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Dienstag, 24. August 2010

Als die Terroristen noch Freiheitskämpfer waren

Am 22. März 1982 startete die Raumfähre Columbia ins Weltall und Präsident Ronald Reagan widmete den Start den tapferen Menschen Afghanistans, die sich gegen die sowjetischen Besatzer wehrten. Er sagte:

"Die Columbia repräsentiert der Menschheit grösstes Streben auf dem Feld der Wissenschaft und Technologie. Genau gleich repräsentiert der Kampf der afghanischen Bevölkerung der Menschheit grösstes Streben nach Freiheit."

"Ich widme den Start der Columbia am 22. März im Namen der amerikanischen Bevölkerung den Menschen in Afghanistan."

Im März 1985 empfang Ronald Reagan sogar eine Gruppe von Anführern der afghanischen Widerstandes im Weissen Haus:



Damals waren die heutigen Taliban gefeierte Helden und Freiheitskämpfer. Seit September 2001 werden sie als Terroristen bezeichnet. Der Unterschied, es ging um den Kampf gegen den Feind der USA, die Sowjetunion als Besatzer. Seit bald 10 Jahren sind die Amerikaner selber die Besatzer.

Für die Afghanen gibt es aber keinen Unterschied, egal wer gerade ihr Land besetzt.

So wurden die Freiheitskämpfer mit massiver Propaganda zu Terroristen umgemünzt.

Haben die Afghanen die Sowjetunion angegriffen? Nein. Haben die Afghanen die Vereinigten Staaten angegriffen? Auch Nein. Warum sind beide dann ins Land eingefallen? Hat wohl mit Strategie und Eroberung zu tun und alle anderen angegebenen Gründe sind Märchen.



Präsident Reagan spricht im Video über die Opfer welche die Afghanen durch die sowjetischen Truppen erlitten haben und sagt, "hier haben wir einen Mann, der aus einem Dorf kommt, wo 105 Menschen massakriert wurden." Dann sagt er, "sie sind hier um der freien Welt zu erzählen, was wirklich in Afghanistan passiert."

Jetzt ist alles umgekehrt. Genau die gleichen Massaker an der afghanischen Zivilbevölkerung die in die Tausende gehen führen die US- und NATO-Besatzungstruppen schon seit 10 Jahren durch, aber niemand hört zu und die Afghanen könnnen es nicht der "freien" Welt erzählen.

Montag, 23. August 2010

Die schmutzigen Tricks der Kriegshetzer

Die Schmutzkampagne gegen Julian Assange und Wikileaks ist voll im Gange und hat das erreicht was sie sollte. Statt das Augenmerk auf die Kriegsverbrechen die in Afghanistan durch die NATO-Streitkräfte begangen werden zu konzentrieren, welche durch die Veröffentlichung der Militärprotokolle ans Tageslicht gekommen sind, steht jetzt das Sexualverhalten von Assange im Mittelpunkt, „hat er oder hat er nicht jemand vergewaltigt“. Die Ablenkung ist perfekt und die Medien bedienen die Voyeure.

Genau das gleiche passiert auch mit der mutmasslichen Quelle der Afghanistan Protokolle, mit dem 23-jährigen Soldaten Bradley Manning, dem man Homosexualität oder Bisexualität unter vorgehaltener Hand vorwirft, denn er hätte angeblich einen Freund der eine Transe ist. Ausserdem hätte er sich über die intolerante Politik des Pentagon gegenüber den Homosexuellen unter den Soldaten auf seiner Facebook-Seite beschwert. Das sagt natürlich alles über seinen „amoralischen“ Charakter und erklärt seinen „Verrat“.

Das ist die typische pervertierte Moraleinstellung der Amerikaner, die aber auch hier gang und gebe ist. Diese Obsession mit dem Privatleben und die Verurteilung wegen eines „abartigen“ Sexualverhalten. In den Augen der Amerikaner ist ein Präsident der sich im Oval-Office einen blasen lässt hundertmal schlimmer als einer der das Land in Kriege mit unverschämten Lügen über nicht vorhandene Massenvernichtungswaffen reinzieht und dabei Millionen umbringt. Ein nackter Busen ist ein Skandal, aber das Abschlachten von Zivilisten nicht.

Es gibt Dutzende Beispiele wie man in Amerika jemand fertigmachen kann, in dem man das Thema „Sex“ aufs Tapet bringt. Der ehemalige Generalstaatsanwalt und Gouverneur von New York, Eliot Spitzer, hat man auch so fertig gemacht und er musste zurücktreten, weil er angeblich mit öffentlichen Geldern ins Puff gegangen ist und sich dort vergnügte. Ist ja auch schlimm so etwas. Diese Enthüllung kam genau 14 Tage nach dem er in der Washington Post einen Artikel über die Korruption und Machenschaften der Wall Street und die Verbindung zur Bush-Regierung geschrieben hatte. Was für ein Zufall.

Im Nachhinein stellte sich heraus, es gab keine Beweise für einen Missbrauch von öffentlichen Geldern und das Verfahren gegen ihn wurde eingestellt. Der Zweck der Verleumdung wurde aber erreicht und man war ihn los.

Zuerst hat das Pentagon und ihre bezahlten Schreihälse in den Medien Julian Assange und Wikileaks beschuldigt, sie hätten „Blut an den Händen“, weil sie mit der Veröffentlichung der Protokolle das Leben von amerikanischen Soldaten und deren afghanischen Kollaborateure gefährden würden. Dabei hat Wikileaks dem Weissen Haus angeboten, bei der Streichung von Namen die in den Protokollen auftauchen mitzuhelfen. Dies wurde aber abgelehnt. Ausgerechnet die Kriegsverbrecher, die Hunderttausende Zivilisten durch den illegalen Krieg in Afghanistan ermordet haben, echauffieren sich und spielen die Moralapostel.

Nach dem diese Beschuldigung ins Leere lief, hat man nun die Sexkarte gezogen und es ist auf sehr dubioser Weise zu den Vergewaltigungs- und Belästigungsvorwürfen in Schweden gegenüber Assange gekommen. Diese wurden innerhalb weniger Stunden von der Justiz wieder zurückgezogen, mit der Begründung, die wachhabende Staatsanwältin, die den Haftbefehl veranlasste, hätte nicht alle Informationen gehabt. Die Vergewaltigungsvorwürfe wären grundlos, aber wegen Belästigung wird noch ermittelt.

Damit war aber der Schaden angerichtet und der Dreck klebt nun.

Die Quelle dieser Anschuldigungen sind zwei Frauen die bisher anonym geblieben sind, deren Märchengeschichte sehr dubios ist. Laut den bisher bekannten Aussagen, haben sich die beiden „Damen“ bei einem Vortrag von Julian Assange „zufällig“ getroffen und dabei „Erfahrungen“ ausgetauscht. Sie waren sich dann einig zur Polizei zu gehen und Anzeige zu erstatten, haben sich dabei gegenseitig bestätigt. Schwesterliche Solidarität im Interesse des Pentagon.

Aber der Feminismus ist sowieso einer der „Trumpfkarten“ welche die Kriegstreiber ausspielen, um den „Befreiungskrieg“ in Afghanistan zu verkaufen. Sieht man am letzten Titelbild des „Time Magazine“, eine reiner Propagandaaktion übelster Machart. Dabei befreien sie mit ihren Bombenangriffen nicht die Frauen, sondern töten sie willkürlich zu Tausenden oder machen sie zu Witwen und die meisten Frauenrechtler fallen auf diese Lügen rein, wollen nicht sehen was ein Krieg wirklich ihren „Schwestern“ antut.

Die Beschuldigungen gegen Assange stinken zum Himmel. Da kommen zwei Frauen ausgerechnet zu einem Vortrag von ihrem angeblichen Peiniger, treffen sich zufällig, und während sie sich unterhalten entdecken sie, sie sind beide von diesem „Monster“ vergewaltigt worden. Wie wenn es normal wäre, dass sich Vergewaltigungsopfer nachträglich als Zuhörer zum Täter begeben. Warum? Weil sie masochistisch veranlagt sind und noch ein Autogramm von ihm wollen?

Assange erzählte dazu einer schwedischen Zeitung, er kenne diese Frauen gar nicht und wenn er Sex gehabt hätte, dann immer nur im beidseitigen Einverständnis.

Dann wird diese Anzeige von der Staatsanwältin, die als erste mit dem Fall betraut wurde, sofort am Freitag dem grössten Boulevardblatt Schwedens gesteckt und die bringen die dramatische Geschichte um 5 Uhr Früh am Samstag, was dann als Schlagzeile rund um die Welt ging.

Normalerweise würde man in einem Rechtsstaat solche Anzeigen aus Gründen des Personenschutzes erstmal vertraulich behandeln, bis der Beschuldigte seine Version der angeblichen Vorkommnisse aussagen kann und echte Beweise vorliegen. Jeder kann jeden anzeigen, damit ist doch nichts bewiesen. Ausserdem gehen sie der Öffentlichkeit sowieso nichts an.

Wie ist Assanges Name und der Inhalt der Anzeige sonst zu den Medien gekommen? Damit hat die Staatsanwalt ganz klar das Gesetz gebrochen, wenn sie es waren. Oder waren sie es gar nicht und jemand mit bösen Absichten hat die Information weitergeleitet? Wer kann das wohl sein und wer hätte ein Motiv?

Jeder der jetzt meint, diese Geschichte ist kein Zufall, sondern eine geplante Schmutzkampagne der amerikanischen oder schwedischen Geheimdienste, ist ein „Verschwörungsspinner“, was eine der Frauen gesagt haben soll.

In ihrem Interview mit Aftonbladet wies sie die Idee zurück, bei dem Vergewaltigungsvorwurf handele es sich um „schmutzige Tricks“, weil Wikileaks die US-Regierung blossstellt. Sie sagte: „Die Anzeigen gegen Assange sind selbstverständlich nicht vom Pentagon orchestriert.

Natürlich nicht, ist alles reiner Zufall, dass die Anzeigen just zu dem Zeitpunkt kommen, wo Wikileaks weitere 15'000 Dokumente und ein weiteres Video über ein Massaker der US-Streitkräfte veröffentlichen will und die Juristen des Pentagon und des Weissen Haus sich krampfhaft überlegen, wie sie Assange und seine Helfer mit irgendeinem Paragrafen über „nationale Sicherheit“ mundtot machen und ins Gefängnis bringen können.

Die ganze Welt beschäftigt sich jetzt NICHT mit den Afghanistan-Protokollen, mit dem was drin steht über Killerkommandos, wie Taskforce 373 der Amerikaner und Taskforce 47 der Deutschen, die Todeslisten exekutieren, über die Kriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung, die in Afghanistan begangen werden, sondern wird mit dem Sexualverhalten von Assange und Manning abgelenkt.

Es soll nicht bekannt werden ...

- Dass die US-Streitkräfte eng mit den Drogenhändlern zusammenarbeiten und die Drogengeschäfte im eigenen Interesse fördern, dafür als Gegenleistung jeden ermorden den die Drogenhändler als Problem betrachten.

- Dass die Afghanen sagen, die Amerikaner sind viel schlimmer als die Russen jemals waren, denn die Russen haben wenigstens nicht Frauen aus ihren Häusern gezerrt, vergewaltigt und danach einfach erschossen.

- Dass viele US-Offiziere sich die Taschen vollstopfen, Kulturgüter plündern und die Gelder des amerikanischen Steuerzahlers, die für den Aufbau vorgesehen sind, stehlen und als Millionäre nach Hause gehen.

- Dass Transportmaschinen mit Nachschub reinfliegen und mit Tonnen an Drogen und Paletten an Dollarnoten wieder rausfliegen.

- Dass es mittlerweile in den sogenannten "Steueroasen" nur so von ehemaligen US-Offizieren wimmelt, die ihre Millionen irgenwie anlegen wollen, die sie in den Kriegsgebieten geraubt haben.

- Dass auch in Afghanistan DU-Munition einsetzt wird und deshalb ganze Landstriche radioaktive verseucht sind, Menschen an Krebs sterben und Babys mit schlimmsten Missbildungen geboren werden.

- Dass überhaupt Afghanistan als Testgelände für neue Waffen werwendet wird, einschliesslich Phosphor- und Wolframbomben, welche die übelsten Schäden an Mensch und Natur anrichten.

Das sollen wir alles nicht wissen, sondern uns mit "intimen Details" beschäftigen.

Schaut euch die Fotos von Dr. Mohamed Daud Miraki hier an, aber Vorsicht, sie sind heftig!

Und hier sein Video über das Massaker der US-Streitkräfte vom 22. August 2008, bei dem über 90 Bewohner des Dorfes Azizabad ermordet wurden:

Teil 1:


Teil2:

Dienstag, 17. August 2010

Afghanistan ist Obamas Krieg

Es wird gerne von den Apologeten der US-Kriegspolitik erzählt, Barracke Osama hat den Krieg in Afghanistan von Georgi Boy nur geerbt und musste ihn „gezwungenermassen“ weiterführen. Er ist dazu gekommen wie die Jungfrau zum Kind, völlig unschuldig.

