Montag, 5. April 2010

Wikileaks zeigt Ermordung von Reuters Journalisten und Zivilisten

Im folgenden Video sieht man wie über ein Dutzend Zivilisten aus einem Hubschrauber mit Maschinengewehrfeuer niedergemetzelt werden, einschliesslich zwei Reuters Journalisten. Das Ereignis fand in Bagdad am 12. Juli 2007 statt. Man sieht die Aufnahme aus der Sicht des Schützen in einem US-Apache-Helikopter.

Das US-Militär behauptet, die Opfer starben bei einem Gefecht zwischen US-Streitkräften und Freischärlern. Die Aufnahmen zeigen aber ganz etwas anderes. Sie waren ahnungslos und wurden kaltblütig aus der Luft mit Maschinengewehrsalven ermordet.

Sogar herbeigeeilte Helfer in einem Kleinbus, die versuchen die Verletzten zu bergen, werden aus der Luft niedergemäht. Dabei werden zwei Kinder die im Fahrzeug sitzen ebenfalls schwer verletzt. Von einer Bedrohung oder Waffen keine Spur.

Ein Panzer der US-Armee rollt dann später über die verstreuten Leichen und die Besatzung lacht sogar.

Hier der Funkverkehr zwischen den Schützen, Piloten und Kommando:

Die beiden Reuters-Journalisten stehen an der Strassenecke mit ihren Helfern. Einer telefoniert mit seinem Handy, der andere kniet und schaut um die Ecke mit seiner Kamera um Fotos zu machen:
"Alle sind aufgereiht."
"Los, schiess endlich!"
"Schiess weiter!"
"Ha, Ha, ich hab sie erwischt!"
"Einige Leichen liegen rum."
"Wir haben acht Typen erwischt."
"Ja, da krabbelt einer noch da unter rum."
"Wir werden noch ein Paar erschiessen."
"Hey, du schiesst und ich rede."
"Oh, ja schaut euch diese toten Bastarde an."
"Nett, nett. Gut geschossen."
"Danke."

Der Beschuss des Kleinbus der zur Hilfe eilt:
"Wir haben einen Kleinbus der sich nähert und die Körper bergt."
"Wir haben Einzelne die zur Szene gehen, sieht aus wie wenn sie möglichweise Körper aufsammeln und Waffen."
"Lass mich eingreifen."
"Kann ich schiessen?"
"Bitte um Erlaubnis einzugreifen."
"Sie bergen die Verwundeten?"
"Komm jetzt, lass und schiessen!"
"Sie heben ihn auf."
"Wir haben einen schwarzen Kleinbus der die Körper aufsammelt."
"Bitte um Erlaubis einzugreifen."
"Fuck."
"Erlaubnis erteilt."
"Wir legen los."
"Ich hab sie erwischt."
"Ich feuere."
"Der Wagen sieht aus wie wenn er erledigt ist."
"Es gibt einen Wagen in der Mitte der Strasse mit ca. 12 bis 15 Leichen."
"Ja, guck dir das an, genau durch die Windschutzscheibe."
"Ha, Ha!"

Die Bradley-Panzer erscheinen am Tatort:
"Ich glaube die sind gerade über eine Leiche gefahren."
"Wirklich? (lach)"
"Ja. (lach)"

Es werden zwei Kinder aus dem zerschossenen Bus geborgen:
"Na ja, es ist ihre Schuld, wenn sie Kinder in eine Schlacht mitbringen."
"Das stimmt."

Reuters hat damals versucht die Aufnahmen durch einen "Freedom of Information Act" zu bekommen, was verweigert wurde. Das Video wurde von Militärpersonal Wikileaks im Februar 2009 zugespielt, sie haben es decodiert und heute bei einer Pressekonferenz in Washington gezeigt.



Reuters verlangte eine Untersuchung in die Tötung. Das US-Militär kam aber zum Schluss, die Handlungen der involvierten Soldaten und Piloten wären in Einklang mit den Gesetzen eines bewaffnete Konflikts und ihren Einsatzregeln.

Die Namen der ermordeten Zivilisten ist unbekannt. Bei den beiden Mitarbeitern der Nachrichtenagentur Reuters handelt es sich um Saeed Chmagh und Namir Noor-Eldeen. Der 40-jährige Sameed Chamagh hinterlässt eine Frau und vier Kinder. Namir Noor-Eldee war 22, kam aus einer Familie von Journalisten und wurde als einer der besten Kriegsfotografen im Irak eingeschätzt.

Die getöteten Journalisten haben nur ihre Arbeit gemacht, haben ihr Leben riskiert, um über den Krieg im Irak zu berichten. Seit Beginn des Krieges 2003 bis 2009 sind 139 Journalisten gestorben.

Wikileaks Redakteur Julian Assange hat heute mitgeteilt, dass ein weiteres Video demnächts veröffentlicht wird, welches die Bombardierung von Zivilisten in Afghanistan zeigt.

Hier das ganze ungeschnittene Video, welches für Forschungszwecke eingestellt wurde.

Kommentar: Diese schiesswütigen Schweine ermorden einfach harmlose Zivilisten mit 30mm Geschossen aus der Luft, die nur auf der Strasse stehen. Sie können nicht mal eine AK-47 von einer Kamera und eine Telelinse nicht von einem Panzerfaust unterscheiden. Es war eine Kamera, nur eine verdammte Kamera!

Und dann ballern sie noch auf einen Kleinbus, dessen Fahrer versucht den verwundeten Reuters-Journalisten zu retten. Der Fahrer fuhr zufällig vorbei, da er seine Kinder nach Hause bringen wollte. Sie stellen überhaupt keine Bedrohung dar. Diese amerikanischen Soldaten sind seelenlose kaltblütige Killer, die Spass am Töten von wehrlosen Zivilisten haben, die auch noch dabei lachen. Bei einem richtigen Feind der zurückschiesst, scheissen sie sich in die Hosen.

