschafter in das niederländische Aussenministerium einbestellt, erklärte deren Sprecher Bart Rijs, um die Behauptungen zu erklären. Rijs bestätigte aber, US-Soldaten benutzen tatsächlich die zivilen Flugplätze von Curaçao and Aruba, aber "nur" im Kampf gegen den Drogenhandel.
In den Niederlanden regt sich deswegen die Opposition und der Abgeordnete der Sozialisten Harry van Bommel (SP) fragte den Aussenminister Maxime Verhagen, ob ihm bekannt sei, dass amerikanische Flugzeuge regelmässig Spionageflüge vom Flughafen Hato durchführen und ob die Niederlande an Operationen gegen Venezuela beteiligt ist. Er stellte folgende konkrete Fragen an den Aussenminister:
1. Sind Sie damit einverstanden, dass die Spannungen zwischen Kolumbien und Venezuela und die Gefahr wächst, dass die Niederlande in diesem Konflikt beteiligt wird? Wenn nein, warum nicht?
2. Stimmt es, dass ein US Boeing RC-135 über mehrere Wochen tägliche einen Flug von Hato Airport in Willemstad Curaçao nach Venezuela durchführt, um in grosser Höhe Spionage zu betreiben?
3. Wie lange ist die Boeing RC-135 bereits im Einsatz? Welche rechtlichen Rahmenbedingungen gibt es dafür?
4. Können Sie sagen, wie viele US-Kriegsschiffe den Hafen von Willemstad in den letzten vier Jahren besucht haben? Stimmt es, dass es Schiffe der vierten US-Flotte sind?
5. Ist es wahr, dass Sie den venezolanischen Botschafter vorgeladen haben? Was ist der Grund?
6. Teilen Sie die Ansicht einiger Parteien, die Niederländischen Antillen sollen Friedensgespräche zwischen Kolumbien und Venezuela einleiten? Wenn nein, warum nicht? Wenn ja, wie können Sie diese beschleunigen?
Aber Aussenminister Verhagen äussert sich nicht dazu, was das US-Militärpersonal wirklich auf Aruba and Curaçao macht.
Von mehreren bekannten Autoren, wie Noam Chomsky und Eva Golinger, wurde bereits hingewiesen, dass es sich beim sogenannte "Krieg gegen den Drogenhandel" nicht wirklich um die Bekämpfung des Schmuggels handelt, sondern um einen Kreuzzug gegen die marxistischen Rebellenbewegungen in Südamerika und um das Ausspionieren der Ländern die nicht nach der Pfeife von Washington tanzen. Seit Beginn des Krieges gegen die Drogen hat tatsächlich mehr Schmuggel nach Amerika und mehr Drogenkonsum dort stattgefunden. Dieser "Kampf" ist ja auch nur eine Show für die Öffentlichkeit.
Der Begriff CIA ist bekanntlich die Abkürzung für "Cocain Import Agency".
Die konservative niederländische Regierung hat in den letzten Jahren alles getan um sich am amerikanischen Imperialismus zu beteiligen. Sie sind Bush in den Arsch gekrochen und Premierminister Balkenende befürwortete die illegale Invasion des Irak, der völlig auf Lügen basiert. Die Niederländer haben Truppen in Afghanistan, die offiziell genau wie die Deutschen nur "Aufbauhilfe" leisten, aber tatsächlich genau so dort einen Krieg gegen die Bevölkerung führen und das korrupte Regime von Karzai aufrecht erhalten, wie alle anderen NATO-Staaten auch.
Wenn Amerika was will, dann springt die eifrige niederländische Regierung sofort. Sieht man ja daran, wie schnell sie die Nacktscanner am Flughafen Schiphol eingeführt haben, wegen diesem "misslungenen" Anschlag des Unterhosenbomber. Und weil man so schön brav ist, stehen die Niederländischen Antillen nicht mehr auf der schwarzen Liste der Steuerparadiese der Amerikaner.
Im Jahre 2006 fand ein internationales Militärmanöver auf dem Gebiet der Niederländischen Antillen statt, genannt Joint Caribbean Lio. Am Manöver waren neben den Niederlanden auch die USA, Kanada, Frankreich und Belgien beteiligt. Die USA waren mit dem Flugzeugträger USS George Washington, dem amphibischen Landungsschiff USS Fort McHenry und der Fregatte USS Taylor vertreten. Geführt wurde der amerikanische Verband allerdings nicht vom Träger, sondern vom multifunktionalen Landungsschiff USS Bataan unter dem Befehl von Commodore Capt. Donna Looney, Kommandeur des Amphibious Squadron 2.
Das Aufgebot umfasste über 4500 Soldaten, davon 2000 Amerikaner. Darüber hinaus wurden Panzer, mehrere Fregatten anderer Nationen, F-16-Kampfjets und ein Unterseeboot eingesetzt. Das Szenario des Manövers umfasst eine amphibische Landungsoperation auf der Insel Curaçao. Was sagt uns das?
Venezuela, das mit Beobachtern beim Manöver vertreten war, sah im Manöver eine Provokation. Warum sollen NATO-Soldaten nur 40 Kilometer vor der Küste Venezuelas eine Invasion üben? Diese Aktion in geografischer Nähe stellt ganz klar eine Bedrohung für die Sicherheit des Landes dar. Ausserdem ist für Venezuela unklar, ob alle Leopard-2-Panzer und Soldaten nach Abschluss der Übung wieder abgezogen wurden.
Auch die US-Navy mit ihrer 4. Flotte ist wieder seit 1. Juli 2008 neu geschaffen worden und in der Karibik stationiert, nach dem sie 1950 aufgelöst wurde. Sie besteht aus Schiffe, Flugzeuge und U-Boote rund um die beiden Amphibischen Angriffsschiffe USS Kearsarge und USS Boxer, haben also reinen offensivem Karakter.
Die Regierungen von Argentinien und Brasilien haben deshalb formell in Washington angefragt, warum diese Kampfeinheit wieder aufgestellt wurde und was denn die Mission des Flottenverbandes sein soll. Ziel der Amerikaner ist es ganz klar, die Karibik und die südamerikanischen Gewässer per Kanonenbootdiplomatie zu bedrohen.
Offensichtlich spielt die Niederlande mit ihrem Inselterritorium eine Art Brückenkopf, von dem die Amerikaner gegen jeden den sie als "Feind" betrachten losschlagen können. Was jetzt abläuft sind Provokationen um die Reaktion der Venezolaner zu testen und um einen Grund zu finden zuzuschlagen. Es muss ja nur wirklich ein eindringendes Flugzeug durch die Venezolaner abgeschossen werden, dann ist der Casus Belli da. Wenn nur ein US-Boy stirbt, ist das schon ein Kriegsgrund.
Die Sozialistische Partei (SP) der Niederlande ist die einzige welche sich gegen die Kriege stellt und jetzt fragt, was in der Karibik eigentlich los ist. Sie ist seit 1994 als Oppositionspartei in der Zweiten Kammer, dem Unterhaus des niederländischen Parlaments, vertreten, seit 2003 stellt sie dort die drittstärkste Fraktion. Sie ist auch die einzige Partei, welche die Vereinbarung über die Stationierung von US-Militär vor der Küste Venezuelas in Frage stellt und einen Verlängerung ablehnt.