Die Wahrheit ist aber eine ganz andere. Erstens hat seine Heiligkeit die Truppenstärke mehrmals erheblich erhöht. Zweitens haben mehr US-Soldaten während seiner kurzen Misswirtschaft ihr Leben verloren als unter seinem Vorgänger. Ja, Afghanistan ist definitiv der Krieg des Friedensnobelpreisträgers und diese Auszeichnung sollte in Kriegsnobelpreis umgetauft werden.

Seit Obama im Januar 2009 ins Amt gehievt wurde, sind 588 US-Soldaten „gefallen“. Unter Bush waren es 564. Das heisst, in den 2 kurzen Jahren von Obama mehr als in den 7 langen Jahren von Bush. Damit hat sich die Zahl der getöteten US-Soldaten unter Obama verdoppelt.

2009 war das Rekordjahr mit 310 Toten, doppelt so viel wie das höchste Jahr 2008 unter Bush mit 153. Das hat Obama befohlen und auf dem Gewissen. Die neuesten Todesfälle heute den 17. August mit drei US-Soldaten.

Das Motto der schwarzen Friedenstaube heisst jetzt „Yes we can ... kill more than Bush!

Insgesamt sind es für alle ISAF-Streitkräfte, oder der Koalition der Söldner, bis heute 2004 tote Soldaten, davon 42 Deutsche.

Und was hat er damit erreicht? Nichts! Ausser Hunderttausende getötete und verwundete afghanische Zivilisten, ein völlig zerstörtes Land, mit einer korrupten Marionettenregierung und blühenden Mohnfeldern, die Rekordprofite für die Drogenmafia aka CIA garantiert. Und das ganze kostet astronomische Summen, die den amerikanischen Staat noch mehr in den Bankrott treibt. Gleichzeitig ist kein Geld für die staatlichen Aufgaben da, die Infrastruktur des Landes zerbröckelt völlig und die Arbeitslosigkeit liegt bei 22 Prozent.

Das heisst, Obama hat nicht nur Bush mit den Kriegstoten übertroffen, er hat auch in der kurzen Zeit die Staatsverschuldung verdoppelt und die Vernichtung der Arbeitsplätze noch mehr vorangetrieben. Was den Umweltschutz betrifft noch mehr Schaden wegen der Ölkatastrophe und seinem Nichthandeln angerichtet wie Bush mit Katrina in New Orleans.

Aber verkaufen tut er sich mit Hilfe der Medien genial, zuletzt in dem er im Golf von Mexiko baden ging, obwohl das auch gefaked ist. Es wurden gar keine Presseleute zugelassen, sondern nur ein offizieller Fotograf des Weissen Haus. Die Ölpest geht unter Wasser munter weiter und US-Forscher widersprechen Behauptungen der Obama-Regierung, wo nach ein Grossteil des ausgelaufenen Öls wieder verschwunden sei.

Wollte er nicht die Kriege beenden? Hat er das nicht hoch und heilig versprochen? Wurde er nicht gerade deswegen gewählt, weil er die Bush-Ära der Kriege beenden und eine neue Zeit des Friedens einläuten wollte? Hier ein Ausschnitt aus seiner Wahlkampfveranstaltung vom 27. Oktober 2007. Dort versprach er:

"Ich verspreche euch folgendes, wenn wir nicht bis ich Präsident werde die Truppen abgezogen haben, dann ist es das erste was ich machen werde. Ich werde die Truppen nach Hause bringen und dem Krieg ein Ende setzen. Das könnt ihr zur Bank bringen!" (Englisch - das ist so sicher wie eine Bank (lach) oder darauf könnt ihr euch 100% verlassen)



Ja Mister Heiligenschein, wo sind deine Taten nach diesem Versprechen? Du bist genau so ein Lügner und Kriegstreiber wie dein Vorgänger, ja sogar noch schlimmer!

Die US-Bevölkerung ist aus dem Obama-Delirium aufgewacht und seine Beliebtheit ist laut neuesten Umfragen am Boden, zu gross sind die Probleme im Lande die er nicht anpackt oder sogar verursacht. Ab Morgen Donnerstag flüchtet er mit seiner Familie in die Ferien, auf der idyllischen Atlantik-Insel Martha's Vineyard will er am Strand liegen, wandern, Glace essen gehen, während die Menschen keine Jobs haben und aus ihren Wohnungen fliegen.

Verwandter Artikel: Unter der NATO-Herrschaft ist Afghanistan der grösste Drogenproduzent der Welt

Samstag, 7. August 2010

Was ist der Bundesregierung ein Menschenleben in Afghanistan wert?

Nach mehreren Monaten an Verhandlungen hat die deutsche Regierung sich mit den Hinterbliebenen der Zivilisten, die am 4. September 2009 durch den Luftangriff auf die beiden Tanklaster in der Nähe von Kundus getötete wurden, geeinigt.

5'000 Dollar gibt es für jede Familie, unabhängig davon, ob sie einen oder mehrere Tote zu beklagen hat. Es wurden bei der örtlichen Filiale der Kabul-Bank in Kundus Konten für die Familien der Opfer eingerichtet. Die Bundeswehr betont aber, damit handelt es sich um keine Schuldanerkenntnis, sondern es wird freiwillig gemacht.

Seit April verlangen die Verwandten der Toten und auch die Verwundeten des Angriffs eine Entschädigung. 50 von ihnen versammelten sich damals vor der Menschenrechtskommission in der Hauptstadt der Provinz Kundus und forderten auch die Bestrafung der Verantwortlichen für diesen kriminellen Akt.

Wir wollen, dass die deutschen Truppen uns entschädigen. Ich habe keine Arbeit und das Leben meiner Kinder und meiner Familie muss berücksichtigt werden,“ sagte Noor Jan, der eine Hand bei dem Angriff verloren hat.

Ein anderer Mann, Gulab Jan, der mehrere Mitglieder seiner Familie während des Luftangriffs verlor sagte, viele Kinder des Dorfes haben keine Eltern mehr. “Unser Dorf ist voller Waisenkinder … niemand kümmert sich um sie, niemand sorgt sich um sie,“ sagte er.

Einige hielten Banner hoch und verlangten Gerechtigkeit für ihre toten Verwandten. “Wir wollen Gerechtigkeit und wollen, dass die welche unschuldige Menschen getötet haben vor Gericht kommen,” stand auf einem Banner.

Der deutsch-afghanische Anwalt, Karim Popal, aus Bremen vertritt nach eigenen Angaben 60 der 165 Afghanen in Kundus, die Verwandte bei dem Angriff verloren haben. Er verlangte anfänglich 3 Millionen Euro von der deutschen Regierung und sagte, die Opfer benötigen eine langfristige Hilfe.

Jetzt sind es nur 5'000 Dollar pro Familie, ein lächerlich geringer Betrag für die vielen zerstörten Leben, sowie Familien die keinen Ernährer oder Kinder die keine Eltern mehr haben.

Zum Vergleich, die Hinterbliebenen des Absturz des Air-France-Fluges 447 über dem Atlantik bekamen 110'000 Euro pro getöteten Passagier. Und in Amerika ist ein Menschenleben mehrere Millionen wert, denn es wird auch Schmerzensgeld dazugerechnet. So musste der ehemalige Football-Star und Schauspieler O. J. Simpson den Familien der beiden die er ermordete 33,5 Millionen Dollar an Entschädigung zahlen.

Aber in den Kriegsgebieten der NATO-Länder ist das anders, die Zivilisten dort kann man wegballern, sind selber schuld wenn sie getroffen werden und sowieso nichts wert.

Einige Familienmitglieder sind froh wenigstens etwas an Geld zusehen, nach dem fast ein Jahr seit dem Angriff vergangen ist. Die Anwälte der Opfer sind aber empört, da die Bundeswehr hinter ihrem Rücken Verhandlungen führte. Da keine Schuld zugegeben wurde, sagen sie, werden einige ihrer Klienten den Rechtsweg wegen der Tötung beschreiten.

Die Unverschämtheit ist ja, die Bundesregierung hat kein offizielles Reglement für die Entschädigung der durch die Bundeswehr getöteten Zivilisten. Sie gibt ja nicht mal zu, Deutschland führt in Afghanistan einen Krieg. Nein, es handelt sich ja nur um einen harmlosen Ausflug in die Botanik des Hindukusch, wo sie rein zufällig und ohne Absicht die Einheimischen ermorden lässt.

Das wenigste was sie tun könnte, wäre ein Waisenhaus für die vielen elternlosen Kinder zu errichten, für die sie die Verantwortung trägt. Wenn ein Pinguin irgendwo sein Flügelchen verletzt, dann vergiessen die deutschen Gutmenschen Krokodilstränen ohne Ende und rufen zu Spenden auf. Wie wäre es wenn ihr mal den Überlebenden eures illegalen und verbrecherischen Krieges helft. Das wäre viel wichtiger.

Verwandte Artikel: Bundeswehr verursacht ein Massaker in Afghanistan, Frau Merkel, das haben Sie verbrochen!, 11 Verwandte der Opfer des Bombenangriffs berichten

Freitag, 6. August 2010

Hollywood bereitet den Krieg gegen Iran vor

Ein Propaganda-Film über die Abrüstung von Atomwaffen wird seit dem 23. Juli in den Kinos der USA gezeigt, der ganz klar die Meinungsbildung beeinflussen soll. Er heisst «Countdown to Zero» und es geht Vordergründig darum, die Zuschauer für die atomare Abrüstung zu motivieren, also eigentlich eine gute Botschaft. Tatsächlich wird aber die Angst vor dem Iran geschürt, ganz klar mit der Absicht, die Menschen auf einen Angriff gegen das Land vorzubereiten.

Wer sind die Macher des Films? Genau die welche uns auch den grössten Lügenfilm bisher gebracht haben, «Eine unbequeme Wahrheit», über die Gefahr des CO2 und der vom Menschen gemachten globalen Erwärmung. Auch so eine Panikmache und Erfindung.

So wird im Film behauptet, islamistische Terroristen der „Al-Kaida“ wollen sich Nuklearmaterial oder Atomwaffen beschaffen und in Amerika zünden und damit 4 Millionen Menschen ermorden. Gleichzeitig zeigen sie Aufnahmen von Präsident Mahmud Ahmadinedschad immer wieder, mit der Absicht ihn damit in Verbindung zu bringen, wie wenn er die Terroristen damit ausstatten könnte.

Dabei wissen wir, eine internationale Terrororganisation mit Namen „Al-Kaida“ gibt es nicht. Eine die "Al-CIAda" heisst schon, die besteht nämlich aus verblendeten Idioten, welche von der CIA angeheuert werden, um Terror auf Bestellung zu verüben.

Der Film wird als wissenschaftlicher Dokumentarfilm getarnt, dabei besteht er aus reiner Polemik, Behauptungen und übelster Propaganda, genau wie der, den Al Gore präsentierte, der eigentlich «Eine bequeme Lüge» heissen sollte. Der Klima-Film strozt vor Ungenauigkeiten, Übertreibungen und Pseudowissenschaft, dient nur der politischen Indoktrination, speziell der Jugend, und der neue soll das gleiche bewirken.

Mit bombastischen Bildern und den Aussagen von sogenannten Experten, wird dem Zuschauer eingehämmert, es besteht eine grosse Gefahr für die Menschheit durch Atomwaffen in der Hand von "Schurkenstaaten" und deshalb muss man "präventiv" zuschlagen.

Das erinnert mich an die Behauptung von Condoleezza Rice im Januar 2003, der "Sicherheitsberaterin" von Bush, vor Beginn des Angriffs auf den Irak über Saddam Hussein: "Wir wissen er hat die Infrastruktur und die Nuklearwissenschaftler um Atomwaffen zu bauen. Das Problem ist, dass es immer eine Ungewissheit geben wird, über wie schnell er Nuklearwaffen sich aneignet. Aber wir wollen nicht, dass der rauchende Colt ein Atompilz ist."

Alles erstunken und erlogen was diese "Sicherheitsexpertin" von sich gab, nichts von dem was sie behauptete stellte sich als Tatsache heraus.

Man muss nur sehen, wen sie alles als Interview-Partner für den neuen Film genommen haben. Die schlimmsten Kriegshetzer der Vergangenheit, wie Tony Blair, Zbigniew Brzezinski und James Baker. Dann Mitglieder der auf Waffenfirmen spezialisierte Investmentfonds Carlyle Group, dessen Hauptaktionär die Bush-Familie ist. Und Mitglieder der Trilateral Commission, Council on Foreign Relations und von Gruppen, welche sich für die nukleare Nichtverbreitung engagieren.

Diese Herrschaften förderten, verlangten und profitierten von dem sogenannten «Krieg gegen den Terror», verbreiteten die Lüge, Saddam Hussein hätte Massenvernichtungswaffen und deshalb musste man mit einem Präventivkrieg den Irak angreifen, um die grosse Gefahr für die Welt zu verhindern. Ausgerechnet die lässt man im Film zu Wort kommen und für die Abrüstung von Atomwaffen sprechen?

Das wäre genau so, wie wenn man Hitler und Stalin in einem Film über die Notwendigkeit der Menschenrechte und Demokratie befragen würde und sie als glaubhafte Experten auf diesem Gebiet präsentiert.