Verwandte Artikel: So buchstabiert man Demokratie im Irak, US Apache Helikopter greift Talibankämpfer an, Blackwater - Töten nur so zum Spass

Sonntag, 4. April 2010

Karzai: Die Taliban könnten eine legitime Widerstandbewegung werden

... und er könnte gezwungen werden die Seiten zu wechseln!

Zum dritten Mal hat Präsident Karzai in den letzten Tagen den Westen scharf für deren Rolle in Afghanistan attackiert. Obwohl er am Samstag ein Telefongespräch mit US-Aussenministerin Hillary Clinton führte, hat er seine Beschuldigungen fortgesetzt, der Westen mische sich zu viel in die inneren Angelegenheiten Afghanistans ein. Es zeigt das wachsende Misstrauen zwischen der afghanischen Regierung und den NATO-Ländern auf.

Nach einem privaten Treffen mit 60 bis 70 afghanischen Parlamentarier, schlug er mit den Worten um sich, die USA würden sich in die internen Angelegenheiten einmischen und er sagte, die Taliban würden eine legitime Widerstandsbewegung werden, wenn das Einmischen nicht aufhört.

Er sagte sogar, er selber würde gezwungen sein auf die andere Seite zu wechseln, also zu den Taliban gehen, wenn das Parlament nicht seinen umstrittenen Versuch unterstützt, die Kontrolle über das Wahlaufsichtsgremium von der UNO zu übernehmen, wie drei der Teilnehmer an der Besprechung nun berichten.

Bereits am vergangenen Donnerstag während einer Ansprache, hat Karzai einen Teile der unabhängigen Parlamentarier kritisiert, welche fast die Hälfte seines Kabinetts nicht bestätigen wollten, weil sie zu inkompetent, korrupt oder zu schwach wären.

Er beschimpfte auch die UNO und die gesamte internationale Gemeinschaft, beschuldigte sie eine “umfangreichen Betrug” bei der Präsidentenwahl im vergangenen Jahr durchgeführt zu haben, als Teil einer Verschwörung, um seine Wiederwahl zu verhindern und seinen Sieg zu beschmutzen.

Karzai behauptet, die Parlamentarier würden ausländischen Interessen dienen, was auf scharfe Weise vom Sprecher des Unterhaus, Yunus Qanooni, zurückgewiesen wurde.

Das ist das Haus des Volkes und alle Mitglieder sind gewählt worden,“ sagte Qanooni. „Es ist unmöglich, dass wir durch Ausländer beeinflusst werden.

Ander Parlamentarier drückten ebenfalls ihre Empörung über die Aussagen von Karzai aus, was sie als dilettantischen Versuch werten, auf den Stolz der Afghanen zu appellieren, welcher durch die Präsenz von Hunderttausend fremder Truppen angeknackst ist.

Das war ein unverantwortliche Ansprache von Präsident Karzai,” sagte Sardar Mohammad Rahman Ogholi aus der nördlichen Provinz von Faryab. „Karzai fühlt sich isoliert und ohne politische Verbündete ... Der Kampf gegen den Terrorismus, die Korruption und den Drogenhandel benötigt eine starke Regierung. Leider ist die Karzai-Regierung zu schwach, um gegen alle diese Elemente zu kämpfen.

Ein andere Parlamentarier, Daoud Sultanzai aus der Ghazni Provinz sagte, er hätte die Befürchtung, die Ansprache würde permanent die Beziehungen zwischen Karzai und Washington schädigen.

Sultanzai sagte, die Behauptung von Karzai, dass einige Parlamentarier Befehle von ausländischen Botschaften bekommen, sind „völliger Blödsinn.

Er bekommt mehr Direktiven von der US-Botschaft,” sagte Sultanzai. „Die US-Truppen schützen ihn und nicht uns.

Der Pressesprecher des Weissen Haus, Robert Gibbs, hat bereits gesagt, die Aussagen von Karzai wären „echt besorgniserregend.“ Der Sprecher des US-Aussenministeriums sagte, Hillary Clinton hätte Karzai am Samstag gesagt, sie sollten sich gemeinsam auf das Ziel konzentrieren, Afghanistan zu stabilisieren.

Cowley sagte auch, „Die Unterstellung, dass die internationale Gemeinschaft für die Ungereimtheiten bei den letzten Wahlen verantwortlich ist, ist absurd.

Die Parlamentswahlen, die für nächsten Monat angesetzt waren, sind auf den September verschoben worden, damit die Wahlkommission reformiert und restrukturiert werden kann, um eine Wahlfälschung zu verhindern.

Jedenfalls hat der Ton der Ansprache die Beziehungen zwischen der Obama-Regierung und Karzai schwer getrübt. Ein starker afghanischer Partner, ist der Schlüssel für die Obama-Strategie, um die Bevölkerung gegen die Taliban zu wenden.

Karzai hat sich auch sehr kritisch über die vielen zivilen Opfer geäussert, welche durch die NATO-Truppen laufend getötet werden. So hat der deutsche Kommandant zuständig für Nord-Afghanistan, Brigadegeneral Frank Leidenberger, seinen afghanischen Gegenüber angerufen, um sein Bedauern über die Tötung von sechs afghanische Soldaten durch deutsche Truppen auszusprechen.

Angela Merkel hat am Samstag Karazi angerufen und ebenfalls ihr Beileid darüber ausgesprochen. Karzai drückte sein Bedauern über die Tötung der drei deutschen Soldaten dabei aus.

Wie ich bereits gesagt habe, die Situation in Afghanistan ist völlig ausser Kontrolle und Chaos herrscht. Wenn jetzt Karzai damit droht, egal ob er es ernst meint oder nicht, die Taliban könnten eine legitime Widerstandbewegung werden und er könnte gezwungen werden die Seiten zu wechseln, dann ist die Kacke wirklich am dampfen und die Strategie des Westen ist völlig gescheitert.