Eins ist klar, dem US-Machtapparat ist Chávez und die anderen linken Regierungen in Südamerika schon lange ein Dorn im Auge und deshalb haben sie dort was vor. Schliesslich kann man nicht zulassen, dass so jemand auf riesigen Ölreserven sitzt und nicht das tut was man ihm sagt. Die CIA hat nicht umsonst mehrfach versucht Chávez zu beseitigen. Zuerst haben sie probiert ihn zu bestechen, dann vergeblich einen Putsch durchgeführt, dann versucht ihn zu ermorden, wie er in seinem Buch geschrieben hat, aber bisher war alles ohne Erfolg. Jetzt kommt bald der letzte Schritt, jetzt muss die Kavaliere, sprich die Marines kommen.
Die Amerikaner gehen nämlich immer in vier Schritten vor, wenn sie die Bodenschätze eine Landes wollen. Zuerst versucht man einen Präsident zu kaufen, um ihn als hörigen Befehlsempfänger von Washington zu gewinnen. Das klappt meistens und die korrupten Politiker sacken die Millionen ein und arbeiten gegen das Volk das sie gewählt hat, so wie bei uns.
Wenn sich dieser aber nicht bestechen lässt, kommt der zweite Schritt, die Verleumdung und Beschuldigung, er stelle ein grosse Gefahr für die Welt dar. Es kommt die Einordnung in die "Achse des Bösen" und man schürt Aufstände oder inszeniert einen Umsturz durch die „Opposition“. Wenn das nicht funktioniert, dann wird ein Mordanschlag verübt um ihn zu beseitigen.
Wenn der Unliebsame aber sogar das überlebt, dann müssen die Soldaten kommen. Dann hat dieser pöse pöse „Diktator“ ganz sicher Massenvernichtungswaffen, oder er behindert die Opposition, unterdrückt Frauen oder frisst Babys, und man muss das Land „demokratisieren“, Made in the USA, mit „Shock and Aw“ alles zerbomben und dann folgt eine Invasion. Davon kann Saddam Hussein im Paradies ein Lied singen und genau so geht man gegen Ahmadinedschad im Iran schon länger vor. Ist Standardpraxis bei den Weltverbrechern.
Um das alles an die gutgläubigen Weltgemeinschaft zu verkaufen gibt es PR-Agenturen, die für viel Geld dann die entsprechende Propaganda über die Medien in die Köpfe trichtern und die politisch korrekte Meinung bilden. Ja dann kommen bezahlte Schauspieler und verkünden im TV wie schlimm doch dieser Despot ist und man muss unbedingt was tun. Dann glauben die ganzen Schlafschafe, ja der Saddam, oder Ahmadinedschad oder Putin oder der Chávez sind wirklich böse und wir der Westen müssen wieder einen "guten" Krieg führen, weil wir ja ach so moralisch sind.
Es hat sich unter Obama, reimt sich mit Osama, nichts verändert. Diese Marionette wird uns die Kriege schon verkaufen. Dafür wurde der "Friedensengel" ja eingestellt und ausgezeichnet, und die europäischen Vasallen machen willig mit. Und Erdöl gibt’s auch reichlich zu holen. Was für ein Zufall.
Noch so ein Zufall ist das hier: Die "Financial Schleim" Deutschland hat eine Liste der Kandidaten für einen Staatsbankrott veröffentlicht und Venezuela steht an erster Stelle! Da greift man sich an den Kopf, bei diesem Ölreichtum? So kann man auch jemand fertig machen, in dem man ihm die Kreditwürdigkeit kaputtmacht. Weil Präsident Hugo Chávez das Budgetdefizit verringern will, wertete er die heimische Währung um 50 Prozent ab. Die Finanzmafia ist deshalb wenig begeistert, wenn einer aus ihrer Versklavung und Zinsknechtschaft raus will. Offensichtlich läuft bereits ein Krieg auf der Finanzebene.
Heute Freitag wurde Venezuela von einem Erdbeben erschüttert, mit einer Stärke von 5,6 auf der Richterskala. Das Zentrum lag ca. 40 Kilometer westlich von Carupano. Bis jetzt sind keine Schäden oder Opfer gemeldet worden. Das Beben fand um 13:30 Uhr Lokalzeit statt. Der zuständige Direktor für den Katastrophenschutz Luis Diaz berichtete dem staatlichen TV, die Erschütterungen wurden in den Bundesstaaten Sucre, Anzoategui, Monagas und Bolivar gespürt. Der Gouverneur von Sucre, Enrique Maestre, rief die Bevölkerung zur Ruhe auf und sagte, es gebe keine Gebäudeschäden oder Verletzte.
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Labels: CIA, Karibik, Krieg, Südamerika, USA
Donnerstag, 16. April 2009
So sieht ein Zusammenbruch aus
Um zu sehen wie ein Zusammenbruch in der Zukunft möglicherweise bei uns aussehen könnte, muss man gar nicht so weit in die Vergangenheit gehen, sondern nur die jüngsten Bespiele in Südamerika und Afrika betrachten. Wer wissen will was eine Hyperinflation ist, muss sich nur anschauen was mit der Währung von Simbabwe passiert ist. Und wer wissen will wie der Kollaps einer ganzen Nation aussieht, kann die Wirtschaftskrise von Argentinien studieren. Es ist alles schon wo anders passiert und könnte auch bei uns bald so sein.
Die inoffizielle Inflationsrate in Simbabwe lag am 24. Oktober 2008 bei 10,2 Billiarden Prozent, ja das ist eine Zahl mit 15 Nullen. Das Cato Institute beziffert die Inflation am 31. Oktober 2008 auf 2,79 Trillionen Prozent (18 Nullen) und stieg am 7. November 2008 auf 215 Trillionen Prozent. Sie stieg am 14. November 2008 weiter auf 89,7 Trilliarden Prozent (21 Nullen). Im November 2008 vervielfachten sich die Preise bereits jeden Tag. Die Banknote mit dem höchsten Nominal war die 100-Milliarden-Dollar-Banknote, die Mitte Juli 2008 ausgegeben wurde. Am 16. Januar 2009 gaben staatliche Medien die Ausgabe einer Banknote mit dem Wert von 100 Billionen Simbabwe-Dollar bekannt. Am 21. Januar 2009 erreichte die Inflation nach Forbes Asia angeblich eine Rate von 6,5 Oktodezillionen Prozent (108 Nullen). Damit wäre die Hyperinflation in Simbabwe die höchste jemals erreichte Inflation.
Ein Land welches vor der Machtübernahme durch Mugabe eine blühende Landwirtschaft hatte und sogar Lebensmittel exportierte, wurde durch die völlig korrupte Regierung in den Ruin getrieben, komplette zerstört, kann seine eigene Bevölkerung nicht ernähren und jetzt verhungern die Menschen, leiden unter Epidemien und sind völlig verarmt.
Auf uns übertragen, müssen die ganzen Billionen welche die westlichen Regierungen zur Bankenrettung, Verstaatlichung und Wirtschaftsankurbelung ausgeben haben, früher oder später ebenfalls zu einer Hyperinflation führen. Denn, wenn die Geldmenge bei gleicher Warenmenge drastisch steigt, müssen die Preise explodieren.