Die gleichen Lügen wie gegen den Irak werden jetzt gegen den Iran verwendet, ein wichtiges Indiz dafür, sie wollen dort demnächst zuschlagen und die Menschen für die Notwendigkeit vorkonditionieren.

Joe Cirincione, ehemaliger Berater von Barack Obama in Sachen Nuklearabrüstung, Mitglied der Council on Foreign Relations und Präsident des Ploughshares Fund, eine Gruppe die sich für die Nichtverbreitung von Atomwaffen einsetzt, spricht die deutlichsten Worte gegen den Iran aus:

"Der Iran ist die Speerspitze. Es ist das grösste Problem das wir lösen müssen."

Das soll das grösste Problem was die Abrüstung von Atomwaffen betrifft sein? Sie haben ja gar keine, im Gegensatz zu anderen Ländern. Was sollen sie denn abrüsten? Saddam Hussein musste auch Massenvernichtungswaffen deklarieren die er gar nicht hatte.

Am 12. Februar 2009 sagte der oberste Chef aller 16 US-Geheimdienste, Admiral Dennis Blair, vor dem Sicherheitsausschuss des Kongress, der Iran hat kein Atomwaffenprogramm und er bestätigte damit die gleiche Sicherheitsbeurteilung aus dem Jahre 2007. Der Iran hat keine Atomwaffen und hat auch kein Programm zur Herstellung, das sagt der, der es am besten wissen sollte. Wie kann man deshalb permanent über alle Medien so eine Hysterie und solche Lügen über den Iran verbreiten?



Der Film ist komplett einseitig. So wird nur über die Atomwaffen von Pakistan und Nord Korea hergezogen, aber kein Wort über die von Indien und selbstverständlich nichts über die von Israel, beides Länder die Atomwaffen besitzen und den Atomsperrvertrag NICHT unterzeichnet haben. Über den Iran selbstverständlich dauernd, der gar keine Atomwaffen hat, den Vertrag zur Nichtverbreitung unterzeichnete und laufend UNO-Inspektionen zulässt.

Es wird behauptet, der Iran bedrohe seine Nachbarn. Die Tatsache ist aber, Amerika und Israel sind die einzigen im Nahe Osten die Länder bedrohen, sogar mit Atomwaffen, fremdes Territorium besetzen, laufend bombardieren und Hunderttausende töten. Sie fielen sogar über Schiffe her, die Hilfsgüter nach Gaza bringen wollten, haben sie in einem Piratenakt gekapert und ermordeten dabei 9 Aktivisten.

Dann stellt sich der Film nicht generell gegen die Atomtechnologie, sondern verurteilt nur die Atomwaffen der Länder, die Amerika nicht im Würgegriff hat. Mit keinem Wort wird die Atomkraft erwähnt, wo doch bekannt ist, die Explosion des Reaktors in Chernobyl 1986 hat 100 Mal mehr Radioaktivität verbreitet, als die Atombomben in Hiroshima und Nagasaki zusammen. Dort lauert genau so eine Gefahr.

Ist ja auch klar warum der Film das nicht erwähnt, weil die Macher des Al Gore Films von der Atomlobby gesponsort werden. Es ist doch eine Tatsache, die ganze Panikmache und Medienpropaganda über eine globale Erwärmung durch CO2 wird von der Atomindustrie bezahlt, sie profitieren davon, weil ja Atomkraftwerke „sauber“ sind und „keine CO2“ produzieren. Die ganzen nützlichen Schafe die an die Klimaerwärmung glauben, sollen am Ende nach Atomstrom blöken, die einzige wirkliche Alternative in ihren Augen, dort geht die Reise hin. Es befinden sich mindestens 120 Kernkraftwerke weltweit in Planung oder im Bau.

Der Film erwähnt auch nicht die Anwendung von radioaktiver DU-Munition durch die NATO-Staaten in den Kriegsgebieten, mit dem ganze Landstriche im Balkan, Irak und Afghanistan verseucht sind. Nichts über die Folgeschäden, Missbildungen bei Babys und dem langsamen Tod der Bevölkerung durch Krebs. Wo kommt das abgereicherte Uran her? Aus Atomkraftwerken und Atombombenfabriken und wird so als Abfall "entsorgt".

Dann verbreitet der Film die gleichen Lügen und Angstmacherei über den Terror, den die Kriegshetzer uns laufend erzählen, wie Osama Bin Laden wäre am Leben und würde sich in Pakistan verstecken, dabei ist er seit 9 Jahren tot. Deshalb müsste man intervenieren und den „Krieg gegen den Terror" dort weiterführen, sprich mit Drohnen massenweise Zivilisten aus der Luft ermorden. Das Phantom muss weiter als Bösewicht herhalten und für den Krieg im nächsten moslemischen Land als Ausrede dienen.

Dann behauptet der Film, die Hamas wäre eine Terrororganisation. Seit wann ist die Arbeit einer demokratisch gewählten Partei, die sich für die Bevölkerung einsetzt, diese verteidigt und die Aufhebung der totalen Blockade des Gaza-Streifens verlangt, Terrorismus? Hat die Hamas irgendwo auf der Welt einen Terrorakt begangen? Nein. Dann waren wohl die, welche sich gegen die Blockade von Berlin einsetzten und Hilfsgüter der Not leidenden Bevölkerung damals lieferten auch Terroristen.

Müssen wir jetzt die Geschichte umschreiben und die Piloten der Rosinenbomber als Terroristen bezeichnen? War die Luftbrücke nach Berlin ein Terrorakt? Waren die, welche Tunnel unter die Berliner-Mauer buddelten auch alles Terroristen? Scheinbar schon, denn die Tunnelbauer von Gaza, welche die Bevölkerung mit lebenswichtigen Material versorgen, und ihre Tunnel unter der Mauer, werden regelmässig von der israelischen Luftwaffe zerbombt, mit der Ausrede, das wären Terroristen.

Der Film ist professionell produziert, mit tollen Bildern, sehr eindrücklich, und sicher ist das Verlangen nach einer kompletten atomaren Abrüstung wünschenswert, was mit «Zero» im Filmtitel gesagt wird. Nur, hier handelt es sich tatsächlich um Kriegspropaganda, wieder auf clevere Art gemacht, mit einer Botschaft vermischt, auf die viele Gutmenschen reinfallen werden, genau wie ihr Film über die globale Erwärmung.

Man kann doch nicht die komplette Abrüstung der Atomwaffen verlangen, in dem man einen Krieg gegen den Iran befürwortet, der ja gar keine hat. Und in dem man, wenn es um die eignen Atomwaffen und um Atomkraftwerke geht, auf einem Auge völlig blind ist.

Das ganze erinnert mich an den Hollywood-Film «Pearl Harbor», der kurz vor dem 11. September 2001 in die Kinos kam, mit der Botschaft, das arme Amerika wurde von den bösen Japanern aus heiterem Himmel angegriffen und jetzt müssen die braven US-Boys zurückschlagen. Damit wurde auch die amerikanische Bevölkerung psychologisch vorbereitet, bevor sie ihren Angriff auf sich selber inszenierten. Die ersten Worte nach 9/11 von George W. Bush waren damals, "das ist ein neues Pearl Harbor" und nicht mal vier Wochen später, am 7. Oktober 2001, begann die Bombardierung Afghanistans.

Die Propagandalügen gegen den Iran in 6 Minuten widerlegt:

Freitag, 30. Juli 2010

Die Niederländer verlassen Afghanistan am Wochenende

Der Einsatz der niederländischen Armee in Afghanistan endet am Sonntag nach vier Jahren und die Truppen gehen nach Hause. 1950 Soldaten treten die Heimreise an und in der südlichen Provinz Oruzgan werden Einheiten aus Australien, Slowakei und Singapore sie ersetzen.

Der Krieg in Afghanistan hat den niederländischen Steuerzahler 1,4 Milliarden Euro gekostet und 24 niederländische Soldaten verloren ihr Leben seit 2006.

Oruzgan ist einer der ärmsten und abgelegensten Provinzen in Afghanistan. Es ist auch die Gegend mit der höchsten Opiumproduktion. Die niederländische Mission wurde als 3D Handlungsweise bekannt, (defence, development und diplomacy) oder Verteidigung, Entwicklung und Diplomatie.

Mit Hilfe von NGOs ist die Entwicklungsarbeit von 6 auf 50 Projekte gestiegen, wie die niederländische Botschaft in Kabul verkündete. 50'000 Kinder besuchen die Schule in Oruzgan, viermal mehr als 2002. Eine Million Obstbäume wurden an die Bauern in der Provinz verteilt, um eine alternative Einkommensquelle zu den Mohnfeldern anzubieten. Die Botschaft meldet weiter als Erfolg, sie haben auch dabei geholfen eine Strasse zwischen den zwei grössten Städte der Provinz, Chora und Tarin Kowt, zu bauen, um den Handel zu fördern.

Sie haben auch 3'000 afghanische Soldaten ausgebildet, die „jetzt unabhängig Einsätze durchführen können,“ wie der oberste Kommandeur der niederländischen Streitkräfte General Peter van Uhm sagte.

Wir haben der Mehrheit der Bevölkerung relative sichere Lebensbedingung und Fortschritt in der Gesundheitsversorgung, Ausbildung und Handel gegeben,“ sagte van Uhm als Hinterlassenschaft in Oruzgan. „Wir haben spürbare Resultate erreicht, auf die die Niederlande stolz sein kann,“ verkündete er bei einer Presskonferenz am Donnerstag.

NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat bereits den Einsatz der Niederländer als Musterbeispiel für andere bezeichnet.

Der afghanische Präsident Hamid Karzai bedankte sich bei den Niederländern “für die Arbeit welche die niederländischen Soldaten und Entwicklungshelfer geleistet haben und noch leisten, um das Land aufzubauen.

Ein Sprecher der niederländischen Regierung sagte, alle ihre ISAF-Soldaten werden bis September zurückkehren, einschliesslich der vier F-16 Kampfflugzeuge bis Ende des Jahres.

Kommentar: Das ist eine gute Nachricht und zeigt, es geht also doch. Die anderen Länder sollen sich nicht nur ein Beispiel an der Vorgehensweise der Niederländer in den letzten vier Jahren in Afghanistan nehmen, sondern auch wie sie, ihre Truppen sofort abziehen und endlich den Angriffskrieg den sie seit 10 Jahren dort führen beenden. Jetzt macht eine Regierung mal was richtig, ist aufgewacht und geht.

Es ist ja schlimm genung, dass die Niederländer sich auch in den Krieg gegen Afghanistan haben reinziehen lassen, aber wenigstenst haben sie es kappiert, es ist falsch dort zu sein und gehen, trotz massivem Druck der sogenannten Partner. Die anderen NATO-Staaten sind völlig verblödet und nur Befehlsempfänger Washingtons, so wie Deutschland, verteidigen den verbrecherischen Krieg auch noch und verstärken ihre Präsenz.

Donnerstag, 29. Juli 2010

Ja der Bote ist wieder der Täter

Jetzt kommen die Kritiker und platzen vor Neid, weil Wikileaks eine Scoop gelandet hat. Die auf "unserer Seite" Wikileaks jetzt kritisieren können nicht logisch denken, fallen wieder typisch auf "der Bote ist der Täter" rein. Wieso kritisiert man Wikileaks für den Inhalt der militärischen Dokumente, oder unterstellt ihnen böses? Sie veröffentlichen sie ja nur und habe sie nicht geschrieben. Sie interpretieren sie auch nicht, sondern das machen die Medien.

Man kann die Behauptungen in den Berichten anzweifeln, ja, aber doch nicht Wikileaks. Vieles was da drin steht ist mit Vorsicht zu geniessen, denn die Berichte wurden von Soldaten abgefasst, damit sie sich nach Oben rechtfertigen können. Vieles wird nicht stimmen und erfunden sein, zum Beispiel das über Bin Laden. Klar müssen sie so tun wie wenn er noch lebt, sonst ist der Sinn des Krieges erledigt. Die Berichte sind auch kein Beweis für seine Existenz.

Wer aber behauptet, Wikileaks ist eine CIA-Operation, um sie damit in den Dreck zu ziehen, ist ganz klar ein nützlicher Helfer der Schattenmacht, oder ein armseliger Neider des Erfolgs.

Der Hauptpunkt den man Wikileaks-Gründer Julian Assange vorwirft und als "Beweis" für seine Falschheit bringt, ist die angebliche Aussage von ihm: "Ich bin dauernd generved, dass Leute durch falsche Verschwörungen wie 9/11 abgelenkt sind ...". Ich bin der Sache nachgegangen und habe herausgefunden, alle die das zitieren schreiben von einer Quelle ab oder voneinander ab. Diese Aussage steht im Ursprung in einem Artikel des Belfast Telegraph, aber ohne zu sagen wie sie zustande kam. Wie glaubwürdig ist das denn? Aber alle springen drauf, prüfen nichts und plappern nach.

Und wenn man die Redlichkeit von Wikileaks nicht anzweifelt, aber dafür die Quelle der 92'000 Seiten an Dokumenten, dann muss man sich mal den Aufwand vorstellen, um diese Menge zu produzieren. Und für was? Damit man sagen kann, Pakistan und der Iran helfen den Taliban? So eine Behauptung kann die Obama-Regierung auch einfacher machen. Dazu muss sie nicht einen gigantischen Berg an Seiten als Fake produzieren und über Wikileaks veröffentlichen.