Die Taliban SIND eine legitime Widerstandsbewegung, Karzai hat endlich mal die Wahrheit ausgesprochen. Die NATO-Truppen sollen sofort abziehen und den Afghanen das eigene Land selber regieren lassen.

Mich würde es aber nicht wundern, wenn Karzai demnächst einen "Unfall" hat oder aus "gesundheitlichen Gründen" zurücktreten muss. Wenn er nicht mehr mitspielt und einen auf Stress macht, wird er von Washington entfernt.

Ich möchte daran erinnern, der Hauptgrund warum die Amerikaner überhaupt in Afghanistan einmarschiert sind, ist die Gaspipeline vom Kaspischen Meer zum Indischen Ozean, die durch Afghanistan führt.

Mullah Omar, der Anführer der Taliban, sagte in einem Interview mit der pakistanischen Zeitung Dawn im Jahre 1998, dass die USA Afghanistan überfallen und die Taliban vernichten würden, wenn er ihnen den Bau der Gaspipeline für einen Betrag von 5 Millarden Dollar nicht genehmigt. Er sollte recht behalten, so geschah es 2001. Der Krieg war lange vorher vorbereitet und 9/11 gab die Ausrede dazu, denn nur vier Wochen danach fing die Bombardierung an.

Hätte Omar das Geld angenommen, dann wären die Taliban immer noch an der Macht, genau wie Saddam Hussein noch im Irak am Ruder wäre, wenn er gefolgt hätte. Wer nicht das tut was Washington befiehlt, sich nicht bestechen lässt, wird mit einem "regime change" weggeräumt, dann kommen die Marines und machen die Drecksarbeit.

Wer meint, die Taliban sind die Bösen, der ist völlig gehirngewaschen, vollgefüllt mit falscher Propaganda und hat keine Ahnung wer der wirkliche Böse ist und um was es wirklich geht. Es geht um Geostrategie, Energiepolitik, Pipelines, um Öl und Gas, deshalb sind die NATO-Truppen dort, das muss jeder Soldat wissen, der sein Leben in Afghanistan oder im Irak einsetzt. Sie sind Wegwerfartikel für die amerikanischen Ölkonzerne, so siehst aus. Alles andere was an Gründen erzählt wird, von wegen Demokratie, ist erstunken und erlogen!

Be nice to America, otherwise they will "democratize" you!

Verwandter Artikel: Wirtschaftskiller oder wie unterwerfe ich ein Land

ElBaradei sagt: Der Irakkrieg hat eine Million unschuldige Zivilisten getötet

Der ehemalige Chef der UNO-Atomenergiebehörde (IAEA), Mohammed ElBaradei, sagte in einem Interview mit der britischen Zeitung Guardian am Mittwoch, dass die welche den Krieg im Irak befohlen haben, für die Tötung von einer Million unschuldiger Zivilisten verantwortlich sind und sie könnten unter internationalen Recht dafür zur Verantwortung gezogen werden. Er meinte ganz eindeutig damit Präsident George W. Bush, Premierminister Tony Blair und ihre obersten Militär- und Sicherheitsberater.

Meiner Meinung nach gehört Angela Merkel auch auf die Liste der Kriegsverbrecher, denn sie hat am 20. Februar 2003, genau einen Monat vor Kriegsbeginn, in ihrem Artikel mit der Überschrift „Schröder spricht nicht für alle Deutschen“, der in der Washington Post veröffentlicht wurde gesagt, sie befürwortet den Krieg und findet ihn richtig. Sie sagte: „Die Gefahr aus dem Irak ist nicht fiktiv sondern real ...“ was sich als totale Fehleinschätzung und sogar bewusste Lüge herausstellte.

Ich habe ihr damals, als sie Oppositions- und CDU-Parteiführerin war, einen Brief geschrieben, wo ich sie darauf hinwies, Saddam Hussein hat keine Massenvernichtungswaffen, das hätte Hans Blix der UNO-Waffeninspektor festgestellt und deshalb ist ein Angriffskrieg völlig ungerechtfertigt. Sie antwortete mir, nein das stimme nicht, Saddam wäre sehr gefährlich für seine Nachbarn und sogar für Europa und die ganze Welt.

Das wäre genau so wie wenn man sagen würde, der Überfall auf Polen durch Hitler wäre gerechtfertigt gewesen, weil Polen eine "Gefahr" für das Deutsche Reich dargestellt hätte, was er ja behauptet hat mit der Aussage: "Seit 5:45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen! Und von jetzt ab wird Bombe mit Bombe vergolten!"

Als dann Mitte 2003 nach der Bombardierung von Bagdad mit "Shock and Aw", anschliessender Invasion und vergeblicher Suche keine Massenvernichtungswaffen gefunden wurden, schrieb ich ihr wieder einen Brief, worin ich sie fragte, „... und wo sind die bedrohlichen Waffen? Sie haben sich geirrt und einen Angriffskrieg befürwortet, der völlig grundlos ist. Da Sie die Lage falsch eingeschätzt haben, fordere ich Sie auf sofort zurückzutreten, da sie unfähig sind. Wenn ich gewusst habe Saddam Hussein hatte keine Massenvernichtungswaffen, dann hätten Sie es erste recht wissen müssen.“ Daraufhin bekam ich selbstverständlich keine Antwort und die Bundesbürger haben sogar danach sie als Belohnung für ihre Kriegshetze zur Kanzlerin "gewählt" und dann auch noch 2009 wiedergewählt. Unglaublich!

Während ihrer Amtszeit hat sie alles getan, damit die Amerikaner von Deutschland aus als Basis diesen völkerrechtswidrigen Krieg führen können und tut es heute noch. So viel zum Märchen, wenn man Frauen an die Macht lässt, dann gebe es keine Kriege. Sie ist ja auch für die Weiterführung und Eskalation des illegalen Bundeswehreinsatz in Afghanistan verantwortlich und für die Verbrechen die dort passieren. Ob Margret Thatcher mit dem Falklandkrieg, Golda Meir mit dem Jom-Kippur-Krieg oder Indira Gandhi mit dem Indisch-Pakistanischer Krieg, alle diese Frauen die Staatsführer waren haben Kriege geführt.