Dann haben wir Argentinien, ein Land welches reich an Ressourcen, moderner Infrastruktur und gut ausgebildeten Menschen ist. Jeder der schon mal in Buenos Aires war hat festgestellt, es ist die europäischeste Stadt in Südamerika. Und trotzdem erlebte das Land eine Wirtschaftskollaps im Jahre 2001. Der Hauptgrund für diesen Kollaps waren die korrupten Politiker und die verbrecherischen Banken, welche sich verbündeten um das Land in eine massive Verschuldung zu führen.
Klingt doch alles sehr bekannt, oder?
Ja die beiden Länder sind wirtschaftlich viel schwächer als wir, aber diese Beispiele zeigen wie die gleichen Ursachen zum gleichen Resultat auch bei uns führen können.
Im Folgenden habe ich die Dokumentation aufgeschaltet welche sehr plastisch aufzeigt, wie ein Wirtschaftskollaps aussieht der in Argentinen stattfand. Der Bericht beschreibt die Proteste der Bevölkerung und wie die Menschen auf sich selber gestellt versuchen zu überleben. Die Mittelklasse wurde vernichtet und die Armen machten einen Anteil von 57.5 Prozent der Bevölkerung aus. Und letztes Jahr hat die argentinische Regierung die privaten Pensionskassen einfach verstaatlicht und das Guthaben der Sparer eingesackt, selbstverständlich mit der Ausrede, die Gelder müssen gesichert werden.
Lügende Politiker und die gierige Finanzmafia, eine massive Verschuldung mit gleichzeitigem Niedergang der Wirtschaft und stark steigender Arbeitslosigkeit ist genau was wir auch zurzeit erleben. Argentinien wurde systematisch vom internationalen Bankensystem ausgeplündert und vom IWF zerstört, ein Vorlauf was mit der ganzen Welt jetzt passiert.
Deshalb, so sieht ein Zusammenbruch aus:
Was passierte mit Argentinien?
Wie war es möglich, dass in so einem reichen Land die Menschen hungerten? Das Land wurde durch eine neue Form der Aggression geplündert, verübt in einer Zeit des Friedens und der Demokratie. Eine tägliche und stille Gewalt, die eine grosse soziale Verunsicherung verursachte. Mehr Auswanderung und Tod als während der Diktatur und dem Falklandkrieg.
Seit der Unabhängigkeit vor 200 Jahren, war die Auslandsverschuldung von Argentinien ein Grund für Verarmung und Korruption und grössten Skandalen. Seit der ersten Verhandlung durch Rivadavia im Jahre 1824 mit der britischen Baring Brothers Bank, wurden die Staatsschulden benutzt um die argentinischen Financiers zu bereichern, um die Finanzen zu kontrollieren und das Vermögen den Landes zu stehlen. Die Auslandsschulden gingen immer Hand in Hand mit dem Grosskonzernen und mit der Tatbeteiligung fast jeder Regierung, von Miter und Quintana, bis Menem und De La Rua.
Die Politik der Verschuldung half einer ganzen Generation von Technokraten und Bürokraten den Aufstieg, welche Banken und internationalen Konzernen gegenüber ihrem eigenen Land bevorzugten. Ausgebildet in Harvard, Chicago, Oxford oder Buenos Aires, hängen ihre Porträts in den offiziellen Galerien. Dort sieht man die Lobbyisten des 19. Jahrhunderts, die Verwalter der Verschuldung.
Die jetzige Verschuldung ist der uneheliche Abkömmling der Militärdiktatur aus den 70ger Jahren. Obwohl die Gerichte die betrügerische Herkunft der Schulden bestätigten, gewann der Druck des Establishments die Oberhand. Seitdem diktiert es die nationale Politik und stahl das öffentliche Erbe.
Die Allianz zwischen den ausländischen Banken und den Konzernen übernahm die Macht in Argentinien. Nach 7 Jahren neoliberaler Politik, hinterliess die Diktatur ein ausgeblutetes Land, gegenüber dem Ausland mit 45 Milliarden Dollar verschuldet, von dem aber die Hälfte privat war. 23 Milliarden davon schuldeten die multinationalen Konzerne im Lande, wie die Citibank, First Boston, Chase Manhattan, Bank of America, Banco de Italia, Banco, de Londres, Banco Espanol, Banco Frances, Deutsche Bank, Banco Rio, Banco Quimes, Banco Galicia und viele andere, sowie die Konzerne wie Esso, Fiat, IBM, Ford, Mercedes Benz, Swift, Pirelli, oder auch lokale Firmen. Eine überbordende private Verschuldung welche die obersten Bürokraten aus der Diktatur dem Land aufluden, wie Domingo Cavallo, der Superminister der Finanzen in der Regierung von Menem und De la Rua, ist er verantwortlich für die unendlich wachsende Verschuldung und der schlimmsten Plünderung welche die argentinische Bevölkerung erlitt.
Die Muttergesellschaften gaben Kredite an ihre Niederlassungen, also waren diese interne Bewegungen. Diese Kredite wurden der Staatsschuld hinzugefügt, obwohl sie tatsächlich intern zwischen den Gesellschaften waren. Dollars wurden im Land gekauft und auf Konten der USA eingezahlt. Mit dieser Hinterlegung bekam man einen Kredit um mehr Dollars zu kaufen usw. wegen dem Unterschied in den Zinsen. Dies nannte man Fahrrad-Fonds und viele wurden reich dabei. Die Hauptprofiteure waren die grossen Konzerne, wie immer.
Am Ende der Amtszeit von Alfonsin betrug die Auslandsverschuldung 54 Milliarden Dollar. Menem erlaubten den Kreditgebern zu bestimmen was ihnen geschuldet wurde. Der Kongress debattierte nie diese Schulden und ignorierten die Verfassung und die Beschlüsse der Gerichte. Zehn Jahre später erreichte die Verschuldung die Höhe von 120 Milliarden Dollar. Cavallo beschloss, dass die privaten Schulden durch den Staat übernommen werden.
1983 kam die Demokratie wieder ins Land, durch dem Radikalen Raul Alfonsin und seinem sozialdemokratischem Programm. Er versprach er würde die Menschenrechte verteidigen und die Armut bekämpfen, und wollte zeigen, dass in einer Demokratie „jeder eine Ausbildung, Versorgung und Essen bekommt.“ Aber der Staat war Bankrott und musste eine Entscheidung treffen. Der Wirtschaftsminister Grinspun schlug vor die Schulden abzuerkennen und favorisierte ein Wachstum. Aber Alfonsin zog nicht mit und gab der Finanzmacht nach. Er forderte eine Politik der Sparsamkeit, welche grosse Anstrengungen von jedem verlangte.
Diese drastische Massnahme nannte man „Plan Austral“. Wieder einmal wurden gigantische Summen öffentliche Gelder zu den Banken und Grosskonzernen überwiesen. Alfonsin sagte zwei Sachen: Er versprach die Schulden zurückzuweisen, gab aber dem Präsidenten der Zentralbank den Befehl sie zu legalisieren. Er zog es vor die Offiziere der Diktatur wegen ihrer Verbrechen zu verfolgen, aber zwei Jahre später, ermöglichten die „Gehorsamsgesetze“ die Befreiung von den verübten Verbrechen, die von den Befehlshabern befohlen wurden, Verbrechen die gegen die argentinischen Bevölkerung verübt wurden. Die Menschen gingen aus Protest auf die Strasse und stellten sich vor die Panzer. Alfonsin amnestierte aber trotzdem die Verbrecher.