Um den Krieg gegen den Irak zu begründen, hat Colin Powell nur ein Glasfläschchen mit einem Pulver und eine Powerpoint-Präsentation über mobile Giftgasfahrzeuge der UNO-Vollversammlung gezeigt. Der Rest an Kriegspropaganda lief über die Medien mit der Lüge über Massenvernichtungswaffen, nur mit unbewiesenen Behauptungen. Das war alles. Die Leute haben es geschluckt und der Krieg ging los.

Ausserdem wissen ja alle, die Nachbarländer helfen den Taliban. Ist doch logisch und nichts neues. Von wo haben sie sonst ihre Waffen her? Die fallen doch nicht vom Himmel. Das wäre doch nicht Grund genug den Iran anzugreifen, denn schliesslich umgekehrt war es ja auch so.

Die USA gaben den Mujahedin Waffen um die Sowjets zu bekämpfen, oder gaben Saddam Hussein Waffen um den Krieg gegen den Iran zu führen. Das ist doch normal in diesem Dreckgeschäft. Die CIA hat damals sogar die Ägypter dazu gebracht, eine ganze Fabrik zur Herstellung von AK-47 und Panzerfäuste für die afghanischen Widerstandskämpfer aufzuziehen.

Aktuell werden die pakistanischen Taliban mit Ausbildung, Geld und Waffen von Israel und Indien ausgestattet, um das einzige muslemische Land das Atomwaffen hat zu destabilieren. Und die Amerikaner unterstützen die Jundallah mit Waffen und Geld, um im Iran Terroranschläge zu verüben. Die CIA lässt sogar ganze Lastwagenladungen voller Waffen einfach abseits stehen, damit die afghanischen Taliban sich bedienen können. Alle Seiten liefern Waffen an die, welche sie gerade benutzen, um den Feind zu bekämpfen oder um überhaupt einen Feind zu haben.

Denkt doch mal nach, wenn die CIA Desinformation verbreiten will, um einen Krieg gegen den Iran zu begründen, dann machen sie das über ihre üblichen Kanäle, über die sogenannten "seriösen Medien" und mit Profijournalisten, die sie in der Tasche haben, und nicht über eine "obskure" Webseite, die bis jetzt nur Insider kannten. Die gehen über die Massenmedien damit es glaubhaft wirkt, um die Massen zu beeinflussen und nicht über das Internet, das immer noch als unseriös gilt.

Was die CIA mit ihren Handlangern beeinflusst, ist sicher die Auswertung und Berichterstattung über die Papiere durch die Medien, aber damit hat ja Wikileaks nichts zu tun. Deshalb sagte ich auch, was die New York Schleim und der Schmiergel darüber schreibt kann man vergessen. Höchstens der Guardian ist glaubhaft.

Ausserdem, guckt euch die Vergangenheit an. Das Apache-Video zum Beispiel, welches Wikileaks veröffentlichte, wo man die Abschlachtung der Zivilisten und Journalisten mit Maschinengewehrsalven aus Helikoptern in Bagdad sah. Das hat die CIA ihnen zugespielt und das soll zum Vorteil der USA sein? Lächerlich. Das war doch ein grosser PR-Gau für Amerika und zeigte der Öffentlichkeit wie verbrecherisch das US-Militär im Irak vorgeht.

Ich muss immer wieder den Kopf schütteln über sogenannte "Infokrieger", die nicht differenzieren können zwischen dem Boten und der Botschaft. Wikileaks identifiziert sich nicht mit dem Inhalt oder der Quelle der Afghanistan-Papiere, sondern sie haben sie zugespielt bekommen und zeigen sie nur. Das ist wie wenn man den Wetteransager der einen Sturm ankündigt unterstellt, er findet es gut wenn es stürmt. Echt Kindergarten was hier abläuft und sehr schädlich für unsere Sache.

Was wäre die Konsequenz der Madigmachung von Wikileaks? Das man nichts mehr glaubt was die Whistleblower ihnen aushändigen und sie veröffentlichen. Das kein Whisteblower ihnen mehr was schickt. Genau das wollen die, welche durch die Bekanntmachung der geheimen Papiere blossgestellt werden. Ziel erreicht.

Warum versucht die Obam-Regierung mit allen Mitteln weitere Veröffentlichungen zu verhindern und warum schiesst die Systempress wie der Schmiergel auf Wikileaks, wenn sie doch eine CIA-Operation sein soll? Das ist ein Widerspruch und zeigt, es ist eben nicht so. Statt zum Paranoika zu werden und alles und jeden zu verdächtigen, sollte man den gesunden Mittelweg gehen.

Wenn man nichts mehr glaubt, auch nicht den Whistleblower oder den Seiten die ihre Informationen veröffentlichen, hilft man ja auch der NWO. Genau das wollen sie ja. Das hat doch nichts mit gesunder Skepsis zu tun, speziell wenn man nicht den Funken eines Beweises hat, sondern mit einer negativen Einstellung gegenüber jedem und alles, die einen nur runterzieht.

Statt den Krieg und die Kriegstreiber zu kritisieren, gehen jetzt einige her und kritisieren den Boten der Kriegsnachrichten, streuen damit Zweifel und Unsicherheit, lenken vom wesentlichen ab. Ach wie freuen sich die Weltverbrecher über diesen Innenkampf und lachen sich schief. So funktioniert "divide et impera".

Regel Nummer 2 meines Zehnpunkteplan, "Denk dran, wir sind auf der selben Seite".

Deutschland hat auch ein Killerkommando in Afghanistan

Die Veröffentlichung der US-Militärdokumente durch Wikileaks zeigt, dass die Amerikaner Sondereinheiten wie die Taskforce 373 (TF373) einsetzen, um Jagt auf die Talibanführung zu machen. Es handelt sich dabei um Killerkommandos die mit Listen von „Feinden“ ausgesandt werden, um sie zu ermorden. Deutschland hat auch so eine Mördertruppe, die genau das gleich macht: Sie heisst Taskforce 47 (TF47).

Die Truppe besteht aus 120 Männern, die zum Teil aus Mitgliedern des Kommandos Spezialkräfte (KSK) und aus Aufklärern der Bundeswehr zusammengesetzt ist. Sie arbeiten mit Geheimdiensten zusammen und ihr Auftrag ist es Jagt auf die Führung des Widerstandes zu machen, die auf einer Feindesliste der ISAF stehen. Dabei werden keine Gefangenen gemacht, sondern sie werden einfach liquidiert, oder den Amerikanern übergeben, die sie dann verschwinden lassen.

Über dieses im Geheimen, völlig autonom und ohne Aufsicht operierendes Killerkommando ist wenig bekannt. Das deutsche Parlament und die Kontrollgremien der Bundeswehr wissen wenig oder gar nichts darüber. Sie unterliegen auch nicht der normalen militärischen Befehlsstruktur.

Sie haben keine Namensschilder, tragen längere Bärte und unterscheiden sich deutlich von normalen Bundeswehrsoldaten und lassen es denen auch spüren. An die Bekleidungsregeln der Bundeswehr müssen sie sich scheinbar nicht halten.

Bekannt wurde die Existenz der Truppe erst richtig Anfang September 2009, weil sie hauptsächlich an der Koordinierung der Bombardierung der beiden Tanklastwagen beteiligt war, bei dem mindestens 140 afghanische Zivilisten ermordet wurden. Daraus ergaben sich Fragen seitens des Parlaments. Der Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung Thomas Kossendey (CDU) verweigerte aber den Abgeordneten die Auskunft und sagte, nur die Chefs und deren Stellvertreter im Verteidigungs- und im Auswärtigen Ausschuss dürfen darüber was wissen.

Hans-Christian Ströbele der Grünen nannte diese Geheimhaltung gegenüber den Parlamentariern verfassungswidrig und verwies auf zwei Urteile des Bundesverfassungsgerichts. Danach kann die Bundesregierung nicht einfach Auskünfte ohne solide Einzelfall-Begründung verweigern. Aber Guttenbergs geheime Greifertruppe kann weiterhin ohne Kontrolle machen was sie will.

Offensichtlich gibt es eine Verbindung zwischen der TF47 und der amerikanischen TF373 und sie bearbeiten die selbe ISAF-Fandungsliste, führen den selben Auftrag des „search and kill“ aus. Dabei werden zahllose unschuldige Zivilisten auch getötet, was dann als Kollateralschaden und „sie sind selber schuld“ abgetan wird, wie die Bombardierung der Tanklastwagen zeigt.

In Kunduz, wo die Truppe stationiert ist, haben sie einen eigenen geheimen Kommandostand, der bestens technisch ausgerüstet ist. Für ihre Aufklärungsarbeit setzt die TF47 die von Israel gelieferten Aufklärungsdrohnen „Heron“ ein. Sie sollen das Lager schützen, überwachen die Umgebung, suchen nach Widerstandskämpfern, werten Drohnenbilder aus, werben lokale Informanten an oder hören mit Dolmetschern den Funkverkehr möglicher Feinde ab.

Der Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums, Christian Dienst, sagte, wenn man Verdächtigen nicht anders habhaft werden könne, sei im Rahmen der Verhältnismässigkeit "auch die gezielte Tötung im Einklang mit dem Völkerecht". Er ergänzt: "Und so handeln auch die Amerikaner." Was die deutsche TF47 betrifft räumte er ein, in einem Gefecht "kann es natürlich auch bei Aktionen, die das Ziel haben, einen Zugriff herbeizuführen, zu tödlichen Ereignissen kommen".

Wie schön doch Schreibtischtäter dieses Morden ohne Rechtsgrundlage umschreiben können.

Die Schattentruppe - Task Force 47 - Deutsche Spezialkräfte in Afghanistan:

Sonntag, 25. Juli 2010

Wikileaks veröffentlicht geheime US-Papiere über Afghanistan via Medien

Die sogenannten „Kriegstagebücher“, bestehend aus 92'201 interne Aufzeichnungen der Handlungen des US-Militärs in Afghanistan zwischen Januar 2004 und Dezember 2009, wurden von Wikileaks an den Guardian in Grossbritannien, der New York Times in den USA und dem Spiegel in Deutschland zur Veröffentlichung übergeben. Es handelt sich dabei um Geheimdienstberichte, Pläne und Berichte über die Operationen der Koalitionspartner, Beschreibung der gegnerischen Angriffe, Aufzeichnungen der Treffen mit lokalen Politikern, wovon die meisten geheim sind.

Die US-Behörden wissen schon seit Wochen, sie haben einen katastrophalen Verlust an geheimer Information erlitten, welche die Veröffentlichung der „Pentagon Papiere“ während des Vietnam-Kriegs als Kleinigkeit im Vergleich darstellt. Washington befürchtet, sie haben möglicherweise hochbrisantes Material verloren, einschliesslich ein Archiv an Zehntausenden Depeschen, die zwischen den US-Botschaften weltweit gesendet wurden, welche Waffenlieferungen, Handelsgespräche, geheime Treffen und die unzensierten Aussagen von anderen Regierungen beinhalten.

Wikileaks-Gründer Julian Assange sagt dazu, in den letzten zwei Monaten haben sie noch einen grossen Stapel an “Material hoher Qualität” aus militärischen Quellen erhalten und das Offiziere der Kriminalabteilung des Pentagon ihn um ein Treffen auf neutralen Boden gebeten haben, um zu helfen das Leck zu schliessen. Er hat das aber verweigert.

Hier ein Interview des Guardian mit Julian Assange:



Jetzt können die drei Medienhäuser den riesigen Haufen an geheimen Material der kriegsführenden Supermacht durchforsten und hoffentlich im öffentlichen Interesse wichtige Informationen bekanntmachen.

Übrigens, ich wurde im Vorfeld informiert, dass die Mitarbeiter der Druckerei, welche am Samstag den Spiegel drucken, von Sicherheitsleuten angewiesen wurden, sie dürfen das Magazin nicht während der Arbeit lesen, weil „top brisante“ Informationen über Afghanistan drin stehen, die sie nicht vor Montag weitergeben dürfen. Jetzt wissen wir um was es sich handelt und im Schmiergel stehen wird.

Es sieht aus wie wenn Bradley Manning, ein 22-jähriger Analyst im militärischen Nachrichtendienst, die Quelle für Wikileaks war. Er soll Zugriff auf zwei geheime Computernetzwerke gehabt haben, das "Secret Internet Protocol Router Network", SIPRNET, welches diplomatische und militärische Geheimnisse der USA übermittelt und das „Joint Worldwide Intelligence Communications System“, welches zur Übermittlung von ähnlichem Material dient, das als „top secret“ eingestuft wird.

Manning schütte fehlerhafterweise in einem Chat gegenüber dem Hacker Adrian Lamo sein Herz aus, der ihn später an die US-Behörden verriet.

Manning berichtete Lamo, er hätte „unglaubliche Sachen gesehen, fürchterliche Sachen, welche in die Öffentlichkeit gehören und nicht auf einem Server gespeichert in einem dunklen Raum in Washington DC ... kriminelle politische Drecksgeschäfte ... die Nicht-PR-Version der Weltereignisse und Krisen.