Aber zurück zu ElBaradei. Es war das erste Interview mit einer grösseren Zeitung, seit er in seine Heimat Ägypten zurückgekehrt ist, nach dem er ein Jahrzehnt die Internationale Atomenergiebehörde in Wien geleitet hat und den Friedensnobelpreis 2005 bekam. Hauptsächlich deswegen, weil er verhinderte, dass Bush mit seinen erfundenen Behauptungen über „Massenvernichtungswaffen“ im ganzen Mittleren Osten eine generelle Ausrede suchte, um militärisch eingreifen zu können, denn der Iran war/ist das nächste Ziel.

Ich hoffe, dass die Lehre aus dem Irak in London und in den USA dort langsam begriffen wird,“ erzählte er dem Guardian. „Sicher gibt es Diktatoren, aber ist man bereit jedes mal wenn man einen Diktator los werden will, eine Million unschuldige Zivilisten zu opfern? Alle Anzeichen die aus der Chilcot Untersuchung in Grossbritannien rauskommen ist zeigen, dass es beim Irak nicht wirklich um Massenvernichtungswaffen ging, sondern um 'Regimewechsel' und ich stelle immer wieder die selbe Frage, wo findet man im internationalen Recht diesen Regimewechsel? Und wenn es eine Verletzung des internationalen Rechts ist, wer ist dafür verantwortlich?

Diese Beurteilung, dass Bush und Blair für Kriegsverbrechen schuldig sind, kommt nicht von irgendjemand, sondern von einem höchsten UNO-Offiziellen und würde normalerweise, wenn wir eine echte Presse hätten, grosse Schlagzeilen machen. Über das Interview des Guardian wurde wohl in französischen und britischen Medien berichtet, auch die Nachrichtenagenturen Reuters und AFP brachten es, aber in den amerikanischen erschien absolut nichts. Nicht eine einzige Zeitung und kein TV-Sender hat es erwähnt. Auch in Deutschland, kein Wort darüber, nichts! So viel zur korrekten Berichterstattung „unserer“ Medien über so eine wichtige Aussage. Lachhaft und beschämend!

Die Diskussion über die Verletzung des internationalen Rechts durch den Befehl einen Krieg gegen den Irak zu führen, kam in der längeren Aussprache über den völligen Bankrott der Aussenpolitik der USA und Grossbritannien in der muslimischen Welt. ElBaradei kritisierte die langanhaltende Unterstützung Washingtons für Diktatoren wie Mubarak in Ägypten. „Die Idee, dass die einzige Alternative zu autoritären Regimen ist Bin Laden und Co., ist eine gefälschte, trotzdem wird die Weiteführung dieser Politik die Prophezeiung war werden lassen.

Was er damit meint, der Westen unterstützt brutale diktatorischen Regime in Ägypten, Jordanien, Saudi Arabien, Kuwait, Emirate, Marokko usw. die dem Westen hörig sind und verhindert jede Demokratisierung mit der Ausrede, sonst kommen islamische Fundamentalisten an die Macht. Er meint, wenn sie das so weiter machen, wird es tatsächlich so oder so passieren.

ElBaradei warnte vor der “steigenden Radikalisierung” in der arabischen Welt: “Die Menschen fühlen sich durch ihre eigene Regierung unterdrückt, sie fühlen sich durch die Aussenwelt ungerecht behandelt, sie wachen am Morgen auf und was sehen sie? Sie sehen Menschen die erschossen und getötet werden, Muslime von Afghanistan, über Irak, Sudan bis nach Darfur.

Die Politik des Westens in dieser Region hat total versagt, nach meiner Meinung,” sagt er. „Es stützt sich nicht auf Dialog, Verständnis, der Unterstützung der zivilen Gesellschaft und Ermächtigung der Menschen, sondern es basiert auf die Unterstützung von autoritären Regimen, so lange das Öl gepumpt wird.

ElBaradei warnte vor der Heuchelei und Doppelmoral der westlichen Politik. „Der Westen spricht viel über die Wahlen im Iran, zum Beispiel, aber wenigstens haben sie eine Wahl,“ sagte er. „Aber wo sind die Wahlen in der arabischen Welt? Wenn der Westen nicht darüber redet, wie kann es irgendeine Glaubwürdigkeit haben?

Das sieht man ja auch an Gaza. Als dort Wahlen 2006 abgehalten wurden und die Hamas statt die Fatah mit überwältigender Mehrheit gewählt wurde, hat Israel und der gesamte Westen diesen Volksentscheid nicht akzeptiert. Ja, Demokratie gibt’s nur dann, wenn man das wählt was einem befohlen wird. Stattdessen wurde die Hamas zu einer terroristischen Vereinigung deklariert und die Bevölkerung von Gaza für ihr "Ungehorsam" einer Kollektivstrafe unterzogen, einem totalen Boykott, bis hin zu einem Krieg 2009 mit Bombenangriffen auf wehrlose Zivilisten, mit 1'400 Tote. Der Goldstone Bericht im Auftrag der UNO hat den Völkermord durch Israel bestätigt.

ElBaradei überlegt sich eine Kandidatur für das Präsidentenamt gegen den 81 jährigen Hosni Mubarak zu führen, dessen fünfte sechsjährige Amtszeit nächstes Jahr endet. Da haben wir so einen vom Westen unterstützten Diktator, der alles macht was Washington befiehlt, egal wie er die Bevölkerung und die Opposition unterdrückt. Der wird doch nur durch Milliarden an westlichen Geldern und einem repressiven Geheimdienst- und Polizeiapparat an der Macht gehalten. AlBaradei hofft, der Westen ändert seine Politik und übt Druck aus, damit die Opposition etwas bessere Chancen bekommt.