1989 beschleunigte der Wahlverlust der Radikalen die Krise. Die Börse stürzte ab und eine Hyperinflation begann, die einen Sturm auf die Supermärkte verursachte. Alfonsin musste zurücktreten, sechs Monate vor seinem Amtsende. Der Peronist Carlos Menem wurde Präsident, nach dem er die Provinz La Roja viele Jahre als Gouverneur regierte, eines der ärmsten des Landes. Sein kometenhafter Aufstieg ereignete sich parallel zum Fall der Berliner Mauer und der Idee des „Konsens aus Washington“. Mit seiner Offenheit und seinen predigerhaften Gesten versprach er eine „Produktive Revolution“ und hohe Löhne. In seinen Ansprachen bat er darum ihm zu vertrauen und zu folgen, denn „ich werde euch nicht verraten.“ Dies war die Ära der Theorie des „Ende der Geschichte“ der Einseitigkeit der Globalisierung und der neoliberalen Demokratien in Südamerika.
Nur wenige Tage nach seinem Amtsantritt verwarf er seine Reformversprechen und verriet seine Wähler. Er übernahm das liberal konservative Programm der Minderheit. Niemand vor Menem hatte es gewagt den Hochverrat so dreist durchzuführen und zynische Aktionen gegen die Nation umzusetzen. Das zweiseitige Gesicht des neuen Führers zerstörte den 50 jährigen populären Widerstand. Er verhängte den Gehorsam zum globalen Modell, amnestierte die Führer der Junta, und hinterging Millionen von Arbeitern, welche die Repression erlebt hatten. Er warf den populären Antiimperialismus und die Bündnisfreiheit seiner Vorgänger über Bord und initiierte ein „physisches Verhältnis“ mit den Vereinigten Staaten. Seine Politik wurde von der Weltbank und dem IWF diktiert.
Aber Menem war nicht der einzige Verräter. Viele andere Politiker und Gewerkschaftsführer warfen ein ganzes Leben des Widerstandes über Bord. Viele von ihnen akzeptierten Arrangements und entschieden sich für Entschädigungen. Andere stiegen auf den Zug der Privatisierung. Wie erklärt man den Verrat von Menem? Das passiert sehr oft in der Politik eines Landes. Es gibt ein kleines französisches Buch „Der Lob des Verrats“ in dem bewiesen wird, dass der Verrat ein integrierter Bestandteil von Politik ist. Um Erfolg zu haben muss man lügen. Wenn man das sagt was man denkt, wir man von niemanden gewählt. Das passierte auch in Argentinien, nur in einem extremen Ausmass. Menem gab sogar zu, dass er seine wirklichen Ziele versteckte, um gewählt zu werden.
Wie erklärt man diese „Mafiokratie“, in der die Wirtschaftsmacht, die Banken, und die Class Politique zusammen sich verbünden? Unbestritten war der Verrat sehr effektiv und hat phänomenale politische Macht ermöglicht, gerade weil es Verrat ist, weil er sich anschleicht aus einer Richtung aus der man es nicht erwartet. Eine Partei die seine historischen Ideen gegenüber dem Feind kapituliert, eine Arbeiterpartie dessen Bewegung durch die Deindustrialisierung erodiert wurde, völlig von Verrätern durchsetzt, Gerichte die das dulden, eine Opposition die keine Manövrierungsraum hat, was dieses Resultat verursachte.
Menems neoliberales Modell war eng mit dem Zerfall der Republik und der Korruption verbunden. Sein politischer Plan benötigte die Mittäterschaft des obersten Gerichtshofes und der Bundesgerichte unter seiner Kontrolle, und spezielle Gesetze welche das Parlament ihm zugestand. In nur einem Monat bekam er sein Gesetz aller Gesetze, die Reform des Staates, um die Tür für eine extreme Privatisierung zu öffnen. Dies wurde die „Produktive Revolution“ genannt.
Die Demokratie wurde durch das Parlament lächerlich gemacht. Menem gab seinen Ministern ganz aussergewöhnliche Vollmachten, die absolute Macht die staatlichen Institutionen zu privatisieren, ohne das eine Inventur oder eine Bilanz erstellt wurde, ohne zu überprüfen ob diese Gesellschaften Gewinn oder Verlust machten. Diese Machtübergabe und Genehmigung durch das Parlament war der Beginn der Plünderung des Volksvermögens.
Diese Reform gab Menem absolute diktatorische Macht, die sogar ein Diktator wie Videla nie hatte. Dieser abscheuliche Akt des Parlaments kam durch die Bestechung von Abgeordneten zustande, welche dann für die Privatisierung der staatliche Ölgesellschaft YPF und der Gasgesellschaft Gas de Estado abstimmten, den beiden grössten Firmen Argentiniens. Das Land verlor Unternehmen, welche seine Infrastruktur finanzierte, und die Arbeiter und Rentner wurden betrogen.
Gegner der Privatisierung wurden bedroht und angegriffen. In Mai 1991 wurde der Autor dieses Film von sechs Kugeln getroffen, weil er Menem wegen der Privatisierung und Ausschlachtung der YPF anzeigte. Er sagte damals, „Die Privatisierung der YPF ist Wahnsinn. Es ist ein ungeheuerlicher Diebstahl.“
Selbstverständlich geht die Privatisierung Hand in Hand mit Korruption einher. Niemals vorher gab es so viele Lobbyisten, so viel Geld im Spiel, so viele Absprachen und Geschäfte hinter verschlossenen Türen ... während die Medien die Vorteile der Privatisierung anpriesen. Nicht nur die Politiker, sondern auch die Journalisten spielten eine grosse Rolle. Das Radio und Fernsehen in der Hand von Landesverrätern.
Der Kongress in dieser mafiosen Dekade verabschiedete so viele skandalöse Gesetze die gegen die Nation waren, dass die Polizei sie gegen die aufgebrachte Menge beschützen musste. Die Menschen waren so empört, dass es jede Woche Proteste durch Rentner, Lehrer, Beamte, Studenten, Arbeiter und die Arbeitslosen aus allen Bereichen gab. Das Staatsbudget musste vorher von Washington genehmigt werden, bevor es überhaupt vor dem Kongress kam. Der Minister bat um Verständnis, da das Land völlig am Boden war.
Das Instrument um das neoliberale Modell anzuwenden war der Konvertierungsplan, der den Import liberalisierte, aber auf einer Lüge basierte, ein Peso ist gleich einem Dollar. Dieser verringerte die Inflation, hatte aber die Industrie des Landes ohne Abwehr gelassen. Bis dahin wurden in Argentinien 95 Prozent der Produkte produziert die konsumiert wurden, es wurden Werkzeugmaschinen, Lokomotiven und Elektrogeräte exportiert. Von da an wurden aber dann Textilien, Fleisch, Milchprodukte, Früchte und Gemüse importiert. Das Land wurde „dollarisiert“, man konnte mit Pesos und Dollars zahlen. Mit einer Inflation von Null haben die Banken und Kreditinstitutionen Geld zu Wucherzinsen von 50% pro Jahr verliehen, während in den USA und Europa man 7 Prozent zahlte. Die Euphorie der Dollar/Peso Parität bewirkte, dass das Handwerk und die Kleinunternehmer nicht mehr konkurrenzfähig waren und die Banken trieben sie in den Bankrott. Hunderte Fabriken und Werkstätten verschwanden, die Textilien, Metallteile, Autoersatzteile, Konsumartikel und vieles andere herstellten.