Am 26. Mai wurde Bradley Manning von der Operationsbasis 25 Meilen ausserhalb von Bagdad in der er Dienst tat verhaftet und nach Kuwait in eine Militärgefängnis verfrachtet.

Nach dem bekannt wurde, Wikileaks hätte grosse Mengen an geheimen Informationen erhalten, versuchte die britische Zeitung Guardian Julian Assange zu kontaktieren. Sie trafen ihn in einem Café in Brüssel, wo er wegen einer Ansprache vor dem Europäischen Parlament aufgetaucht war.

Assange berichtete dem Guardian, Wikileaks hätte mehrere Millionen Dokumente, welche die unerzählte Geschichte der amerikanischen Regierungsaktivitäten rund um den Globus beinhalten. Sie wären dabei eine Version ins Internet zu stellen, auf die jeder unzensiert Zugriff haben sollte.

Aber er fürchte auch, dass die Bedeutung der Dokumente und einige wichtige Geschichten die darin begraben sind nicht entdeckt werden, wenn sie einfach roh im Web erscheinen. Stattdessen war er bereit einem kleinen Team an Spezialreportern des Guardian für einige Wochen vor der eigenen Veröffentlichung den Zugriff zu gewähren, um festzustellen, was sie über die Durchführung des Kriegs verraten.

Um das Risiko eines Maulkorbs durch eine einstweilige Verfügung der US-Behörden zu entgehen, wurden die Dokumente auch der New York Times und dem Spiegel zur Verfügung gestellt und dadurch in drei verschiedene Rechtssystem gebracht. Zusammen mit dem Guardian werden die Informationen in allen drei Publikationen gleichzeitig am Montag veröffentlicht.

Unter der Vereinbarung hat Assange keinen Einfluss auf die Artikel, welche die drei Medienhäuser daraus machen, er hat nur ein Mitspracherecht über den Zeitpunkt der Veröffentlichung. Wikileaks stellt gleichzeitig die Dokumente online, die von Material gesäubert wurden, welches möglicherweise Menschenleben gefährden.

Der Guardian sagt übrigens, es wurde mit Assange nie über Geld gesprochen.

Wir können nur hoffen, dass die Analyse und Veröffentlichung des brisanten Materials, eine umfassende Aufklärung der üblen Machenschaften der US-Regierung ermöglichen, die dann zu umfangreichen Diskussionen, Entscheidungen und Reformen führen, welche eine bessere Welt ermöglichen.

Obwohl, dem Guardian traue ich eine korrekte Auswertung und Interpretation zu, sie haben auch über das Bilderberg-Treffen in Sitges Spanien als einziges Mainstreammedium ausführlich berichtet. Ihren Reporter Charley Skelton habe ich als guten Kollegen kennengelernt.

Der New York Times und dem Spiegel traue ich nicht über den Weg. Die beiden sind Propagandaorgane der NWO und kann man vergessen. Die werden das Ganze wie üblich völlig verdrehen und falsch interpretieren. Ihre Aufgabe ist es die kriegsführenden Regierungen zu schützen und nicht zu entblösen. Haben sie bisher immer gemacht.

Hier die wichtigsten Punkte über Afghanistan im ersten Bericht:

- Die Tötung von eigenen Soldaten durch "friendly fire"
- Die schlimme Anzahl an Toten unter der Zivilbevölkerung die vertuscht wird
- Wie NATO-Kommandeure zivile Opfer durch eigene Angriffe den Taliban zuschieben
- Wie Mordkommandos ausgesandt wurden um Taliban-Führer zu ermorden
- Die Behauptung, Iran und Pakistan würde die Taliban unterstützen, aber ohne Beweise
- Wie afghanische Soldaten und Polizisten sich gegenseitig beschiessen
- Der starke Anstieg an Bombenachlägen gegen die NATO-Truppen
- Wie der Krieg eigentlich verloren ist

Danke an den Guardian für die Initiative. Und einen ganz grossen Dank an Bradley Manning als "whistelblower", der eine langjährige Haftstrafe vor sich hat und unsere Unterstützung benötigt. Und an Julian Assange von Wikileaks. Sie sind Helden!

Verwandter Artikel: Warum der Krieg in Afghanistan illegal ist

Wikileaks: Afghan War Diary, 2004 - 2009
Guardian: Afghanistan - The War Logs

Dienstag, 29. Juni 2010

Warum der Krieg in Afghanistan illegal ist

Wegen des plötzlichen Rücktritt oder der Entlassung des Oberkommandierenden aller NATO-Truppen in Afghanistan, von General Stanley McChrystal, möchte ich die wichtigsten Argumente auflisten, warum der Angriffskrieg, den die NATO-Staaten schon seit 9 Jahren gegen Afghanistan führen, keinerlei Rechtfertigung besitzt und völlig illegal ist.

Zuerst erwähne ich wegen der Aktualität die neueste Aussage des CIA-Chefs Leon Panetta vom 27. Juni. Er sagte, die Vereinigten Staaten hätten seit 2001 keine verlässliche Geheimdienstinformationen über den Aufenthaltsort von Osama Bin Laden. Das heisst, seit 9 Jahren haben sie keinerlei Lebenszeichen von ihm auf irgend einer Weise empfangen. Er ist wie vom Erdboden verschwunden.

Dafür gibt es eine einfache Erklärung, Osama Bin Laden starb am 16. Dezember 2001, wie ich hier nachgewiesen habe. Wie will man deshalb den Aufenthaltsort eines Toten herausfinden, der im Jenseits weilt und dessen Körper zu Staub zerfallen ist.

Das bedeutet, alle sogenannten Botschaften seit Ende 2001 sind gefälscht und die Fälscher sind die welche vom Krieg profitieren. Sie dienen nur um den Schein zu wahren, er sei noch am Leben und stelle eine immense Gefahr dar, um den “Krieg gegen den Terror“ rechtfertigen zu können. Alleine weil Osama Bin Laden gar nicht mehr existiert, ist der ganze Krieg in Afghanistan, der mit seiner Suche hauptsächlich begründet wird oder wurde, völlig grundlos und illegal.

Aber schauen wir uns das internationale Recht an. Seit der Gründung der Vereinten Nationen im Jahre 1945, müssen alle Konflikte zwischen zwei Staaten laut UNO-Charter dem Sicherheitsrat vorgetragen werden und nur dieser alleine darf die Anwendung von Gewalt autorisieren. Ohne diese Genehmigung ist jede militärische Vorgehensweise gegen ein Land illegal.

Es gibt eine Ausnahmen zu dieser Regel. Wenn ein Land angegriffen wird, darf es sich verteidigen. Amerika wurde aber nicht von Afghanistan angegriffen. Der zitierte Grund, der 11. September 2001, hat ja nicht die afghanische Taliban Regierung durchgeführt. Kein einziger der angeblichen 19 Terroristen war ein Staatsbürger Afghanistans, sondern die meisten waren aus Saudi Arabien. Wenn überhaupt, dann hätten die USA Saudi Arabien angreifen müssen, aber nicht Afghanistan.

Jetzt behauptet aber die US-Regierung, die UNO hat den Angriff auf Afghanistan autorisiert. Präsident Bush hat das gesagt und Obama bei seiner Ansprache am 1. Dezember 2009 in West Point auch. „Der UNO-Sicherheitsrat hat die Anwendung aller notwendigen Schritte als Antwort auf den 9/11-Angriff zugestimmt,“ deshalb sind die US-Truppen dort einmarschiert, „unter dem Banner der internationalen Legitimität,“ sagte Obama.

Die Resolution 1368 des UNO-Sicherheitsrat, auf die sich Obama bezieht, meint aber mit dem Wortlaut „alle notwendigen Schritte“ seine eignen Massnahmen und nicht die der USA. Mit keinem Wort steht dort, die Amerikaner oder die NATO darf Afghanistan angreifen. Die einzig andere Resolution zu diesem Thema, nämlich 1373, beschreibt die verschiedenen Massnahmen als Antwort, wie das Einfreieren von Guthaben der Terroristen, die Bestrafung der Unterstützung von Terroristen, den Austausch von Informationen über Terroristen, die Verurteilung von Terroristen. Es handelt sich um Polizeimassnahmen gegen Kriminelle, aber nicht um einen Freifahrtschein für einen Krieg gegen ein ganzes Land.

Die Anwendung von Gewalt gegen Afghanistan ist in keiner Resolution erwähnt. Dieses Recht hat sich die USA und die NATO einfach genommen. Der Krieg der Amerikaner gegen Afghanistan wurde nicht vom UNO-Sicherheitsrat genehmigt, deshalb ist dieser Krieg völlig illegal. Jeder Politiker der das Gegenteil behauptet ist ein Lügner und ein Kriegshetzer, ist ein Befürworter eines Angriffskriegs und gehört bestraft.

Jetzt haben Politiker die Rechtfertigung gebracht, auch wenn der Krieg rein rechtlich illegal ist, dann ist er aber moralisch wegen 9/11 zu rechtfertigen. Obama hat dabei die Argumente von Bush übernommen, warum Amerika und seine Alliierten in Afghanistan Krieg führen, in dem er sagte:

Wir haben diesen Kampf nicht gesucht. Am 11. September 2001 haben 19 Männer vier Flugzeuge entführt und sie dazu benutzt um 3000 Menschen zu ermorden .... Wie wir wissen, gehörten diese Männer zu der Gruppe von Extremisten der Al Kaida ... Nach dem die Taliban sich geweigert haben Osama Bin Laden auszuhändigen, haben wir die Truppen nach Afghanistan geschickt.

Die drei Argumente in der Aussage von Obama zusammengefasst sind:

1. Der Angriff wurde von 19 Mitgliedern der Al-Kaida durchgeführt.
2. Der Angriff wurde von Osama Bin Laden befohlen, der in Afghanistan weilte.
3. Die Invasion war notwendig, weil die Taliban sich geweigert haben ihn auszuliefern.

Alle drei Punkte sind aber falsch und Lügen.

Zu Punkt 1: Wie ich in vielen meiner über 170 Artikel über 9/11 dargelegt habe, hat die US-Regierung bis heute die Identität der 19 mutmasslichen Entführer nicht bewiesen. Sie hat auch nie bewiesen, es sind diese Beschuldigten überhaupt an Bord der entführten Maschinen gewesen. Wir haben es einfach zu glauben und damit basta. Was aber bewiesen ist, die Identität von real existierenden Personen die noch am Leben sind wurde gestohlen und als die von Terroristen ausgegeben.

Auch einen Beweis für eine international operierende Terrororganisation mit Namen Al-Kaida wurde bis heute nicht erbracht. Es handelt sich nur um pure Behauptungen. Im Gegenteil, es ist erwiesen, diese Organisation existiert gar nicht, ist frei erfunden, bzw. es handelt sich um eine angeheuerte Truppe die für die CIA arbeitet und für selbst inszenierte Terroranschläge benutzt wird.

Alleine der Name Al-Kaida ist schon lächerlich, bedeutet nämlich auf Arabisch „Datenbank“ und haben die Amerikaner selber vergeben. Dabei handelt es sich um die Datenbank mit der Liste der Namen von Mujahedin, welche gegen die Sowjets während der 80ger Jahre im Auftrag der Amerikaner in Afghanistan kämpften, später dann im Balkan gegen die Serben, in Tschetschenien gegen die Russen und an anderen Orten wie in Nordafrika, wo immer sie gerade von Nutzen sind, damit die USA einen Grund hat militärisch zu intervenieren.

Selbstverständlich auch um die Bevölkerung in Angst zu versetzen, damit man den Polizeistaat einführen kann. Eine Al-Kaida wie sie uns dargestellt wird gibt es gar nicht, deshalb ist ein Krieg gegen diesen erfunden Feind zu führen völlig absurd.

Zu Punkt 2: Die Beweise für eine Schuld von Osama Bin Laden, oder er wäre der Hauptdrahtzieher hinter 9/11, hat die US-Regierung bis heute nicht vorgelegt. Sie geben ja sogar zu, keine Beweise zu haben und deshalb sucht das FBI ihn auch nicht wegen 9/11. Er ist auch deshalb nicht in Abwesenheit von der US-Justiz angeklagt und verurteilt worden. Osama Bin Laden hat seine Beteiligung vehement bestritten, so lange er noch am Leben war. Die späteren Botschaften mit einem Geständnis sind wie ich oben beschrieben habe nachweislich Fälschungen.

Zwei Wochen nach 9/11 hat US-Aussenminister Colin Powell der Presse gesagt: „Wir werden bald die Dokumente vorlegen, welche ganz klar die Verbindung von Bin Laden zu diesem Angriff beschreiben.“ Nur auf diese Dokumente warten wir schon seit 9 Jahren, sie sind bis heute nicht vorgelegt worden.

Auch Tony Blair musste zugeben: “Die Dokumente bieten keinen strafrechtlichen Fall gegen Osama Bin Laden, um eine Verurteilung vor einem Gericht zu erwirken.“ Es ist unfassbar, die Mutmassungen und Beschuldigungen waren den Politikern gut genug um einen Krieg zu starten, sind aber nicht gut genug für ein ordentliches Gerichtsverfahren. Das sagt doch alles über die Illegalität dieses Krieges.