ElBaradei warnt damit die europäischen Länder, wie konterproduktiv die westliche Politik ist, speziell die von den USA. „Wenn man sieht, dass die populärsten Figuren im Mittleren Osten Ahmadinejad (Iran) und Hassan Nasrallah (Hezbollah) sind, dann müsste es die klare Botschaft senden: eure Politik kommt nicht bei den Menschen an,” sagte er.

Er machte auch auf die extremen sozialen Spannungen in Ägypten aufmerksam, wo die Mehrheit der Bevölkerung in zerstörender Armut lebt. Er sagt: „In Ägypten leben die Reichen in Gettos,“ und meint damit die wunderschönen manikürten Gärten, komplett mit Swimmingpools. „Der Spalt durch die soziale Ungleichheit ist einfach unglaublich.

Zusätzlich zum Totschweigen des Interviews in den westlichen Medien, kommt noch die Selbstzensur des Guardian hinzu. Die erste Version des Artikels erschien um 18:01 Uhr auf der Webseite des Guardian, einschliesslich die Bemerkung über Bush und Blair, welche das internationale Recht gebrochen haben, wie hier zu sehen.

Zwei Stunden später wurde dieser Artikel durch einen längeren ersetzt, der die kritischen Kommentare über Ägypten beinhaltet. Aber die Aussage über die Chilcot Untersuchungskommission in die Gründe für den Irakkrieg und die Tötung von einer Million unschuldiger Menschen wurde gelöscht. Siehe den überarbeiteten Artikel hier.

Was war in der Zwischenzeit passiert? Hat der Guardian gemerkt, so etwas dürfen sie nicht melden und haben es von sich aus entfernt, oder wurde die Zeitung von gewissen Mächten unter Druck gesetzt?

Die Medien überschlagen sich mit Hysterie über die Wahlen im Iran und behaupten sie wären angeblich gefälscht, regen sich aber nicht über die nachweislich von der UNO bestätigten gefälschten Wahlen in Afghanistan auf. Ist ja klar warum. Karzai ist "unser" Diktator, der darf das. Er darf auch korrupt sein und mit Drogen handeln, solange er das macht was Washington ihm befiehlt. Um so ein Regime zu schützen werden NATO und Bundeswehrsoldaten in den Krieg geschickt, töten Tausende Zivilisten dabei, was uns aber nicht durch die Medien erzählt wird. Sie lügen uns nur mit Märchen über "Aufbauhilfe" an und was für einen "tollen" Job sie da machen.

Ein weiterer Beweis wie die Medien nicht die Wahrheit berichten, sondern sie unterdrücken und mit den Weltverbrechern und Kriegstreibern unter einer Decke stecken. Und wenn mal die Wahrheit doch mal „durchflutscht“, dann wird sie nachträglich gelöscht. Wie ich schon lange sage, die Medien sind unser Feind! Ohne ihre Mittäterschaft gebe es gar keine Kriege und wie ElBaradei bestätigt, keine Million getötete irakische Zivilisten.

Deutscher Kriegsminister gibt endlich zu, Deutschland führt KRIEG in Afghanistan:


Die einzigen die ein verabscheuungswürdiges Handeln an den Tag legen, ist die deutsche Regierung, in dem sie die Bundeswehr in einen völkerrechtswidrigen und illegalen Angriffskrieg schicken. Was hat sie dort zu suchen?

Samstag, 3. April 2010

Bundeswehr erschiesst Afghanische Soldaten

Deutsche Soldaten haben völlig die Nerven verloren!

Nur wenige Stunden nach dem Tod von drei deutschen Soldaten im Norden Afghanistans haben Soldaten der deutschen Bundeswehr fünf, nach Angaben eines afghanischen Provinzgouverneurs sechs afghanische Soldaten erschossen.

Wie das Einsatzführungskommando am Samstag in Potsdam mitteilte, verliessen am Freitag um 19.21 Uhr (16.51 MESZ) deutsche Soldaten das Feldlager in Kundus, um die seit dem Mittag in Gefechte verwickelten Soldaten abzulösen.

Auf dem Weg dahin fuhren zwei zivile Autos auf die Bundeswehr zu und hielten auch nach allen "von deutscher Seite durchgeführten Sicherheits- und Identifizierungsverfahren" nicht an, um sich überprüfen zu lassen, wird behauptet.

Daraufhin eröffnete ein deutscher Schützenpanzer das Feuer auf eines der Fahrzeuge. Später stellte sich heraus, dass es sich um zivile Fahrzeuge der afghanischen Armee gehandelt hatte und die Insassen wurden grundlos getötet. Ein Bundeswehrsprecher sagte der Nachrichtenagentur dpa, die Bundeswehr bedauere den Vorfall zutiefst.

Der Provinzgouverneur sagte gegenüber der Presse, die zwei afghanischen Militärfahrzeuge wären leicht zu erkennen gewesen und die Deutsche hätten viel zu schnell geschossen. Sie wären auf den Weg gewesen logistische Unterstützung den Kameraden zu geben, die neben den Deutschen kämpften.

Mohammed Omar sagte: "Anfänglich sind die deutschen Truppen durch eine I.E.D (improvisierter Sprengsatz) und Schüsse getroffen worden, bei einer Konfrontation mit Freischärlern im Dorf von Essa Khel in Chardara, ein volatiler Distrikt. Sie baten um zusätzliche Verstärkung durch afghanischen Armeesoldaten und diese schickten sofort Hilfe um die Freischärler zu bekämpfen."

"Zwei Fahrzeuge einer afghanischen nationalen Armee-Einheit fuhren zurück nach Kundus um den Rest der Truppen mit Logistik und Munition zu beliefern," sagte er weiter, "und sie wurden von deutschen Soldaten irrtümlich beschossen, wobei sechs Soldaten der afghanischen nationalen Armee getötet wurden, was das tragischte 'friendly fire' Ereignis dieser Art in Kundus darstellt."