Das waren die Jahre der Übertreibung durch illegal erworbenen Reichtum. Das Leben lief hinter hohen Mauern im Privaten ab, in Country Clubs und von Sicherheitsleuten geschützt. Das Land der „reichen und berühmten“. Die Medien taten ihren Teil und die Politik wurde zu einem Spektakel. Sie behaupteten, es wäre eine Lüge, das Wirtschaftsmodell von Menem würde Armut produzieren. Dabei war die Realität eine ganz andere. Der Staat tat nichts für die Armen und lies sie völlig alleine in ihrem Schicksal. Statt Geld für Schulen, Strassen, Kanalisation und anderen Infrastrukturen auszugeben, haben die Politiker wie im Selbstbedienungsladen alles eingesackt. Sie haben den Menschen gezeigt wie man Diebstahl begeht.
Der Konvertierungsplan war Teil des globalen Projekts, verbunden an eine Verschuldung die niemals zurückgezahlt werden kann. Im Jahre 1992 vereinbarte Finanzminister Cavallo mit seinem amerikanischen Gegenpart Nicholas Brady, dass die Schuld mit dem Nationalvermögen zu einem Schnäppchenpreis verrechnet wird. Die staatlichen Unternehmen wurden mit Staatspapieren gekauft, zum fixen Preis von 15% des Nennwertes, abzahlbar aber zum vollen Wert. Diese Vereinbarung bewirkte, dass das Land 30 Milliarden verlor.
Die Privatisierung wurde in allen Bereichen umgesetzt. Das Fernsehen, die Telefonfirmen, die Autobahnen, die Bahn, das Radio und die nationale Fluggesellschaft. Das oberste Gebot von Menem war, „nichts was dem Staat gehört wird in dessen Händen bleiben.“ Nichts wurde ausgelassen. Egal was es war und wie viel es kostete, oder wie und warum es verkauft wurde. Diese Privatisierung war die Fortsetzung der alten kolonialen Zwangsenteignung. Damals wurde Gold und Silber geraubt. Diesmal war es Öl, Wasser und Kommunikation. Die ausländischen Firmen haben das gemacht, was sie in ihren eigenen Ländern niemals machen durften.
Die multinationalen Konzerne machten riesige Gewinne. Die argentinischen Gesellschaften wurden ohne Schulden verkauft. Der Staat musste sich um 150'000 Entlassene kümmern, was die Käufer als Bedingung verlangten. Die Hauptinvestoren kamen aus Spanien und Frankreich. Die profitable ENTEL würde für 1/5 ihres Wertes an die spanische Telefonica und an France Telecom verscherbelt, welche sie dann mit 6 Milliarden Schulden belasteten. Aerolinas Argentinas war pofitabel und besass 37 Flugzeuge. Die spanische Iberia belieh diese um die Gesellschaft kaufen zu können, und verkaufte anschliessend alle Aktiva. Die staatliche Wasserversorgung wurde von europäischen Syndikat Suez und Vivendi übernommen. Nachdem es um das achtfache ihres Wertes beliehen wurde, wurden riesige Gewinne eingefahren, aber dafür wurden die vereinbarten Infrastrukturarbeiten nie ausgeführt. 800'000 Menschen hatten danach kein Trinkwasser und 1 Million keine Kanalisation.
Aber der schlimmste Fall geschah mit der staatlichen Eisenbahn. Die Auflösung von zahlreichen Strecken gab der Wirtschaft vieler Regionen einen Todesstoss. Tausende Familien mussten umsiedeln. Von den 36'000 Kilometer an Schienen blieben nach der Privatisierung nur noch 8'000 Kilometer übrig. Von den 95'000 Angestellten hatten nur noch 15'000 eine Arbeitsstelle. Nach 10 Jahren musste der Staat immer höhere Subventionen zahlen und schuldete nun der Weltbank 700 Millionen Dollar, die für die Abfindung der Entlassenen gezahlt werden musste, und schuldet weitere 700 Millionen an Zinsen, um 80'000 Stellen zu vernichten.
Dabei war ja das Ziel der Privatisierung, die staatlichen Subventionen zu beenden, welche zu einem Staatsdefizit führten. Die Ironie dieser Aktion ist, dass die meisten privatisierten ehemaligen Staatsgesellschaften subventioniert werden. Alleine für das nationale Autobahnnetz beliefen sich die Subventionen auf 1.1 Milliarden Dollar, obwohl der vereinbarte Kaufpreis von 980 Milliarden Dollar gar nie bezahlt wurde. Sie stahlen insgesamt damit 2 Milliarden Dollar.
Genau so passierte es mit Konzessionsgebühren für Sachen die dem Staat gehören. Sie wurden nie gezahlt. Nichts für die Strassen, für die Post, den Flughäfen.
Die Gerichte und das Justizsystem waren immer auf der Seite der Grosskonzerne und vertraten überhaupt nicht die Interessen der Bevölkerung. Das Grosskapital erhielt völlige Straffreiheit. Die Privatisierung wurde nur im Interesse der Konzerne geplant. Um das zu erreichen, finanzierten sie alle Wahlkampagnen aller Regierungen, alle Staatsstreiche, alle wichtigen öffentlichen Bauarbeiten. Kein anderer Sektor profitierte so stark von solchen Privilegien, geschützte Märkte, astronomische Subventionen, Steuererleichterungen und Gebührenabzocke, das Absehen von Strafen bei Nichterfüllung der versprochenen Leistung, die Verlängerung von Konzessionen, und der Umtausch von Schulden in Pesos zu Dollar. Sie hielten sich nicht an Verträge mit dem Staat, bescheissten wo sie nur konnten und hatten die Frechheit noch auf Schadenersatz zu klagen.
Die Arbeitslosigkeit verbreitete sich wie einen Plage und untergrub die ganze Gesellschaft. Die Schlangen um ein Almosen zu bekommen wurden überall immer länger. Die Arbeitslosigkeit stieg von 11 Prozent auf über 20 Prozent. In dieser Situation verloren die Arbeiter alles, ihr Einkommen, die Sozialleistungen, die Arbeitslosenversicherung, ihre Unfall- und Krankenversicherung. Die meisten Betroffenen haben kein Dach über dem Kopf, und trotzdem trauten sie sich nicht Widerstand zu leisten, weil sie Angst hatten entlassen zu werden. Diese Angst und Terror führt zu Bereitschaft Lohnkürzungen zu akzeptieren. Denn wer in die Arbeitslosigkeit kommt, fällt ins bodenlose, in der man sich der Armee an Arbeitslosen anschliesst, was zu Depressionen führt.
In dem südamerikanischen Land, in dem das soziale Netz als das fortschrittlichste galt, sind jetzt Tausende bettelarm.
Argentinien ist ein Ausnahmefall in der Welt und in Lateinamerika. Kein anderes Land hat sein Öl und Gas freiwillig ohne einen Krieg aufgegeben. Das Land wurde wahrhaftig durch die regierende Clique verraten. Mexiko, Brasilen und Venezuela würden niemals ihre Ölgesellschaften verkaufen. Die stattliche Ölgesellschaft YPF spielte ein wichtige Rolle in Lande und auf den Ölmärkten der Welt. Das man Öl als einen strategischen Wert darstellte wissen wir schon lange, und dass der Verkauf von Treibstoff von nationalem Interesse sei. Wenn der internationale Marktpreis stieg, dann hat die YPF den Preis niedrig gehalten, nicht so wie der Marktpreis ist, sondern wie die Förderkosten sind.