Zu Punkt 3: Die Behauptung, die Taliban hätten Osama Bin Laden nicht ausgehändigt und deshalb musste man in Afghanistan einmarschieren, um ihn zu verhaften und vor Gericht zu bringen, ist auch falsch. Wie durch mehrere Medienberichte bewiesen, hat die Taliban-Führung gesagt, sie würden Osama Bin Laden ausliefern, wenn die USA die entsprechenden Beweise für seine Täterschaft vorlegen würden. Ein völlig korrekte rechtstaatliche Forderung.

Sogar nach dem die Bombardierung von Afghanistan im Oktober 2001 begann, haben die Taliban angeboten, Bin Laden auszuhändigen, wenn die USA mit der Bombardierung aufhört und Beweise für seine Schuld vorlegen würde. Bush antwortete darauf: „Es gibt keine Grund über Schuld oder Unschuld zu diskutieren. Wir wissen er ist schuldig.“ Demnach ist Bush und nicht die Taliban für die Nichtauslieferung verantwortlich.

Weder die Bush-Regierung, die britische Regierung, das FBI, die CIA, noch die 9/11 Untersuchungskommission haben bis heute Beweise vorlegen können, Osama Bin Laden war für den Angriff vom 11. September 2001 verantwortlich. Es handelt sich nur um unbewiesene Behauptungen, die vor keinem Gericht standhalten würden. Tatsächlich handelt es sich um eine gigantische Lüge, um einen selbst inszenierten Angriff auf sich selber, ein ungeheuerliches Verbrechen, mit dem man unter Anderem eine Eroberung von Afghanistan begründen konnte.

Was waren die wirklichen Motive für eine Invasion von Afghanistan?

Die wahre Täterschaft hinter 9/11 besteht aus Mitgliedern „befreundeter“ Geheimdienste, in Zusammenarbeit mit kriminellen Elementen aus dem US-Machtapparat, die jeweils verschiedenen Motive haben. Die einen wollen die Muslime als die Bösen schlechthin darstellen, die man ohne Skrupel vernichten kann. Andere können damit ihre imperialistischen Eroberungskriege führen, oder die Verfassung und Demokratie demontieren, oder es geht nur ums Geld, denn Krieg war schon immer das beste Geschäft.

Es ist erwiesen, die US-Regierung hatte die Invasion von Afghanistan mindestens ein Jahr vorher schon geplant. Zu behaupten, die USA wurde aus heiterem Himmel, völlig unvorbereitet überfallen und hat erst dann reagiert, ist eine Lüge. Das Pentagon war innerhalb von nur vier Wochen nach dem 11. September 2001 in der Lage den Krieg zu beginnen. Dieser illegale Angriff hat mit 9/11 überhaupt nichts zu tun, ausser um als fadenscheinige Ausrede für einen Invasion herzuhalten, welche die Medien verkauft haben und die meisten Menschen glauben.

Die US-Regierung stand in den 90ger Jahren in direkten Verhandlungen mit der Taliban-Regierung, wegen dem Bau einer Gaspipeline vom Kaspischen Meer bis nach Pakistan an den Indischen Ozean. Die Taliban waren aber mit den unverschämten Bedingungen der Amerikaner nicht einverstanden und fingen Verhandlungen mit den Chinesen an, die eine besseres Angebot machten. Darauf hin kam es zu einem letzten Treffen im Juli 2001 in Berlin, an dem der US-Vertreter den Taliban drohte: „Entweder ihr akzeptiert unser Angebot eines Goldteppichs, oder wir beerdigen euch unter einem Bombenteppich.

Die USA haben Afghanistan wegen der Kontrolle über die Ressourcen angegriffen und nicht weil sie Osama Bin Laden gefangen nehmen wollten. Dazu wäre nur eine kleine Sondereinheit notwendig gewesen und nicht eine ganze Armee von über 150'000 Mann. Die neuesten Meldungen über den Reichtum an Bodenschätzen in Afghanistan bestätigen dieses Motiv. Dazu kommt noch der ganze Drogenanbau und Drogenhandel, der unter den Taliban fast ausgerottet war. Seit dem die Amerikaner das Land besetzt haben und kontrollieren, steigen die Ernten von Opium- und Marihuana in Rekordhöhen und Afghanistan ist der grösste Drogenproduzent der Welt.

In Wahrheit geht es darum, eine korrupte und hörige Regierung zu installieren, welche das Ausplündern des Landes durch die US-Konzerne genehmigt, so wie die Amerikaner es überall auf der Welt praktizieren. Nur es funktioniert nicht wie geplant, die afghanische Bevölkerung bereitet den Invasoren einen erbitterten Widerstand, genau so wie sie allen anderen Eroberern schon vorher Widerstand geleistet haben.

Damit ist auch die Behauptung der europäischen NATO-Länder völlig falsch, es bestehe eine Beistandspflicht, weil die USA angegriffen wurde. Deshalb müsste man in Afghanistan als Alliierter mit in den Krieg ziehen. Der ganze Krieg ist illegal, weil er nur auf Lügen und Täuschung basiert. Auch die Abänderung der Begründung, es gehe um die Schaffung einer Demokratie, um Frieden und Menschenrechte und um den Aufbau des Landes, ist durch den völligen Mangel an Fortschritt nach 9 langen Jahren widerlegt. Die Menschen in Afghanistan sehen nichts davon, erleben nur Leid, Tot und Zerstörung.

Der Krieg in Afghanistan ist völlig illegal und muss sofort beendet werden.

Dienstag, 22. Juni 2010

General McChrystal weg vom Fenster?

Der Oberkommandierende aller NATO-Truppen, Viersternegeneral Stanley McChrystal, der den Krieg in Afghanistan führt, ist ins Weisse Haus zitiert worden und hat am Mittwoch dort zu erscheinen, nach dem er abfällige Bemerkungen über Präsident Obama und andere Mitglieder der US-Regierung geäussert hat. Er steht wahrscheinlich vor seiner Entlassung. Diese Insubordination des höchsten Kommandeurs zeigt, wie chaotisch und gescheitert die Kriegspolitik von Obama in Afghanistan mittlerweile ist.

Die Zeitschrift Rolling Stone veröffentlichte einen Artikel mit Aussagen von McChrystal und seinen engsten Mitarbeitern, die es in sich haben. Darin sieht man was hinter den Kulissen abläuft und welche Stimmung zwischen der Regierung und dem Militär herrscht. McChrystal ist ja bekannt für seine direkte und ungeschminkte Sprache. Obwohl McChrystal nur seit einem Jahr für den Krieg in Afghanistan zuständig ist, hat er es geschafft, jeden der mit dem Krieg zu tun hat anzupissen.

Ein Reporter der Zeitschrift begleitete den Tross von McChrystal während einer Reise durch Europa, um die NATO-Mitglieder bei der Stange zu halten, die sie von Paris nach Berlin führte. Sie mussten mit dem Bus fahren, weil wegen der Vulkanasche keine Flüge möglich waren. Dabei hat der Reporter allerlei mitbekommen.

So beschreibt der 55-jährige McChrystal dem Reporter seine erste Begegnung mit Obama im Oval Office als „enttäuschend“. Gleich von Anbeginn fanden die beiden keine Verbindung zueinander. McChrystal dachte, Obama sah „unbequem und eingeschüchtert“ aus, als er den Raum voller Lametta betrat.

Das erste Treffen bestand aus einem 10-minütigen Fototermin, sagte ein Berater von McChrystal. „Obama hatte keine Ahnung wer er war. Hier haben wir den Typen der diesen verdammten Krieg führen soll, aber er sah nicht sehr engagiert aus. Der Boss war sehr enttäuscht.

Dann hat McChrystal keine hohe Meinung von Vizepräsident Joe Biden und er sagt über ihn: „Ich weiss nie was ihm gerade einfällt bis ich dort oben bin, dass ist das Problem.“ Auf weitere Fragen über den Vizepräsident antwortete McChystal mit Gelächter: „Fragen sie mich über den Vizepräsidenten Biden? Wer ist denn das?

Letzten Herbst, nach einer Ansprache in London, hat McChrystal die Antiterror-Strategie von Vizepräsident Biden als “kurzsichtig” bezeichnet und er sagte, das würde zu einem Zustand wie in “Chaos-istan” führen. Diese Aussage handelte ihm eine „Ohrfeige“ vom Präsidenten selber ein, der den General auf die Air Force One zitierte, mit der Botschaft: Halt dein verdammtes Maul und verhalte dich ruhig.

Dann hat das Team von McChrystal sich privat sehr abfällig über viele von Obamas Topleuten geäussert. Einer der Assistenten nannte Jim Jones, ein pensionierter Viersternegeneral, Veteran des Kalten Kriegs und Sicherheitsberater von Obama, einen „Clown“ der noch „im Jahre 1985 steckt“.

Auch über Obamas Sonderbeauftragten für Afghanistan, Richard Holbrooke (ein Bilderberger), kam diese Bemerkung von einem aus dem Kader des Generals: „Der Boss sagt, er ist wie ein verwundetes Tier. Holbrooke hört dauernd Gerüchte, er wird gefeuert, das macht ihn gefährlich.

Dann sagte McChrystal während eines Aufenthalts in Paris in Anwesenheit des Reporters, als sein BlackBerry klingelte: „Oh nein, nicht noch eine E-Mail von Holbrooke,“ und stöhnte dabei. „Das will ich gar nicht öffnen.

Er klickte auf die Nachricht und las sie sarkastisch vor, steckte den BlackBerry in seine Tasche, ohne seine Verärgerung zu verschleiern.

Passen sie auf, dass sie nichts davon auf ihr Bein abkriegen,“ sagte ein Assistent im witzigen Ton, in dem er sich auf die E-Mail bezog.

Auch über den US-Botschafter in Afghanistan Karl Eikenberry lies sich McChrystal aus, nach dem die New York Times einige durchgesickerte Depeschen von Eikenberry veröffentlichte, in denen der Botschafter sich kritisch über die US-Strategie in Afghanistan geäussert hatte.

Ich mag Karl, ich kenne ihn seit Jahren, aber sie haben nie ähnliches zu uns vorher gesagt,“ meinte McChrystal, der sich durch die bewusste Weitergabe an die Presse „verraten“ fühlte. „Hier haben wir einen, der seine Flanken für die Geschichtsbücher sichert. Wenn wir versagen, dann kann er erzählen, ‚ich hab’s euch ja gesagt.’

Dann beschreibt der Reporter eine Szene in einem Zimmer des Hôtel Westminster während des offiziellen Besuchs in Paris:

Wie bin ich zu diesem Dinner gelinkt worden?“ fragt McChrystal seine Untergebenen.

Das Dinner kommt mit der Position, Sir,“ antwortet sein Stabschef, Oberst Charlie Flynn.

Hey, Charlie,“ fragt er, „kommt das mit der Position?“ und McChrystal zeigt ihm den Mittelfinger.

Ich lass mich lieber von einen Raum voller Leuten in den Arsch treten, als zu diesem Dinner zu gehen,” sagte McChrystal. „Bedauerlicherweise,“ fügte er hinzu, „kann das niemand in diesem Raum machen,“ und er ging aus der Tür.

Mit wem geht er Abendessen?“ fragte der Reporter. „Irgendeinen französischen Minister,“ sagte der Assistent. „Es ist verdammt schwul!

Der General und seine Truppe kommen sich wie Supermachos vor. Die Mannschaft besteht aus einer Ansammlung von Mördern, Spione, Genies, Patrioten, politischen Manipulatoren und kompletten Wahnsinnigen. Darin befinden sich der ehemalige Chef der britischen Spezialeinheiten, zwei Navy Seals, ein Kommando der afghanischen Spezialeinheit, ein Anwalt, zwei Kampfpiloten und mindestens ein Dutzend Kriegsveteranen und Experten für Aufstandsbekämpfung. Sie bezeichnen sich als „Team America“ und sind stolz auf ihren „wir sind Macher“ Einstellung und ihrer Verachtung von Autorität.

Als sie in Kabul vergangenen Sommer ankamen, hat das „Team America“ so richtig die Kultur bei ISAF umgekrempelt. Sie bezeichnen dieses Kürzel als „I Suck At Fighting“ oder „Ich versage im Kampf“. McChrystal verbot Alkohol in den Basen, schmiss Burger King und andere Symbole des amerikanischen Exzess raus, und erweiterte das morgendliche Briefing um tausende Offiziere, baute das Kommandozentrum in eine High-Tech-Zentrale um. Dann hat er einen verrückten Lebenswandel vorgegeben, in dem er nur vier Stunden schläft und nur einmal am Tag isst. Er verbreitet das Gefühl, man kann im Alleingang den Krieg gewinnen.

Nach dem Abendessen in Paris trafen sich McChrystal und sein „Team America“ in der irischen Pub Kitty O’Sheas’s um die Ecke des Hotels. Der Reporter beschreibt die Anwesenden als völlig besoffen. Sie sangen und tanzten Arm in Arm. McChrystal ging einen Schritt zurück und betrachtete sein Team. „Alle diese Männer,“ sagt er dem Reporter, „ich würde für sie sterben und sie für mich auch.