Ein Sprecher der NATO sagte, sie haben widersprüchliche Berichte über die Schiesserei erhalten und das Ereignis wird untersucht. Ein örtlicher Regierungssprecher sagte, afghanische Kommandeure träfen sich am Samstag mit Vertretern der Koalitionstruppen, um über den Zwischenfall zu sprechen.

Für mich ist klar, die Bundeswehr hat völlig die Nerven verloren und sie ballern jetzt auf alles was sie als vermeintliche Bedrohung sehen. Zuerst schiessen, dann Fragen stellen ist das Motto. Wie wenn sie nach bald 10 Jahren Krieg ihre afghanischen "Kameraden" nicht erkennen würden. Lächerlich.

Bei dieser Vorgehensweise wundert man sich, wenn es Widerstand gibt? Haben die sie eigentlich noch alle? Was erwarten die Politiker und Militärführer? Dass sich die Afghanen einfach so zusammenschiessen lassen und nicht reagieren? Es ist doch ihr Land und die Bundeswehr hat dort nichts zu suchen.

Dann wissen die Afghanen, die Karzai-Regierung ist nur durch Wahlbetrug an der Macht, sie repräsentiert nicht die Meinung der Bevölkerung und diesen Betrüger, Drogenhändler und korruptes Schwein decken und schützen die NATO-Truppen. Der Westen hat null Glaubwürdigkeit in Afghanistan.

Seit wann leisten Soldaten Aufbauhilfe? Mit dem Gewehr in der Hand? Das Militär ist doch nicht das THW. Wenn, dann müssten zivile Bautrupps dort hin, welche Strassen, Brücken, Kanalisation, Wasserversorgung, Strom, Schulen und generell die Infrastruktur aufbauen. Bis auf Einzellfälle ist dort in 10 Jahren nichts geschehen. Afghanistan ist das ärmste Land der Welt. Überall sieht man ausgebombte Ruinen. Was aufgebaut wurde sind militärische Einrichtungen, Flugplätze und Basen, die auf eine permante Besatzung hindeuten.

Dieser Bericht bestätigt meinen vorhergehenden: "Wir haben eine unglaubliche Anzahl unschuldiger Afghanen erschossen!"

Freitag, 2. April 2010

Wir haben eine unglaubliche Anzahl unschuldiger Afghanen erschossen

... sagt General McChrystal, Oberkommandierender alle ISAF-Truppen in Afghanistan.

Obwohl General Stanley McChrystal eine neue Direktive letztes Jahr herausgegeben hat, um angeblich die zivilen Opfer zu reduzieren, ist die Zahl an getöteten Afghanen erschreckend hoch geblieben.

Protest in Afghanistan: "Hört auf uns zu töten!"
Wir haben ein unglaubliche Anzahl unschuldiger Menschen erschossen, von denen keiner sich als Bedrohung erwies,“ sagte McChrystal während einer Video-Konferenz mit Truppen, schreibt die New York Times.

Aus der Aufzeichnung geht folgende Situation hervor:

Wir verlangen von unseren jungen Leuten die ihren Dienst verrichten sehr viel da draussen bei den Kontrollpunkten. Da es Gefahren gibt, müssen sie schnell bei unübersichtlichen Situationen entscheiden. Aber, so viel ich weiss, in den mehr als neun Monaten in denen ich hier bin, ist nicht ein einziger Fall bekannt, wo wir mit einer eskalierenden Anwendung von Gewalt reagierten und jemanden verletzt haben, hat es sich herausgestellt, dass in einem Fahrzeug Bomben oder Waffen sich befanden, in vielen Fällen waren Familien drin. Damit will ich nicht die Leute kritisieren, die das ausgeführt haben. Ich will euch nur eine Perspektive geben. Wir haben eine unglaubliche Anzahl unschuldiger Menschen erschossen und eine Anzahl getötet, und, so viel ich weiss, keiner hat sich als wirkliche Gefahr für unsere Truppen herausgestellt.

Hier die ganze Aussage von McChrystal.

Seit dem McChrystal das Kommando im Sommer 2009 übernommen hat, ist die Anzahl getöteter unschuldiger afghanischer Zivilisten im Vergleich zu den vergangenen Jahren gleich geblieben, trotz seiner neuen Regeln, was die Feindseligkeit weiter antreibt und die Unterstützung der NATO-Truppen durch die einheimische Bevölkerung massiv untergräbt.

So macht man sicher keine Freunde, wenn schiesswütige NATO-Soldaten, oder die welche sich bei jeder Kleinigkeit in die Hosen scheissen, auf alles losballern was sie als „Bedrohung“ ansehen und dabei Frauen und Kinder grundlos töten. In der Tradition der Afghanen ist Rache für ein ermordetes Familienmitglied eine Pflicht. Das ist eine völlig normale menschliche Reaktion. So eskaliert aber die Gewalt immer mehr.

Wer sind denn die Fremden? Wer ist denn in ein fremdes Land einmarschiert? Wer sind denn die Besatzer? Wir doch!

Die Situation dort ist völlig ausser Kontrolle und die ISAF-Truppen kämpfen gegen die ganze Bevölkerung. Dieser Krieg ist nicht nur illegal, sondern so niemals zu gewinnen. Die Amerikaner und ihre Verbündeten erleben ihr nächstes Vietnam-Desaster und werden genau wie damals, ihren Schwanz einziehen und abhauen müssen. Die Frage ist nur noch, wie lange wird es dauern und wie viele unschuldige Opfer werden noch dabei ermordet.

Dieses Schuldanerkenntnis von McChystal muss jeden der ein Gewissen hat die Forderung rufen lassen:

"Jetzt ist Schluss, Bundeswehr raus aus Afghanistan!"