Um den staatlichen Energiebereich zu privatisieren, mussten sie viele Regelwidrigkeiten begehn. Wenn mann die Gesetze laut Wortlaut angewendet hätte, dann wären alle Konzessionsverträge ungültig. Die strategischen Reserven, wo die grössten Summen investiert wurden, sind für 25 Jahre zu einem Preis verpachtet worden, der in 9 Monaten Förderung zurückbezahlt werden konnte. Die Gesellschaften wurden so billig verschleudert, dass Menem persönlich eingreifen musste. Sie zahlten $19 für Aktien die $38 wert waren, 390 Millionen Aktien zu $19 das Stück ist ein gigantischer Schwindel. Sie haben sogar McKinsey angeheuert um die Reserven sehr niedrig zu schätzen. Nach einem Jahr erschienen die Reserven wieder in der Buchhaltung nach ihrem echten Wert. Sie haben also für Reserven als Beispiel 100 bezahlt, obwohl sie bis zu 140 wert waren.
Argentinien wurde über Jahrzehnte von der internationalen Finanz- und Konzernmafia bis aufs letzte Hemd ausgeraubt und ausgeplündert, und dies mit Hilfe der ganzen politischen Führung des Landes, die korrupter nicht sein kann. Ein Hochverrat wurde begangen auf Kosten des argentinischen Volkes. Übrig blieb ein total verschuldetes Land mit dem Verlust aller Ersparnisse der Bevölkerung, Massenarbeitslosigkeit und totaler Verarmung. Genau diese Vorgehensweise mit Argentininen, erleben wir heute in der gleichen Weise in Amerika und Europa, und wir können uns auf das gleiche Schiksal gefasst machen.
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Mittwoch, 18. Februar 2009
Bericht über Selbstorganisation in Mexiko
Mein Name ist Meiko, komme aus Berlin, und die Geschichte über die ich hier berichten will begann vor vielen hundert Jahren, aber um nicht zu weit auszuholen, den Kolonialismus und das voreuropäische Amerika nicht zu weit erläutern will, mache ich einen Sprung in die 1980er.
In einem Land namens Mexiko machten sich eine Gruppe marxistischer Intellektueller aus Mexiko City auf um in den verarmten Gebieten im Süden des Landes eine Revolution im Stil klassischen Guerillakampfes anzuzetteln. Sie lebten von da an Jahre im Dschungel und bauten Netzwerk und Struktur ihrer EZLN auf. Als am 1.Januar 94 parallel zur Gründung der NAFTA, der nordamerikanischen Freihandelszone, diese Gruppe fünf Städte im Bundesstaat Chiapas besetzten, sah alles zuerst nach einem klassischen ideologischen Auftritt einer bewaffneten Bewegung aus, was sich aber dann schlagartig änderte. Die Zapatisten griffen nie wieder zu den Waffen, nachdem die Bevölkerung sie zum Frieden aufforderte. In den ersten Januartagen 1994 holten sich die indigenen Mexikaner das Land zurück was ihnen vor Jahrhunderten geraubt wurde und begannen dort etwas eigenes aufzubauen.
Als Menschenrechtsbeobachter habe ich diese kleine Welt besucht: In den 15 Jahren seit dem Aufstand hat sich einiges getan. Hunderttausende Indigene haben sich ein eigenes System auf regionaler Basis stützend aufgebaut was in sich autark ist. Es ist eine Mischung aus ihrer ursprünglichen stakt demokratischen dörflichen Lebensweise unter Einfluss einer sich verändernden Welt. Um nicht zu weit auszuholen und um die wesentlichen Eckpunkte ihrer Selbstorganisierung, von der es durchaus etwas zu lernen gibt, darzustellen- beschreibe ich diese nun stichpunktartig:
Regionale Zentren:
Das sind die grössten Bezirke der Zapatisten. Sie heissen Caracoles (Schneckenhäuser), es gibt ihrer z.Z. fünf und sie haben jeweils ein Zentrum in dem die gute Regierung sitzt. Eine gute Regierung hat hauptsächlich verwaltungstechnische und justizielle Aufgaben. Die Idee ist das dort jeder mal regiert und auch nicht zulange bleibt was durch ein Rotationsprinzip geregelt ist. Um ein Caracol gibt es ca.7 Bezirke die manchmal jeweils noch eigene Zentren haben in denen gelegentlich auch noch Gutregierende tätig sind, also es ist dort nicht alles und überall gleich da jeder lokale Zusammenhang selbst definieren kann wie gelebt wird.
Landwirtschaft:
Auf den Feldern der früheren Großgrundbesitzer hat sich eine teils kollektive Form der Landwirtschaft entwickelt. Teilweise weil es auch durchaus Familien gibt die nur ihre eigenen Feldern bewirtschaften aber die Produktionsmittel häufig Allgemeingut sind. Es wird für den eigenen Bedarf produziert und Überschüsse auf den Märkten umliegender Städte verkauft oder getauscht.
Kooperativen:
Kaffee zum Beispiel wird in einer kooperativen Form produziert. Der Handel ist direkt, Abnehmer sind Freunde ökologischen Kaffees in Europa und Nord- und Mittelamerika. So werden gerechte Preise gezahlt und Überschüsse wandern in die Infrastruktur der Gemeinden. Es gibt auch viele andere Kooperativen zum Beispiel Frauen die Kunsthandwerk herstellen und sie alle haben den Vorteil dass dort jeder mitentscheiden kann wie gearbeitet wird, was mit den Einnahmen geschieht usw.
Bildung:
Nach anfänglichen Problemen gibt es nun recht viele Lehrer und Schulgebäude. Die Gemeinde sorgt für sie dadurch dass Eltern der Kinder dem Lehrer sein Feld beackern oder ihn anderswie versorgen. Der Unterricht ist frei und meistens ohne Noten und anderen Bestrafungen.
Gesundheit:
Jedes Dorf hat ein Gesundheitshaus wo meistens auch eine Person mit medizinischen Kenntnisse anzutreffen ist, die wie die Lehrer von der Gemeinde versorgt werden.
In den Caracoles gibt es auch Kliniken die für komplexere Krankheiten und Verletzungen aufgesucht werden und über Krankenwägen verfügen. Vielerorts wird versucht verloren gegangenes Heilwissen wieder aufzufrischen. Im Zuge der Globalisierung wurden Medikamente verteilt über deren Nutzen und Sinn die Patienten teils betrogen und so ausgenutzt wurden.
Energie:
Solidarische Leute aus anderen Ländern spendeten ein Wasserwerk und viele Gemeinden klauen sich den Strom noch. Alternativen scheitern noch an dem knappen Investitionsmöglichkeiten der Gemeinden. Der Energiebedarf insgesamt ist gering.
Transport:
Privatautos kann und will sich wohl niemand leisten in den autonomen Gemeinden. Es gibt Taxikooperativen und alle Transportwagen etc. werden nach Bedarf geteilt. Häufig gibt es einen Linienverkehr von den Dörfern organisiert.