Die Männer an der Theke schauen vielleicht wie Kriegsveteranen aus, die etwas Dampf ablassen, aber tatsächlich sind sie eine streng geführte Truppe, welche die US-Politik in Afghanistan bestimmt, schreibt der Reporter. Sie haben das Kommando über alle militärischen Aspekte des Krieges. Die Politiker haben scheinbar nichts zu sagen, was aber den Aufbau einer stabilen und glaubwürdigen Regierung in Kabul verhindert.

Als selbsternannter Antiterrorexperte fährt McChrystal eine doppelzüngige Strategie. Einerseits fordert er seine Spezialeinheiten, oder besser gesagt Killerkommandos auf, sie sollen ständig auf Patrouille gehen und alles töten was sich bewegt, um dann am nächsten Tag sie offiziell dafür zu tadeln. In letzter Zeit entschuldigt er sich sehr häufig über die vielen afghanischen Zivilisten, die bei den Operationen getötet wurden. Er sagte dazu: „Wir haben eine erstaunliche Zahl an Menschen erschossen.“ Dies führte zu seinem Befehl an die Truppe, sich so weit wie möglich zurückzuhalten. „Für jeden unschuldigen Zivilisten den wir töten, schaffen wir 10 neue Feinde,“ sagte er.

Aber diese Strategie der Zurückhaltung hat sehr viel Unmut unter seinen Soldaten ausgelöst. Sie sagen, wenn sie nicht schiessen dürfen, dann begeben sie sich in Gefahr. Ein ehemaliger Special Forces Veteran, der Jahre im Irak und Afghanistan verbrachte sagte: „Ich möchte am liebsten McChrystal in die Eier treten. Seine Einsatzregeln bringen das Leben der Soldaten in noch grössere Gefahr. Jeder Soldat wird dir das selbe sagen.

Der Krieg in Afghanistan läuft aus Sicht der Amerikaner und der NATO überhaupt nicht gut. Sie reden wohl laufend von "Fortschritt", aber der ist nicht zu sehen und von einem "Sieg" zu träumen ist völlig unrealistisch und absurd. Die Grossofensive die gegen die Taliban in Kandahar eigentlich jetzt anlaufen sollte, hat McChrystal am 10. Juni in den Herbst verschoben. Man kann nicht gegen einen "Feind" kämpfen der vorne verschwindet, um hinten wieder aufzutauchen.

Diesen Monat hat die Zahl der gefallenen US-Soldaten die 1'000 überschritten und die Bombenanschläge haben sich verdoppelt. In dem man bald eine Billion Dollar für den Krieg in den vergangegen 10 Jahren ausgab, hat man damit nicht die Herzen der afghanische Bevölkerung gewonnen. Im Gegenteil, die Einstellung gegenüber den Besatzungstruppen ist zunehmend feindlich. Die grösste Militäroperation in diesem Jahr, um die Stadt Marja zurückzuerobern, zieht sich immer noch hin und McChrystal sagt dazu, es wäre ein "blutiges Magengeschwür".

Weitere Aussagen von Soldaten im Tross von McCrystal über Afghanistan:

- Staff Stg. Kennith Hicks: "Wir verlieren dieses Ding verdammt nochmal."

- Oberst Douglas MacGregor: "Die ganze COIN-Strategie ist eine Betrug an den Amerikanern." COIN ist die Abkürzung für "Counter Insurgency" oder Widerstandbekämpfung.

- Generalmayor Bill Mayville: "Es wir nicht wie ein Sieg aussehen, oder nach einem Sieg riechen, oder nach einem Sieg schmecken."

Der Krieg in Afghanistan ist jetzt der längste in der amerikanischen Geschichte, länger als Vietnam, ohne Ende in Sicht, denn Obama musste den Termin für einen Truppenabzug 2011 stillschweigend zurücknehmen. Der Präsident befindet sich in einem tiefen Morast, aus dem er nicht mehr raus kommt und seine Politik der "Staatenbildung" ist völlig gescheitert. Wenn er jetzt den Oberkommandierenden entlassen muss, den er extra dafür ausgesucht hat, um den Krieg für ihn zu gewinnen, dann ist das eine grosse Niederlage.

McChrystal hat wohl Obama nicht direkt kritisiert, nannte aber die Zeit im vergangegen Herbst, als Obama sich überlegte die Truppenaufstockung zu genehmigen, als "schmerzhaft" und er sagte, der Präsident überreichte ihm eine "unanehmbare" Position.

"Ich glaube es ist klar, dass der Artikel in dem er und sein Team erschienen sind, ein schlechtes Urteilsvermögen zeigt," sagte Obama im Beisein seines Kabinetts am Dienstag. "Aber ich möchte vorher eine Unteredung mit ihm sicherstellen, bevor ich eine Entscheidung treffe."

Ganz Washington und auch die US-Medien sind jetzt über die Aussagen von McChrystal und seiner Mannschaft, die durch das Rolling Stone Magazin ans Licht gekommen sind, völlig aufgebracht. Er hat überall Feinde und seine grössten Unterstützer distanzieren sich von ihm. Der General hat jetzt ausgeschissen und wird von Obama womöglich heute entlassen. Wir werden es ja sehen.

UPDATE 18:00 - Das Treffen zwischen Obama und Stanley McChrystal hat stattgefunden, dauert ca. 30 Minuten und der General wurde beobachtet, wie er den Westflügel des Weissen Haus verlies und in einen Minibus stieg. McChrystal traf vorher am Morgen Verteidigungsminister Robert Gates und den Chef des Generalstabs Admiral Mike Mullen. Es herrscht völliges Stillschweigen über die Treffen. Niemand weiss, wie der Präsident sich entschieden hat. Was wir wissen, der Kommandeur des Krieges in Afghanistan hat an der geplanten Zusammenkunft des Kriegskabinett nicht teilgenommen.

UPDATE 19:30 - Obama hat Stanley McChrystal, entlassen. Nachfolger in Afghanistan solle der bisherige Chef des US-Zentralkommandos, David Petraeus, werden, teilte das Weisse Haus mit.

Dienstag, 15. Juni 2010

General Petraeus bricht während der Senatsanhörung zusammen

Als Senator John McCain am Dienstag bei einer Anhörung David Petraeus eine Frage zum Krieg in Afghanistan stellen wollte, wurde der Viersternegeneral ohnmächtig und knallte mit dem Kopf auf dem Tisch.

Petraeus, der Oberkommandierende der Kriege im Irak und Afghanistan, wurde von seinen Assistenten geholfen und verlies benommen den Saal aus eigener Kraft. Die Sitzung wurde danach unterbrochen.



Nach ca. 20 Minuten kam er kurz zurück zur Anhörung und sagte, seine Blackout war nicht wegen der Frage des Senators, ihm wäre im Kopf nur etwas schwummrig.

Ich würde mal sagen, das ist symptomatisch, der Kerl ist ziemlich im Stress, denn der Krieg in Afghanistan läuft gar nicht gut für die NATO-Besatzungstruppen. Ausserdem muss er ja den nächsten Krieg gegen den Iran vorbereiten, da kann es einem schon schwummrig werden.

Samstag, 12. Juni 2010

David Cameron - WTC wurde gesprengt

Am Samstag berichtete die BBC um 7 Uhr früh in ihrem Radioprogramm über den Truppenbesuch des neuen britischen Premierminister David Cameron in Afghanistan. Es wurde seine Ansprache übertragen und er sagte zu den Soldaten: "Bei 9/11, als die Zwillingstürme in die Luft gesprengt wurden ... ", kurz danach wurde die Übertragung unterbrochen.

Im Original sagt er: "In/on 9-11 when the twin towers were blown up ..."

"blown up" heisst auf Deutsch ganz klar "in die Luft gesprengt".

Laut offizieller Sprache hätte er sagen müssen, "durch entführte Flugzeuge angegriffen" oder so ähnlich, aber doch nicht "gesprengt".

Übrigens, dieser Teil seiner Rede wurde während des Tages nicht mehr von der BBC im Radio wiederholt. Auch auf ihrer Webseite ist dieser Satz in ihrem Artikel nicht zu lesen, siehe hier.

Man kann die Wahrheit nicht unterdrücken, denn im Unterbewusstsein bleibt sie präsent. Manchmal rutscht sie als Freudscher Fehler raus, wie jetzt bei der Ansprache von David Cameron vor britischen Truppen in Afghanistan.



Wie erfolgreich die NATO-Truppen in Afghanistan agieren und wie gut sie die Provinz Helmand unter Kontrolle haben, sieht man an folgendem. Bevor er nach Camp Bastion ging, wollte Cameron die Truppen an der Front besuchen, musste aber absagen, weil die Gefahr zu grosse war, sein Hubschrauber würde durch die Taliban abgeschossen.

Die NATO verliert seit neuestem die Lufthoheit über Afghanistan. Kein gutes Zeichen. Am vergangenen Mittwoch wurde ein US-Helikopter von zwei Raketen getroffen und stürzte im Sangin Distrikt der Helmand Provinz ab. Dabei wurden vier US-Soldaten getötet. So war es auch in den 80gern, als die Sowjets als damalige Besatzer ihre Maschinen laufend verloren haben und das Ende des Krieges damit besiegelt war.

Nach dem die NATO-Truppen das Land aufgegeben haben und nur noch sich auf die Städte konzentrieren, und jetzt auch noch die Hubschrauber abgeschossen bekommen, ist der Krieg definitiv verloren. Die werden noch ihren zweiten "Vietnam moment" erleben, wieder den Schwanz einziehen und abhauen müssen.

Freitag, 23. April 2010

Gregor Gysi: wir fordern den unverzüglichen Abzug aus Afghanistan

In seiner Antwort vom 22. April auf die Regierungserklärung von Kanzlerin Merkel zum Kriegseinsatz der Bundeswehr in Afghanistan fordert Gregor Gysi dazu auf, dieses Fiasko sofort zu beenden.

Dienstag, 20. April 2010

Taliban übernehmen US-Basis

Die Amerikaner haben den Schwanz eingezogen und ihre vorgelagerte Militärbasis im Tal von Korengal in der Kunar Provinz von Afghanistan aufgegeben. Über fünf Jahre lang haben sie vergeblich versucht die Kontrolle über das Gebiet zu erhalten. Dabei sind 42 US-Soldaten gefallen, für etwas was das US-Kommando jetzt plötzlich als strategisch unwichtig bezeichnet. Das wird die Familien der toten Soldaten sicher trösten, zu wissen, ihre Söhne, Brüder oder Väter sind für nichts gestorben.

Sofort nach Abzug der Amerikaner haben die Taliban die Basis übernommen. Die Einheimischen sind ins Camp gekommen und schauten sich die Anlage aus der Nähe an, wo vor wenigen Tagen noch das schwerbewaffnete US-Militär stationiert war. Sie fanden das ganze Gerümpel, welches die US-Soldaten nicht mitnehmen konnten.

Einer der Afghanen sagte dem Reporter Qais Azimy von Al Jazeera, sie hoffen jetzt kann Frieden einkehren. "Wir wollen keine Amerikaner, wir wollen keine Deutschen, oder sonstige Fremde. Wir wollen Frieden, wir wollen die Taliban, den Islam und sonst nichts."

Die Taliban sagten, sie werden den Amerikanern folgen, wo immer sie hingehen.

Die US-Soldaten zerstörten einen Teil ihrer Waffen und Munition, bevor sie auf Befehl von General Stanley McChrystal abgezogen sind. Die neue Strategie lautet, sich hauptsächlich auf die Städte zu konzentrieren und das Land zu vernachlässigen. Die US-Armeeführung nennt es eine Umgruppierung, die Taliban sagen es ist eine Niederlage.

Die Taliban fanden Berge von Munition und Tonnen an Treibstoff, was die Amerikaner zurückgelassen haben. "Es wurde viel Munition zurückgelasssen," sagte Anwar, ein Taliban-Anführer, "Minenwerfer, Raketen, Geschosse ... diese nach Gottes Willen werden wir gegen sie verwenden."

Die Amerikaner konnten das Gebiet nie beherrschen, weil sie die Strasse durch das Tal nicht unter ihre Kontrolle brachten und die Kommunikation der Taliban nicht verstanden, die eine eigene lokale Sprache sprechen.

Die Strategie von Obama, kein Gebiet den Taliban zu überlassen, die er erst vor fünf Monaten ausgerufen hat, ist gescheitet. Es ist unmöglich und eine Illusion zu glauben, man kann gegen das ganze afghanische Volk kämpfen. Es ist ihr Land und die fremden Besatzungstruppen haben dort nichts zu suchen.



Wie ich schon oft gesagt habe, was hier passiert, fand in Vietnam damals genau so statt. Die Amerikaner mussten das Land aufgeben und sich in die Städte zurückziehen. Damit war die Niederlage eingeleitet. Der Krieg ist verloren und man muss raus aus Afghanistan. Je schneller die Politiker der NATO-Länder das endlich kapieren, je früher hört das sinnlose Sterben auf beiden Seiten auf.