Wann geht in den völlig bornierten Köpfen der Politiker endlich rein, die Taliban sind afghanische Freiheitskämpfer, die aus der Bevölkerung kommen und von ihnen getragen werden, genau wie die Vietcong damals in Vietnam. Sie kämpfen gegen die westlichen Besatzer, wie vorher gegen die Sowjettruppen. Wenn die Taliban Terroristen sind, dann waren die Mitglieder der Résistance in Frankreich während der deutschen Besatzung auch welche. Dann muss die Geschichte umgeschrieben werden.

Widerstand gegen Besatzungstruppen ist ein legitimes Recht. Wer das völlig pervertiert, sich von einem Täter zum Opfer umkehrt und die Opfer zu Tätern macht, ist ein unglaubwürdiger Lügner und Verbrecher.

Wer nach den Todesfällen von Gestern und durch diese Aussage von McChrystal, nicht seinen Abgeordneten in Berlin jetzt schreibt und einen sofortigen Truppenabzug verlang, macht sich an der weiteren Ermordung von Zivilisten und den Kriegsverbrechen mitschuldig. Schüttet sie mit Mails zu bis sie endlich aufwachen und fragt sie, ob sie überhaupt ein Gewissen haben und ob sie wiedergewählt werden wollen.

Hier ist die Liste aller Abgeordneten mit Mail-Adresse

Drei Bundeswehrsoldaten in Afghanistan getötet, fünf schwer verletzt

Nein, Deutschland führt keinen Krieg in Afghanistan, das wird von der Bundesregierung immer betont. Jetzt sind bei einem stundenlangen Feuergefecht mit rund 200 Taliban sind im Norden Afghanistans drei Bundeswehrsoldaten getötet und fünf schwer verletzt worden. Die Deutschen befanden sich angeblich südwestlich von Kunduz auf einer Patrouille und wurden mit Handfeuer- und Panzerabwehrwaffen beschossen, wie die Bundeswehr am Freitag mitteilte. Damit steigt die Zahl der umgekommenen Soldaten in Afghanistan auf 39 und 138 wurden verwundet.

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat seine Osterferien in Südafrika abgebrochen. Er ist laut Angaben von "Spiegel Online" auf dem Weg nach Deutschland. Dann soll er den Hinterbliebenen mal erklären, für was ihre Söhne und Brüder ihr Leben geopfert haben.

Was hat die Bundeswehr überhaupt dort zu suchen? Hat Afghanistan Deutschland angegriffen? Ach ja, sie sollen ja "nur" die Zivilbevölkerung "schützen" und beim "Wiederaufbau" des Landes helfen. Das ist die Propaganda die der deutschen Bevölkerung als Ausrede laufend erzählt wird. Zuerst überfällt man sie, bombt man sie in die Steinzeit, dann erfolgt ein angeblicher Wiederaufbau.

Dabei handelt es sich um einen illegalen und völkerechtswidrigen Angriffskrieg der Amerikaner und die Deutschen sind die willigen Helfershelfer, damit die Opiumfelder der CIA noch besser blühen. Das Heroin landet dann auf den Strassen von Moskau, für den verdeckten "Opiumkrieg" gegen Russland.

Und wenn die russiche Regierung mehrmals die NATO-Länder auffordert, den Drogenanbau und Handel endlich in ihrem Besatzungsgebiet zu unterbinden, dann weigern sie sich. Unter der Taliban-Regierung bis 2001 gab es keine Opiumfelder. Das haben die Amerikaner erst wieder ermöglicht und sagt wohl alles.

Zum Auftakt der 50. Ostermärsche haben einige Friedensaktivisten für ein Ende des Bundeswehr-Einsatzes in Afghanistan demonstriert. In Dortmund gingen 2.800 Menschen auf die Strasse. Wow, so viele? Das wird sicher was bewirken und die Meinung der Bundesbürger radikal ändern. Na ja, besser als nichts.

Für den Samstag ist unter anderem eine Demonstration an der US-Air-Base Ramstein in Landstuhl geplant. Grössere Aktionen sind auch in München, Stuttgart, Düsseldorf, Duisburg und Bremen vorgesehen. Am Ostersonntag wird am ehemaligen Bombodrom-Gelände in Brandenburg und an der Urananreicherungsanlage in Gronau demonstriert, am Ostermontag in Berlin.

Der amtierende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Nikolaus Schneider, kritisierte unterdessen den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr. "Wir laufen Gefahr, dass der Einsatz völlig seine Legitimation verliert", sagte er dem "Hamburger Abendblatt". "Der Konflikt in Afghanistan ist aus dem Ruder gelaufen." Die Gesellschaft dürfe sich nicht selbst täuschen und die Bundeswehr als besseres Technisches Hilfswerk sehen, sagte Schneider in dem Interview, das vor dem Angriff geführt wurde.

Am Donnerstag hat der niederländische Botschafter in Pakistan, Joost Reintyes, den lokalen Medien verkündet, die Niederlande wird seine Truppen noch 2010 aus Afghanistan abziehen. Und wann zieht die Bundeswehr nach bald 10 Jahren Krieg endlich ab?

Schreiben an den Bundestag von Christoph Hörstel:

Sehr geehrte Damen und Herren Mitglieder des Deutschen Bundestages,

drei Bundeswehrsoldaten starben und fünf weitere wurden zum Teil schwer verletzt: im Distrikt Chahar Darrah, Provinz Kundus, ausgerechnet dort, wo Oberst Klein vor rund einem halben Jahr fast 140 Zivilisten töten ließ.

Allen Familien, Verwandten und Freunden aller Getöteten gilt mein Mitgefühl. Wie der englische Dichter John Donne vor rund 250 Jahren schrieb: „Any man’s death diminishes me – ’cause I am involved with mankinde.“

Im Fall Afghanistan gilt das größere Mitgefühl jedoch dem wachsenden afghanischen Widerstand und seinen Angehörigen, denn diese Menschen wehren sich gegen eine verbrecherische und ungerechte Besatzung, deren Politik immer krimineller wird, weil alle Verantwortlichen in Politik und Militär, Think Tanks und Medien Feigheit vor dem Freund zeigen, statt sich zu besinnen und einzulenken.