Justiz:
Bei Streitfragen wird die gute Regierung aufgesucht die dann versucht eine Lösung zu finden. Für Diebstahl oder häusliche Gewalt kann man in das kleine Dorfgefängnis kommen. Es ist ein Raum in der Dorfmitte mit offenen Gittern wo dann der Bestrafte die Möglichkeit hat über sein Vergehen zu reflektieren und häufig die davon Betroffenen mit ihm kommunizieren. Täter die aus unorganisierten Zusammenhängen kommen und häufig im Auftrag privater Geschäftsleute oder korrupter Politiker handeln werden an die mexikanische Justiz übergeben.
Religion:
Es gibt verschiedene Kirchen, aber auch Atheisten, der Zapatismus ist keine klassische Ideologie sondern steht für ein: "fragend schreiten wir voran". Es gibt Religionsfreiheit aber auch Religionskritik.
Verteidigung:
Die Zapatisten mögen keine Gewalt und sehen ihren Aufstand 94 aus der Perspektive auch sehr kritisch, da sie jedoch bedroht und auch angegriffen werden existiert noch eine Miliz für den Notfall. Diese übernimmt jedoch keine anderen Aufgaben als für den Verteidigungsfall ("Bevor sie uns töten werden wir uns wehren") bereit zu sein.
Fazit:
Die Zapatisten haben es hinbekommen sich unabhängig zu machen. Wirtschaftskrisen belasten sie daher nicht besonders. Vieles ist noch einfach und in der Entwicklung aber es leben dort sehr glückliche Menschen. Nachbarn die sich der Selbstorganisation nicht angeschlossen haben und Geld von der Regierung nahmen, denen geht es nun wirtschaftlich schlechter, sie dürfen aber auch teilweise die Infrastruktur der Zapatisten nutzen, vor allem bei Justizfragen gehen viele mittlerweile lieber zur guten Regierung als zu den korrupten offiziellen Gerichten und auch die Gesundheitseinrichtungen sind nach zapatistischer Auffassung für alle da.
Wie in jeder Gegend der Welt sind die Zapatisten eigen in ihrer Lebensweise und ihr Konzept lässt sich nicht einfach kopieren, aber eines beweist es: Wir brauchen keine Angst zu haben uns darauf einzustellen uns selbst zu versorgen, denn es funktioniert und erst wenn es auch in unserem Leben funktioniert brauchen wir keine Angst mehr vor denen zu haben, in deren Abhängigkeit wir uns noch befinden. Etwas ist mir darüber hinaus dort bewusst geworden: Glück und Konsum können völlig unterschiedliche Dinge sein.
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Samstag, 18. Oktober 2008
Grosse Ölreserven in Kuba gefunden
Mutternatur hat die Karibikinsel mit einem plötzlichen Segen versehen, in dem sie Kuba genug Ölreserven beschert hat, um in der Profiliga der Energieländer mitspielen zu können. Die Regierung hat verkündet, dass möglicherweise mehr als 20 Milliarden Fass Öl in den Küstengewässern am Golf von Mexiko vorhanden sind, doppelt so viel wie bisher angenommen.
Wenn das bestätigt wird, dann hat Kuba genau so viel Ölreserven wie die USA und stösst in die Gruppe der Top 20 Ölförderländer vor. Die Bohrungen werden nächstes Jahr durch die staatliche Ölfirma Cubapetroleo beginnen.
“Es würde die ganze Situation verändern. Die Regierung hätte mehr Geld und wäre dann nicht mehr von Ölimporten abhängig,” sagte Kirby Jones, Gründer der in Washington beheimateten US-Kuba Handelskammer. “Es könnte dem Klub der ölexportierenden Ländern beitreten.”
Ein Konsortium an Firmen, angeführt von der spanischen Repsol, haben Testbohrungen vorgenommen und werden die erste fördernde Bohrung mitte 2009 vornehmen. (Guardian)
Kommentar: Gratuliere Kuba für diese gute Nachricht. Jetzt haben die Amis die Wahl, entweder werden sie scheiss freundlich wegen dem Öl vor ihrer Nase und geben das fast 50 jährige Embargo gegen den kommunistischen “Bösewicht” vor der Haustür endlich auf, oder Kuba kommt auf die Terrorliste und wird dann wie üblich überfallen.
Die UNO billigt nicht die Handelsblockade Amerikas gegen Kuba und verlangt eine Aufhebung. z. B. im Jahr 2000 stimmten 167 Länder dafür, drei dagegen, die USA, Israel und die Marschall-Inseln. Im Jahre 2007 wurde wieder eine Aufhebung durch die UNO verlangt, 184 Länder stimmten dafür, vier dagegen, USA, Israel, die Marshall-Inseln und Palau.
Wir sehen, die USA macht sowieso was sie will, egal was der Rest der Welt verlangt. Aber wenn die USA etwas durchsetzen möchte, dann müssen sich die Länder schon an UNO-Resolutionen halten, wie Saddam Hussein damals im Irak, oder jetzt der Iran. Ist doch alles eine Farce und Doppelmoral.
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Donnerstag, 13. März 2008
Südamerika will keine Dollars mehr
Egal wo man in Südamerika hingeht, der Dollar wird dort verschmäht. Hier ein Beispiel dafür. In La Paz Bolivien sind Plakate aufgestellt, wo die Banco Bisa ein Bild einer 1 Dollar Note neben einem 500 Euro Schein zeigt und der Text sagt:
„Wenn der Dollar fällt ... spare in Euros!!!
Sie animieren die Sparer ihr Geld, welches sie im Ausland verdienen und nach Hause schicken, in Euros anzulegen.
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Montag, 26. November 2007
So macht die USA Freunde
Der Präsident von Ekuador, Rafael Correa, hat sich bitter am Samstag über seine Behandlung am Flughafen von Miami beschwert. Er wurde nicht mit dem Protokoll eines Staatsmannes empfangen, sondern wie ein “normaler” Passagier musste er die unwürdige Durchsuchungsprozedur über sich ergehen lassen. Er hat beschlossen deswegen nicht mehr in die USA zu reisen.
In seiner wöchentlichen Radioansprache sagte Correa, er hätte die Entschuldigung der US-Botschafterin in Ekuador Linda Jewell entgegengenommen. Als Ausrede hat sie gesagt: „Wir hatten nicht genug Zeit um die notwendigen Vorbereitungen für ein Staatsoberhaupt zu treffen.“
Correa erlebte eine “unfreundliche Behandlung” in Miami, wo er umgestiegen ist um das Flugzeug nach Ryhad zur OPEC Konferenz in Saudi Arabien zu nehmen.
„Wir akzeptieren die Entschuldigung, aber persönlich werde ich nie mehr in den USA umsteigen, bis sie lernen sich zivilisiert zu benehmen.“ sagte Correa.
Er sagte, die USA ist von einer “Psychose” seit dem 11. September 2001 ergriffen und die Sicherheitsleute an den Flughäfen „behandeln die Menschen sehr schlecht“ deswegen.
„Als sie begriffen ich bin ein Staatsoberhaupt, hätten sie das internationale Protokoll anwenden müssen, aber die Amerikaner verstehen so was nicht.“ sagte Correa.