Donnerstag, 15. April 2010

Vier weitere deutsche Soldaten in Afghanistan getötet

Wie das deutsche Verteidigungsministerium meldet, wurden bei Gefechten mit Aufständischen bei Baghlan am Donnerstag vier deutsche Soldaten getötet und fünf zum Teil schwer verletzt. Gegen 14.30 Uhr Ortszeit fuhr sechs Kilometer nördlich der Stadt Baghlan ein gepanzertes Fahrzeug vom Typ "Eagle" an einer Sprengfalle vorbei, die offensichtlich ferngezündet wurde. Dabei wurden drei Soldaten getötet. Der vierte Soldat verlor gut drei Stunden später gegen 18 Uhr Ortszeit an einer anderen Stelle im Gefechtsgebiet rund um Baghlan sein Leben. Er sass im hinteren Teil eines gepanzerten Bundeswehr-Sanitätsfahrzeugs Typ "Yak", das mit Mörsergranaten und Panzerfäusten beschossen und am Heck getroffen wurde.

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, der schon auf dem Rückweg von einem Truppenbesuch nach Deutschland war, verlängerte seinen Aufenthalt in Afghanistan. Nach Auskunft seines Ministeriums flog er ins Feldlager Masar-i-Sharif, wohin die Verletzten zur medizinischen Versorgung gebracht wurden.

Die Gefechte sollen sehr häftig sein und dauern immer noch bis in die späten Nachstunden Lokalzeit an. Baghlan liegt 70 Kilometer südlich von Kunduz.

Mit den Getöteten von heute Donnerstag sind dann 43 Bundeswehrsoldaten im Einsatz in Afghanistan ums Leben gekommen.

Alle Parteien in Berlin verurteilen dieses Sterben "als abscheuliche Tat" der Taliban. Nur, was hat die Bundeswehr überhaupt dort zu suchen? Die einzigen abscheulichen "Terroristen" hier sind die Bundesregierung und die Parlamentarier, welche Soldaten in einen illegalen und völkerrechtswidrigen Angriffskrieg schicken, der schon seit fast 10 Jahren andauert und nur dem Imperialismus der USA dient. Der Krieg der NATO-Länder wird doch gegen die ganze afghanische Bevölkerung geführt, bringt nur Tod, Leid und Zerstörung dort.

Was erwarten eigentlich diese Vollpfosten, wenn die Bundeswehr einen Befehl erteilt, mit dem über 140 afghanische Zivlisten durch die Bombardierung der Tankwagen ermordet werden? Ist doch klar, es gibt eine Reaktion gegen die fremden Besatzer. Rache ist Pflicht für einen Afghanen, wenn ein Familienmitglied getötet wird.

Es gehe um die "Sicherheit Deutschlands", wie der ferngesteuerte Hosenanzug als Kommentar über den neuesten Verlust ausgesagt hat, ist doch die unverschämteste Lüge überhaupt. Am besten sie bleibt gleich in Kalifornien, wo sie sich mit Schwarzenegger gerade bestens amüsiert. Der "Terminator" passt zu ihr.

Schweizer Panzerwagen für Afghanistan

Wie die Financial Times heute meldet, hat die deutsche Bundeswehr in einem "Eilverfahren" 60 gepanzerte Fahrzeuge des Typs Eagle IV beim Schweizer Hersteller Mowag bestellt. Der Auftrag dürfte ca. 61 Millionen Euro sein.

Im Jahr 2011 sollen noch 90 weitere Fahrzeuge folgen. Die Zeitung verweist auf das deutsche Verteidigungsministerium als Quelle. Mowag ist eine Tochterfirma der amerikanischen General Dynamics. Sie hat der Bundeswehr für ihren Afghanistan-Einsatz bereits 198 Fahrzeuge im Jahr 2008 sowie 20 Fahrzeuge im November 2009 geliefert.

Traumatisierte Soldaten werden im Stich gelassen

Laut Aussage des amtierenden Wehrbeauftragten Reinhold Robbe, werden psychische Verletzungen bei Bundeswehrsoldaten nur selten als Beschädigung im Wehrdienst anerkannt. Vor allem im Einsatz traumatisierte Soldaten stünden oft allein da, sagte Robbe dem ARD-Politikmagazin "Panorama" zufolge. Es sei verheerend, dass die Betroffenen "im Stich gelassen" werden.

Mit bis zu 466 Soldaten im Jahr 2009, hat sich die Zahl fast doppelt, im Vergleich zu 245 im Jahre 2008, die sich in psychologische Behandlung begaben. Die Soldaten kommen mit ihren Erlebnissen in den Kriegsgebieten nicht klar, wenn sie den Tod oder die Verwundung eines Kameraden miterleben müssen.

Der Wehrbauftragte kritisiert, die Verfahrensdauer sei zu lange und es gebe eine geringe Anerkennungsquote. Erlebnisse bei Kampfeinsetzen mit Toten und Verletzten gelte als "normal" und werden nicht als besondere Belastung häuffig anerkannt. Robbe hat den Eindruck, dass in den "Wehrdienstbeschädigungsverfahren immer erst einmal für den Staat entschieden wird und gegen den betroffenen Patienten".

Das ist der Dank des "Staates" an die "Helden", benutzen und danach wegwerfen.

Dienstag, 13. April 2010

Karzai droht die NATO-Offensive zu blockieren

Schon vor langer Zeit habe ich geschrieben, der Krieg in Afghanistan ist verloren. Es findet nur ein endloses Gemetzel unter der Bevölkerung und zahllose Kriegsverbrechen statt. Die Afghanen sind mittlerweile der Meinung, die Taliban sind das kleinere Übel, so gescheitert ist die Kriegspolitik der NATO-Länder. Wenn aber sogar die vom Westen eingesetzte und gestützte Präsidentenmarionette Karzai sagt, er würde zu den Taliban überlaufen und die Taliban würden eine legitime Widerstandsbewegung werden, wie ich hier berichtet habe, dann ist wirklich alles verloren. Jetzt hat er noch eins draufgesetzt und öffentlich gesagt, er würde die kommende NATO-Offensive in Kandahar, die ab Juni beginnen soll, blockieren.

Die NATO plant im Sommer 10'000 Soldaten in die südliche Provinz Kandahar für eine Offensive gegen die Taliban zu schicken, einer der grössten im bald 10-jährigen Krieg.

Bei einer von Karzai einberufenen Schura (arabisch für Beratung, um gemeinsam eine Entscheidung zu treffen), an der 1'500 Stammführer teilnahmen, versuchte er die Anwesenden für die Offensive zu gewinnen. Stattdessen wurde er mit massiver Opposition und Beschwerden über Korruption und Misswirtschaft konfrontiert. Er wurde beschimpft und sah sich gezwungen den Ältesten ein Vetorecht über die Militäraktion einzuräumen.

Er rief in die Menge: „Seid ihr glücklich oder unglücklich wenn die Offensive ausgeführt wird?

Die Stammesführer riefen lautstark zurück: „Wir sind nicht glücklich!

Dann, bis ihr sagt ihr seid glücklich darüber, wird die Operation nicht stattfinden,“ antwortete Karzai.

Der NATO-Oberkommandierende, General Stanley McChystal, sass hinter ihm und schaute sehr besorgt drein, als er die massive Reaktion der Versammlung hörte. Diese Vorgehensweise von Karzai hat die US-Führung weiter aufgebracht und völlig fassungslos gemacht, nach dem was er sich vorher schon in ihren Augen geleistet hat, in dem er damit drohte, er würde möglicherweise die Seiten wechseln.

Das ist ein weiterer schwerer Schlag gegen die Kriegspolitik von Obama, mit der er die Taliban aus ihrem Kernland vertreiben will, ein wichtiger Teil seiner Strategie, weshalb er zusätzliche 30'000 zusätzliche Soldaten nach Afghanistan beordert hat. Die Vereinigten Staaten bezeichnen Kandahar als den „Schwerpunkt“ des Krieges in Afghanistan.

Der Plan der NATO sieht vor, die Provinzführung zu eliminieren und eigene Gremien einzusetzen, um an die Wurzel des Aufstandes durch die Taliban zu kommen. Sie wollen die Macht der Warlord brechen, einschliesslich die des Bruders des Präsident, Ahmed Wali Karzai.

Aber jetzt, wo sie feststellen müssen, der von ihnen selber eingesetzte Präsident ist „abtrünnig“ geworden, sind diese Hoffnungen am schwinden. Es gibt sogar Stimmen in der US-Regierung die sagen, der Mann ist völlig durchgedreht und muss entfernt werden. Nach der Schura sagte ein US-Offizieller, Karzai hätte sich weder als Alliierter noch als populär in der eigenen Bevölkerung gezeigt.

Er kann gegen den Westen schimpfen so viel er will, niemand will ihn als Marionette des Auslands sehen. Das Problem ist, seine unberechenbaren Ansprachen werden durch unberechenbaren Handlungen gefolgt. Deshalb untergräbt diese Spannung die Offensive.

Der aktuelle Streit begann, als Karzai die Wahlen des vergangenes Jahres als „riesigen Betrug“ bezeichnete und dabei sagte, dieser wäre „von Ausländern“ durchgeführt worden.

Am nächsten Tag telefonierter er mit US-Aussenministerin Hillary Clinton, um seine Aussage zu klären, aber danach steigerte er sogar den Angriff. Bei einem Treffen mit Parlamentsmitgliedern sagte er laut Zeugen, „Wenn ich unter Druck gerate, dann könnte ich mich den Taliban anschliessen.

In Kandahar fuhr er mit der Ablenkung der Kritik an seiner Person fort, in dem er die Auswärtigen weiter kritisierte und sagte, er hätte sich mit der Frage an die Versammlung “von ausländischen Befehlen befreit.

Auf den Strassen von Kandahr scheint wenig oder gar keine Unterstützung für die NATO-Offensive in die Provinz vorhanden zu sein. Die Bevölkerung weiss, sie wird nur weiteres sinnloses Töten und Zerstörung bringen. Sobald die fremden Truppen erscheinen, tauchen die Taliban in der Bevölkerung unter, um nach ihrem Abzug wieder zu erscheinen. Als Resultat bleiben nur zahllose Leichen der Zivilisten und ausgebombte Häuser übrig.

Weitere Zivilisten in Kandahar von NATO-Truppen getötet

Die fremden Besatzer tun auch alles um die afghanische Bevölkerung gegen sich aufzubringen. US-Soldaten haben das Feuer auf einen Bus voller Zivilisten eröffnet, dabei wurden vier Passagiere getötet, darunter eine Frau und ein Kind. Ein weiteres Dutzend Personen wurden verletzt.

Diese Tötung löste eine antiamerikanische Demonstration auf den Strassen von Kandahar aus. Wütende Afghanen versammelten sich, zündeten Reifen an und skandierten „Tod für Amerika“ und „Tod für Karzai, Tod seiner Regierung.

Im Zhari Distrikt näherte sich ein Bus einer langsam fahrenden Militärkolonne und die Soldaten betrachteten das Fahrzeug als Bedrohung. Darauf eröffneten sie das Feuer und durchsiebten den Bus. Ein Sprecher der Koalitionstruppen sagte danach, „wir bedauern zu tiefst den Verlust an Leben.

Laut Zeugen schossen die Soldaten ohne Warnsignal, als der Bus noch 80 bis 100 Meter hinter dem Konvoi entfernt war. Der Gouverneur der Provinz Kandahar, Tooryalai Wesa, kritisierte die amerikanischen Streitkräfte auf schärfste und verlangte, dass der Kommandant unter dem Militärgesetz bestraft werden muss.

Präsident Karzai nannte die Schiesserei „unentschuldbar“ und sagte, „der Beschuss von Passagierbusse ist gegen die NATO-Zusage, das Leben von Zivilisten zu schonen.“ In den letzten Monaten sind über 30 unschuldige Zivilisten bei Schiessereinen vor Strassensperren und bei Konvois von ISAF-Soldaten getötet und über 80 verletzt worden. Laut Angaben der UNO waren es 2009 mehr als 2'400 Zivilsten.

Die Menschen in Kandahr haben jedes Vertrauen in die ausländischen Truppen verloren. „Die Operation hat noch nicht mal begonnen, aber jeden Tag töten sie Zivilisten,“ sagte der Einheimische Haji Wali Jan. „Wenn sie vor einem Bus Angst haben, wie können sie mit einer Operation in Kandahar fortsetzen?

Georg Schramm über den Krieg in Afghanistan:


Wikilieaks hat verkündet, sie haben nach dem "Irak-Video" ein weiteres Video, welches das Massaker an der Bevölkerung in Afghanistan zeigt, das demnächts veröffentlich wird. Das Video soll die geheime Aufnahme der Bombardierung in der Farah Provinz vom Mai vergangenes Jahr sein. Die afghanische Regierung sagte damals, der Luftangriff mit F-18 und B1 Flugzeugen in der Nähe von Granai tötete 147 Zivilisten. Das Ereignis fand am 4. Mai 2009 statt und dabei wurden 500 und 2000 Pfund Bomben abgeworfen. Die Aufnahmen des Angriffs sollen zeigen, wie rücksichtslos die NATO-Streikräfte gegen die Zivilisten vorgegangen sind.