Es tut mir sehr weh, dies schreiben zu müssen, gerade auch als ehemaliger Coach für ausgewählte Führungskräfte unserer ISAF-Truppe und einziger Wehrdienst-Freiwilliger meines Abitursjahrgangs in meiner Heimatstadt Bremen.

Bevölkerung und Widerstand in Chahar Darrah werden wie ganz Afghanistan mitbekommen haben, dass sich Deutschland außerstande sieht, diesen Offizier zu bestrafen – von einer gerechten Strafe ganz zu schweigen, die ja entsprechend schwer ausfallen müsste. „Force protection“, der fürsorgliche Schutz für unsere Bundeswehr sieht anders aus. Das ist eine bittere Bilanz.

Gar nicht akzeptabel in einer Demokratie, menschenverachtend, pflicht- und eidwidrig zeigt sich die Politik, wenn wir betrachten, warum diese Soldaten heute Leben oder Gesundheit einbüßten: beim Entschärfen von Straßenbomben.

Seit Jahren weiß die gesamte Nato-Führung, wissen unsere Geheimdienste, wer wann, wo und wie (sogar einschließlich Art und Herkunft der einzelnen elektronischen Bauteile!) diese Bomben baut – und tut nichts dagegen oder zumindest bei weitem nicht genug.

Das Parlamentarische Kontrollgremium (PKG) wurde von mir 2008 informiert - und 2009 für seine faule und feige Politik in „Parlamentarisches Komplizengremium“ umbenannt. Keine Reaktion.

Ich habe einige Fragen: Was sagen die Verantwortlichen den Angehörigen und Freunden der deutschen Soldaten, die heute zu Schaden kamen? Wie erklären sie diese schrecklichen Opfer politischer Vernachlässigung? Wie wollen sie Mitgefühl ausdrücken angesichts ihrer unbezweifelbaren politischen Schuld?

Die Nato fährt seit Jahren eine menschenverachtende Politik der Eskalation, der Zusammenarbeit mit Drogenbaronen, Dieben und Mördern, des geplanten Chaos, bombardiert mit Uranwaffen – und dies alles im Armenhaus Asiens.

Heute fehlen mir zu dieser Sachlage die Worte. Ich erinnere daran, dass ich ein „Anwachsen des Sarg-Aufkommens“ prognostiziert hatte, zuletzt in meinem neuesten Buch: „Afghanistan-Pakistan: Nato am Wendepunkt“. Ich hätte gern Unrecht behalten und mich vor aller Welt lächerlich gemacht.

Doch zum Untersuchungsausschuss des Bundestages und unserem elenden Medienzirkus sei gesagt: Bundesverteidigungsminister und Bundesregierung haben nicht nur im Fall Kundus ein Problem. Kundus ist nur eine Osterspaziergang verglichen mit den zahlreichen weiteren Problemen, die in geheimen Akten schlummern und seit Jahren unter den Teppich gekehrt oder vergessen gemacht werden.

Es wird alles ans Licht kommen – und je länger es jetzt noch dauert, desto größer und dauerhafter der Schaden für alle Menschen, für Deutschland, Europa, die Nato und auch für unsere Freunde und Verbündeten, die USA. Von Russland, China, Pakistan und Iran gar nicht zu reden – und die übrigen Anrainer nicht zu vergessen.

Abseits der Politik, abseits unserer Kriegsabenteuer, die Bundeskanzler Schmidt in den letzten Monaten seines langen Lebens nicht müde wird zu kritisieren: Wenn Tod und Leiden unserer Bundeswehrsoldaten einen Sinn haben sollen, dann machen wir uns endlich ehrlich, legen die traurigen Tatsachen auf den Tisch und ändern unsere Politik im Sinne aller beteiligten Menschen: hin zum Gespräch, zur Schadensbegrenzung und zum Frieden.

In Trauer und mit besten Wünschen und Grüßen

Christoph R. Hörstel

Donnerstag, 1. April 2010

Das Taschenmesser: vor 1'800 Jahren von Römern erfunden

Das erste multifunktionale Taschenmesser haben offensichtlich die Römer erfunden, 1'800 Jahre vor dem heutigen Modell aus der Schweiz. Die raffinierte Konstruktion, welche im Jahre 200 hergestellt wurde, ist aus Silber, hat aber eine Eisenklinge.

Löffel und Gabel sind durch ein Scharnier jeweils ausklappbar. Die anderen Utensilien wie Messer, Zahnstocher, Spatel, Stift, kann man wie bei der heutigen Version herausziehen.



Das römische Taschenwerkzeug misst 8cm x 15cm und wurde vor 20 Jahren am Mittelmeer bei Ausgrabungen entdeckt. Seit 1991 ist es in der griechisch-römischen Abteilung des Fitzwilliam Museums in Cambridge ausgestellt.

Experten meinen, da es aus Silber ist, muss es einem reichen Reisenden gehört haben. Ich meine aber eher, es ist wegen der keimtötenden Wirkung von Silber, denn Silberbesteck wurde aus diesem Grund immer schon bevorzugt.

Wenn man sich die Funktion anschaut, besser könnte man es heute auch nicht entwerfen. Die Römer haben nicht nur tolle Bauten, wie den Pantheon und das Kolosseum errichtet, ein funktionierendes Leitungsnetz mit Aquädukte, Rohrleitungen und eine Kanalisation aufgebaut, sondern auch so ein praktisches Werkzeug mit Besteck für Unterwegs im Taschenformat herstellen können.

Und das vor 1'800 Jahren! Einfach genial.

Karl Elsener hat das Schweizer Offiziersmesser 1897 entwickelt, welches bis heute in Ibach Schwyz bei Victorinox hergestellt wird. In diesem Fall: Wer hat’s erfunden? Nicht die Schweizer, sondern die Römer ;-)