Kommentar:
Ich habe diese miese Behandlung selber an amerikanischen Flughäfen bei der Einreise erlebt und kann es nur bestätigen. Die Amis kennen ja nicht mal den Begriff Transitpassagier, so wie wir in Europa. Wenn man die USA nur anfliegt um umzusteigen und in ein anderes Land fliegen will, muss man trotzdem die ganze Einreise- und Ausreiseprozedur für die USA durchmachen. Für was? Das ist reine Schikane.
Auf dem grünen Formular muss man die Frage beantworten, wo man in den USA wohnen wird. Nur, als Transitpassgier ist diese Frage nicht zutreffend, man hält sich ja gar nicht im Land auf. Die Einwanderungsbeamten verstehen das nicht und scheissen einen zusammen, weil man es nicht ausgefüllt hat. Und da gibt es noch ganz andere Horrorgeschichten über was Passagiere erlebt haben, bis hin zu Todesfällen durch eine Taser-Pistole.
Ich bin damals zur Zeit der Sowjetunion nach Moskau gereist und habe dort nie solche Gestapo-Methoden wie jetzt in den USA erlebt. Man wird wie ein Verbecher behandelt und muss seine Fingerabdrücke abgeben. Das Land der Freiheit ist ein Polizeistaat geworden.
Es gibt nur eins, wie der Präsident von Ekuador richtig sagt, die USA komplett boykottieren, bis diese Idioten sich zivilisiert und anständig gegenüber Gästen verhalten.
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Donnerstag, 22. November 2007
Gott ist Brasilianer
... sagte Präsident Luiz Inacio Lula da Silva am Dienstag, nachdem die brasilianische Ölfirma Petrobras einen gigantischen neuen Ölfund ab der Küste des Landes verkündet hat.
“Diese Entdeckung beweist, dass Gott Brasilianer ist” sagte er während einer Ansprache im Präsidentenpalast in der Hauptstadt Brasilia.
Die staatliche Petrobras hat berichtet, dass ihre Erkundung des Tupi Ölfeldes eine Verdoppelung der Ölreserven des Landes bedeutet.
Das gigantische Ölfeld könnte 8 Milliarden Fass beinhalten und ab 2011 Öl liefern.
Damit, und mit weiteren Entdeckungen an der atlantischen Küste, könnte Brasilen zu einer der top 10 Ölproduzenten der Welt aufsteigen.
Brasilien überlegt sich deshalb der OPEC beizutreten, sagte der Botschafter des Landes in Saudi Arabien. Isnard Penha Brasil teilte Journalisten mit, er wäre beim OPEC-Treffen zurzeit in Riyadh dabei, um über eine “Mitgliedschaft zu entscheiden, nachdem wir in Zukunft eine grosse Exportkapazität haben werden und dies zu unserem Vorteil wäre.”
Kommentar: Lula kann sich sicher über den neuen Reichtum seines Landes freuen. Nur, damit wird er die Aufmerksamkeit und Begierde von Washington wecken. Ich würde mich nicht wundern, wenn Brasilien demnächst auf die Liste der Schurkenstaaten kommt, beschuldigt wird Massenvernichtungswaffen zu haben, eine unheimliche Bedrohung für seine Nachbarn und Amerika wird, damit man einen Grund hat es zu überfallen. Oder trifft dies nur auf Länder im Nahen Osten zu?
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Montag, 29. Oktober 2007
Die Frau des Präsidenten wird Präsidentin
Nein, hier geht es nicht um Hillary und Bill Clinton
Der Präsident von Argentinien, Nestor Kirchner, wird jetzt das Amt mit seiner Frau im Dezember tauschen. So wie es nach den ersten Wahlergebnissen an der gestrigen Abstimmung aussieht, wird Cristina Fernandez die neue Präsidentin von Argentinien, die erste Frau die für dieses Amt in der Geschichte des Landes gewählt wurde.
Fernandez ist eine Rechtsanwältin und Senatorin und folgt nun ihrem Mann ins Amt, der es von einem unbekannten Gouverneur zum Präsidenten schaffte. Damit ist der Vergleich zu den Clintons gegeben.
Jetzt hat sie die Chance die Fehler, die ihr Mann gemacht hat, zu berichtigen, wie hohe Inflation, eine Energiekrise und den Staatsdefizit. Die Wähler jedenfalls wollen eine Änderung und haben nicht die bisherige Politik ihres Mannes damit bestätigt.
Bei ihrer Ansprache als mutmassliche Siegerin am Sonntagabend hat Fernandez 54 jedenfalls gesagt, sie würde eine neue Politik umsetzen. „Wir haben satt gewonnen“ sagte sie „aber das ist kein Privileg, sondern der Auftrag mehr Verantwortung und neue Aufgaben zu übernehmen.“
Nachdem 86% der Stimmen ausgezählt wurden, lag Fernandez mit 44% vorne, gefolgt von Elisa Carrio mit 23% und dem ehemaligen Finanzminister Roberto Lavagna mit 17%. Weitere 11 Kandidaten teilten sich den Rest der Stimmen.
Laut argentinischem Wahlrecht gibt es keine Stichwahl, wenn ein Kandidat mehr als 40% erreicht und es einen Abstand von mehr als 10% zum nächsten Verfolger gibt.
Kirchner hat in seiner Amtszeit ab 2001 die niederliegende Wirtschaft wieder flott gemacht, und die gesamte Auslandsschuld des Landes von 9.5 Milliarden Dollar gegenüber dem I.M.F. zurückgezahlt.
Während die Erfolge ihres Mannes sicher Fernandez geholfen haben die Präsidentschaft zu gewinnen, wird es nicht den Erfolg ihrer Arbeit in Zukunft garantieren.
“Ich glaube ihr Mann hatte den Vorteil, dass alle Leute sagten ‘Er hat uns aus der Krise gebracht’“ sagte Michael Shifter von der Inter-American Dialogue Denkfabrik in Washington. „Sie können das nicht mehr dann über sie sagen, denn sie sind schon aus der Krise.“
Fernandez führte eine unorthodoxe Wahlkampagne, in dem sie sich geweigert hat über ihr politisches Programm mit ihren Mitbewerbern zu debattieren, sondern sich lieber mit prominenten Führungspersönlichkeiten der Welt ablichten liess. Ihre schicke Aufmachung mit europäischer Mode und Markenhandtaschen hat an die Zeit von Evita Peron erinnert, noch eine modebewusste und politisch einflussreiche Präsidentengattin.
Evita Peron war die erste Präsidentin, sie wurde aber nicht gewählt, sondern erbte als Vizepräsidentin das Amt von ihrem Mann, der 1974 verstarb.
Kirchner sagte nach dem Bekanntwerden des Resultats, dass er gerne der “erste Mann” sein würde, nachdem er die Insignien der Macht, Zepter und Schleife, an seine Frau am 10. Dezember übergeben wird. Aber viele meinen, er wird nicht einfach in den Hintergrund treten. Einige meinen sogar, die Rollen könnten im Jahre 2011 wieder andersrum getauscht werden.
“Das ist die eine Millione Dollar Frage: Was wird Kirchner nach der Amtsübergabe machen?” sagte der Politwissenschaftler Gustavo Martinez Pandiani. „Niemand glaubt, er wird jetzt in Pyjama und Pantoffeln auf seine Frau am Abend warten und sie fragen ‚Na Schatz, wie war dein Tag?’“
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